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Stand: 31.08.2016

Fragen und Antworten zu E10

1. Was ist E10?

E10 bezeichnet Benzin, das gegenüber dem bisherigen Benzin einen höheren Anteil an Ethanol enthält. "E" steht für Ethanol, die Zahl "10" gibt an, dass das Benzin bis zu 10 % Ethanol enthalten kann. Bisher betrug der Ethanolanteil im Benzin bis zu 5 %. Bei dem im Benzin enthaltenen Ethanol handelt es sich um den Biokraftstoff Bioethanol. Dieser Biokraftstoff wird aus Pflanzen gewonnen, die umweltverträglich angebaut werden.

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2. Warum gibt es E10?

Biokraftstoffe wie das im E10 enthaltene Bioethanol spielen eine wichtige Rolle beim Klimaschutz und bei der Energieversorgung. Indem wir Biokraftstoffe verwenden, sinkt unsere Abhängigkeit vom immer knapper werdenden Erdöl, das oftmals aus politisch instabilen Ländern importiert wird. Ein Großteil der benötigten Rohstoffe für Bioethanol dagegen wächst in Deutschland oder Europa. Daher hat die EU beschlossen, den Anteil an Biokraftstoffen im Verkehrsbereich zu erhöhen. Deutschland ist durch die Vorgaben der europäischen Richtlinie über die Kraftstoffqualität (auf Englisch) verpflichtet E10 zuzulassen.

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3. Woran erkennt man E10?

E10 wird an Zapfsäulen deutlich gekennzeichnet: Dort steht der Name der Benzinsorte mit dem Namenszusatz "E10" - also beispielsweise "Super E10". Beim herkömmlichen Benzin mit bis zu 5% Bioethanol steht an den Zapfsäulen wie bisher nur der Name der Benzinsorte - also beispielsweise "Super".

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4. Für welche Personenkraftwagen ist E10 geeignet?

Im Jahr 2010, dem Jahr der Einführung von E10, konnten etwa 90 Prozent aller benzinbetriebenen Pkw E10 tanken. Neufahrzeuge sind in der Regel E10-tauglich. Für diese Fahrzeuge ist E10 ohne jede Einschränkung verträglich. Fahrerinnen und Fahrer benzinbetriebener Fahrzeuge sollten sich, bevor sie das erste Mal E10 tanken, vergewissern, dass Ihr Fahrzeug den Kraftstoff verträgt. Alle nicht nachgewiesen E10-verträglichen Fahrzeuge sollten ausschließlich die bisherigen Benzinsorten tanken, die die Tankstellen auch weiterhin anbieten.

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5. Welche Erfahrungen wurden in anderen Ländern mit E10 gemacht?

Die Automobilindustrie verfügt über weitreichende Erfahrung mit E10 Kraftstoff. Ottokraftstoff mit einem Bioethanolanteil von 10 % kann derzeit beispielsweise in den USA, Frankreich, Deutschland, Finnland, Schweden Niederlanden, dem Vereinigten Königreich, Bulgarien, Lettland, Slowenien, Australien, Neuseeland, China, Kolumbien, Jamaika, den Philippinen und Thailand genutzt werden. Sowohl die deutsche Automobilindustrie als auch die Importeure verfügen auf internationalen Märkten somit über eine langjährige Erfahrung mit ethanolhaltigem Kraftstoff. Negative Erfahrungen, die auf den Kraftstoff E10 zurückzuführen sind, sind derzeit nicht bekannt.

Die USA hat im Jahr 2010 sogar E15 freigegeben. In Brasilien werden sogar Kraftstoffe mit weitaus höheren Bioethanolanteilen genutzt, in der Regel E20 bis E25 bis hin zu E100. Negative Erfahrungen, die auf den Kraftstoff E10 zurückzuführen sind, sind derzeit nicht bekannt. Insbesondere in Schweden, aber auch in Frankreich, Ungarn, Österreich und Deutschland wird auch E85 angeboten.

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6. Wer haftet, sollte der Motor meines Autos dennoch Schaden nehmen?

Die Fahrzeughersteller und -importeure haben erklärt, dass die Aussagen in der Verträglichkeitsliste zu E10 verbindlich sind. Mit dieser Erklärung kommt der Wille der Fahrzeughersteller zum Ausdruck, für Schäden einzustehen, die wider Erwarten - trotz Erklärung der E10-Verträglichkeit - durch E10-Kraftstoff an Fahrzeugen entstehen. Die Erklärung hat den Zweck, Zweifel an der rechtlichen Belastbarkeit der Fahrzeuglisten auszuschließen.

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7. Was sagt die Automobilindustrie über die Haltbarkeit der Motoren bei E10 Gebrauch?

Der VDIK bestätigte in einer Pressemeldung ebenfalls, seine Mitglieder "haben […] bereits sehr frühzeitig eine intensive und verantwortungsbewusst durchgeführte Prüfung der E10 Verträglichkeit ihrer Fahrzeuge vorgenommen". Der VDA erklärte in einer Pressemeldung auch nochmals, dass "die Verträglichkeit der Bestandsfahrzeuge mit dem neuen Kraftstoff geprüft und diese Untersuchung technisch fundiert durchgeführt" worden sei, und "es hinsichtlich der Schadstoffemissionen und der Langlebigkeit der Motoren keine Bedenken" gäbe.

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8. Wie erfahre ich zuverlässig, ob mein Auto/Motorrad E10 verträgt?

Die einzelnen Fahrzeughersteller geben Auskunft, ob Ihre Personenwagen bzw. Krafträder E10 vertragen. Auch Fahrzeughändler und Kfz-Werkstätten informieren über die E10-Verträglichkeit von Fahrzeugen. Eine Liste E10-verträglicher Fahrzeuge ist auf der Internetseite der Deutschen Automobil Treuhand GmbH zu finden. Die Liste (PDF extern, 635 KB) enthält auch Servicenummern der Fahrzeughersteller, die bei Fragen zu E10 angerufen werden können.
Hinweis: Die E10-Liste beinhaltet Informationen für Pkw und Krafträder, die unter dem Oberbegriff Kraftfahrzeuge laufen.

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9. Gibt es Informationen zur E10 Verträglichkeit auch für ältere Autos?

Die Informationen der einzelnen Hersteller, auch für ältere Fahrzeuge, können der DAT Liste (PDF, 635 KB) entnommen werden.

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10. Wie lange wird es neben E10 auch herkömmliche Benzinsorten geben?

In Deutschland sind die Kraftstoffanbieter per Verordnung verpflichtet, weiterhin Kraftstoff für Fahrzeuge, die E10 nicht vertragen, anzubieten und zwar zeitlich unbefristet. Diese Pflicht könnte nur durch Änderung der Verordnung zurückgenommen werden, was nicht geplant ist. Damit geht Deutschland über die EU-Vorgaben hinaus: Die EU verlangt, dass die herkömmlichen Benzinsorten bis 2013 angeboten werden.

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11. Wie reagieren die Motoren auf Wechselbetankung von E10 und Super plus?

Hierzu sind keine Einschränkungen seitens der Hersteller bekannt.

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12. Verbraucht mein Fahrzeug mehr Kraftstoff mit E10?

Aufgrund des etwas geringeren Energiegehaltes des Bioethanols erhöht sich bei gleicher Fahrweise der Kraftstoffverbrauch gegenüber den herkömmlichen Benzinsorten um weniger als 2 %. Im Alltag ist der Mehrverbrauch nicht messbar, da auch andere Einflüsse eine Rolle spielen (u.a. Fahrverhalten, Verkehrsdichte, Witterung, Straße), die den Verbrauch zusätzlich und stärker beeinflussen. Durch eine energiesparende Fahrweise kann man den Kraftstoffverbrauch um mehr als 25 % senken. Wie das geht, beschreiben die Verbrauchertipps des BMU und die UBA Broschüre "Sprit sparen und mobil sein".

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13. Führt E10 zu Leistungseinbußen meines Motors?

Eine Leistungseinbuße mit E10 schließen die Automobilhersteller aus. So betont auch der VDA: "Die Effizienz des Antriebs bleibt gleich. Da Ethanol ein Oktanzahl erhöhender Kraftstoffzusatz ist, könne in Einzelfällen sogar eine leistungssteigernde Wirkung bei E10 auftreten."

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14. Erhöht E10 die Wartungsintervalle meines Motors (Ölwechsel)?

Die Automobilindustrie erklärte dazu, dass die Ölwechselintervalle durch das Tanken von E10 unverändert bleiben. Bei der Verwendung von E10 Kraftstoff ist ein schnellerer Motorenverschleiß nicht zu befürchten. Weitere Informationen: Technischer Hintergrund zu Medienberichten zum Thema E10

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15. Wie sieht das Preis-Leistungsverhältnis von E10 im Vergleich zu Super plus aus? Wird Benzin durch die Einführung von E10 teurer?

Super E10 wird günstiger angeboten als Super und Super Plus. Auch wenn Bioethanol etwas weniger Energie als Benzin liefert, in der Beimischung beträgt der Unterschied im Energiegehalt zwischen E10 und den herkömmlichen Benzinsorten weniger als 2 Prozent. Selbst bei diesem – bei ansonsten gleicher Fahrweise – Mehrverbrauch von knapp 2 Prozent lohnt sich das Tanken von E10 finanziell.

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16. Kann ich auch im Ausland E10 tanken?

Im europäischen Ausland kann E10 derzeit in Bulgarien, Finnland, Frankreich, Lettland, den Niederlanden und Slowenien getankt werden; in Schweden und im Vereinigten Königreich ist E10 ebenfalls zugelassen. Die EU-Richtlinie zur Kraftstoffqualität schreibt vor, dass die Mitgliedsstaaten das Inverkehrbringen von E10 seit Anfang des Jahres 2011 zulassen müssen. Daher ist zu erwarten, dass auch weitere EU-Länder folgen werden. In Spanien, Belgien und Litauen sind die Überlegungen zur Einführung von E10 zum Teil bereits weit fortgeschritten.

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17. Woraus werden Biokraftstoffe gewonnen?

In Deutschland werden bislang vorwiegend Raps, Zuckerrüben und Getreide zur Verwendung in Biokraftstoffen angebaut. Hinzukommen in geringerem Umfang importierte Produkte, wie zum Beispiel Biodiesel aus Palmöl oder Sojaöl oder Bioethanol. In allen Fällen sind für Deutschland die rechtlich vorgeschriebenen Nachhaltigkeitsanforderungen einzuhalten.

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18. Inwiefern schützt E10 die Umwelt und Ressourcen?

Mit der seit 2011 gültigen Nachhaltigkeitsverordnung hat die Bundesregierung festgelegt, dass ausschließlich Biokraftstoffe auf die Biokraftstoffquote angerechnet werden dürfen, wenn diese im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen mindestens 35 Prozent an Treibhausgasen einsparen. In die Berechnung fließen die Emissionen, die bei der Herstellung des Biokraftstoffs entstehen, ein. Dies sind unter anderem Emissionen bei Anbau (z.B. Herstellung des Düngers), Transport und Verarbeitung. Die reale Treibhausgasreduktion kann abhängig von den eingesetzten Rohstoffen und der Art und Effizienz der Verarbeitung deutlich höher liegen. Nach Umstellung auf die Treibhausgasquote im Jahr 2015 ist mit einem deutlichen Anstieg der Treibhausgasminderung von Biokraftstoffen zu rechnen. Genaue Zahlen werden durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung jeweils im Herbst für das Vorjahr vorgelegt. Die Treibhausgasbilanz des E10-Kraftstoffs ist daher abhängig von der Art des eingesetzten Bioethanols und vom tatsächlichen Bioethanolanteil im Kraftstoff. Biokraftstoffe vermindern zudem unsere Abhängigkeit vom Erdöl. Der größte Teil des bei uns eingesetzten Bioethanols wird in Deutschland und Europa hergestellt. Dies sichert Arbeitsplätze und ermöglicht Investitionen in neue Technologien. Zu bedenken ist auch: Unfälle bei der Förderung von Erdöl wie am Golf von Mexiko oder Unglücke von Hochseetankern, die Natur und Umwelt in katastrophalem Ausmaß schädigen, können bei Biokraftstoffen nicht vorkommen.

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19. Wie sieht die Klimabilanz für E10 im Vergleich zum Super Benzin als fossiler Brennstoff konkret aus?

Um die Klimagasemissionen im Verkehrsbereich zu mindern, muss man technisch vor allem an zwei Stellen ansetzen: Am Fahrzeug und bei den Kraftstoffen. Für effizientere Fahrzeuge gibt es seit 2009 klare Vorschriften. Dieselkraftstoff kann bereits einen Gehalt von Biodiesel bis zu sieben Prozent enthalten. Durch den Einsatz von E10 können jährlich in Deutschland gegenüber fossilen Kraftstoffen Treibhausgase eingespart werden, die rund 2 - 3 Mio. Tonnen CO2 entsprechen. Das ist etwa die Menge, die ein Mittelklassewagen ausstößt, wenn er weit über 10 Mrd. Kilometer fährt. Das entspricht etwa der Strecke, die das Auto zurücklegen würde, wenn es mehr als 250.000-mal die Erde umrunden würde.

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20. Geht die Herstellung von E10 zu Lasten der Welternährung?

 Informationen zu diesem Thema finden Sie auf den Seiten des BMEL

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21. Wie sieht die Flächennutzung in der Zukunft aus?

Die landwirtschaftlich verfügbare Fläche wird im Wesentlichen für die Produktion von Nahrungs- und Futtermitteln genutzt. Dies wird sich in Zukunft nicht ändern. Im Jahr 2050 muss die Ernährung einer bis auf etwa 9 Milliarden anwachsenden Weltbevölkerung mit ihren besonders in den Schwellenländern steigenden Ansprüchen an die Ernährung gesichert werden. Ebenfalls eine zentrale Rolle für das nutzbare Flächenpotenzial spielt die Frage der sich global verändernden Ernährungsgewohnheiten. So könnte ein steigender Fleischkonsum zu erhöhten Flächenansprüchen führen, da sich die Produktion tierischer Nahrungs- und Futtermittel hinsichtlich ihrer Flächeneffizienz erheblich unterscheiden: Beispielsweise werden in Deutschland fast 60 % der landwirtschaftlichen Fläche für den Anbau von Futtermitteln verwendet.

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22. Werden die Nachhaltigkeitskriterien für Biokraftstoffe weiterentwickelt?

Bei der Beurteilung der Nachhaltigkeit von Biokraftstoffen wurde auf EU-Ebene eine Regelung zur Vermeidung von sogenannten indirekten Landnutzungsänderungen erlassen, die bis September 2017 in nationales Recht umzusetzen ist. Von indirekten Landnutzungsänderungen spricht man beispielsweise, wenn Biomasse für energetische Zwecke auf zuvor landwirtschaftlich genutzten Flächen (z. B. Weideflächen) produziert wird und in Folge dessen die landwirtschaftliche Nutzung zumindest teilweise auf Flächen mit hohem Kohlenstoffgehalt (z. B. Wälder) oder mit hoher biologischer Vielfalt verdrängt wird. Diese Verdrängungseffekte sind sehr komplex und schwer quantifizierbar. Neben ihrem Einfluss auf die Treibhausgasbilanz von Biokraftstoffen können sich indirekte Landnutzungsänderungen auch negativ auf die biologische Vielfalt auswirken.

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Hinweis:

Weitere Informationen zu E10, zum Einfluss von Biokraftstoffen auf Lebensmittelpreise und die Welternährung sowie Antworten auf weitere Fragen finden Sie auf den Seiten des BMEL.