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Stand: 01.05.2009

Fragen und Antworten zur Quecksilber-Problematik

Warum ist Quecksilber so gefährlich?

Wo kommt das Quecksilber her?

Wer ist durch Quecksilber gefährdet?

Was bedeutet die Entscheidung des UNEP-Verwaltungsrates vom Februar 2009?

Welche Auswirkung hat die Entscheidung auf die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland?

Welchen Nutzen haben die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland von einem globalen Quecksilberübereinkommen?

Wird Quecksilber verboten?

Wieso fördert die Bundesregierung den Einsatz von Energiesparlampen, wenn diese doch Quecksilber enthalten?

Wie gehe ich mit Energiesparlampen um, so dass kein Risiko für Umwelt und Gesundheit entsteht?


Warum ist Quecksilber so gefährlich?

Das Schwermetall Quecksilber und seine Verbindungen sind hochgiftig für Mensch und Umwelt. Als chemisches Element ist es nicht abbaubar und reichert sich in der Umwelt an. Eine hohe über lange Zeit auftretende Quecksilberbelastung kann zu schweren Gesundheitsschäden führen, hierzu gehören Störungen des Nervensystems, des Immun- sowie des Fortpflanzungssystems. Besonders gefährdet sind Ungeborene, wenn ihre Mutter deutlich überhöhten Quecksilberdosen ausgesetzt waren. In diesen Fällen steigt die Wahrscheinlichkeit einer dauerhaften Schädigung des Nervensystems des Kindes.

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Wo kommt das Quecksilber her?

Quecksilber wird aus natürlichen Quellen wie Vulkanen freigesetzt. Hinzu kommen Freisetzungen durch Tätigkeiten des Menschen (z.B. Nutzung von Quecksilberlagerstätten durch Bergbau oder die Verbrennung fossiler Rohstoffe), wodurch jährlich große zusätzliche Mengen Quecksilbers mobilisiert und in die Umwelt gelangen. Erst hierdurch kommt es zu überhöhten Umweltkonzentrationen, die ein Risiko für die menschliche Gesundheit darstellen können.

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Wer ist durch Quecksilber gefährdet?

Bei normalen Lebensgewohnheiten, Arbeitsbedingungen und ausgewogener Ernährung besteht ein vernachlässigbares Risiko. Ein erhöhtes Risiko besteht bei stark überdurchschnittlichem Verzehr bestimmter Seefisch-Arten. Quecksilber wird von Meeresorganismen aufgenommen und reichert sich in der Nahrungskette an. Besonders belastet sind einige große Raubfische, die auch als Speisefisch genutzt werden. Kritisch ist die Situation für Bevölkerungsteile, bei denen Fisch die wichtigste oder gar fast ausschließliche Quelle der Ernährung ist, z.B. den Bewohnern der arktischen Regionen. Hier sind Gesundheitsschäden z.T. die Regel und nicht die Ausnahme. Hohen Quecksilberbelastungen sind auch die weltweit ca. 10-15 Millionen Menschen ausgesetzt, die vom Goldschürfen/ Gold-Kleinbergbau leben. Hier wird Quecksilber zur Extraktion des Goldes aus dem begleitenden Gestein verwendet. Dabei werden große Mengen gasförmigen Quecksilbers freigesetzt, das die Anwender direkt gefährdet, aber auch die Umwelt dauerhaft kontaminiert.

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Was bedeutet die Entscheidung des UNEP-Verwaltungsrates vom Februar 2009?

Der UNEP Verwaltungsrat hat einen Auftrag zur Einleitung von Verhandlungen zu einem globalen Umweltübereinkommens zu Quecksilber beschlossen. 2010 wird ein speziell hierfür eingerichteter zwischenstaatlicher Verhandlungsausschuss die Verhandlungen in Form eines völkerrechtlichen Übereinkommens aufnehmen. Diese Arbeiten sollen bis zum Jahr 2013 zum Abschluss gebracht werden. Das Quecksilberübereinkommen soll die gesamte Bandbreite möglicher menschlich bedingter Quecksilberemissionen abdecken vom Bergbau, Handel, Nutzung, Emission, Abfallbehandlung bis hin zur Beseitigung. Das bedeutet, dass der internationale Verhandlungsausschuss alles daran setzen wird, aus der Vielzahl möglicher Aktivitäten diejenigen Maßnahmen gemeinsam zu verabreden, die am effektivsten und schnellsten die weltweiten Quecksilberemissionen minimieren und, wo möglich, stoppen können.

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Welche Auswirkung hat die Entscheidung auf die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland?

Quecksilber hat die Fähigkeit, sich über Luft und Wasser über sehr lange Strecken zu verbreiten. Konkret bedeutet dies, dass Quecksilber, wenn es zum Beispiel in die Luft freigesetzt wurde, sich durch weiträumige Transportprozesse über den gesamten Globus verteilt. Darum führen zum Beispiel Emissionen in Asien, Südamerika und Afrika zu erhöhten Belastungen von Böden und Gewässern auch in Europa. Umwelt und Gesundheit in Deutschland und Europa lassen sich also nur schützen, wenn möglichst alle Emissionsquellen weltweit geregelt werden.

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Welchen Nutzen haben die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland von einem globalen Quecksilberübereinkommen?

Ein Übereinkommen mit dem Ziel, die Umwelt und die menschliche Gesundheit weltweit zu schützen, nutzt in gleichem Maße den Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland. Es wird das Ziel haben, vom Menschen verursachte Quecksilberemissionen weit möglichst zu reduzieren und den Gebrauch von Quecksilber in Produkten und Prozessen weitestgehend zu beenden. Als Folge davon werden die Umweltkonzentrationen von Quecksilber sinken und sich den vorindustriellen Werten annähern. Hierdurch wird auch die Belastung von Seefischen mit Quecksilber sinken. Durch das globale Abkommen will die Bundesregierung mit dazu beitragen, dass zum Beispiel europäisch bereits geregelte Produkte auch weltweit weniger produziert bzw. angewandt werden und auch durch Handel nicht mehr zu uns gelangen. Es sollen daher zusätzlich im geplanten Übereinkommen Anreize geschaffen werden, auch global quecksilberfreie, bezahlbare alternative Produkte und Produktionsverfahren zu fördern und überschüssiges Quecksilber über eine sichere Lagerung oder Beseitigung weitest möglich aus dem Markt zu nehmen.

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Wird Quecksilber verboten?

Quecksilber wird aus natürlichen Quellen wie Vulkanen freigesetzt; hinzukommen Freisetzungen durch Tätigkeiten des Menschen, was zu überhöhten Umweltkonzentrationen führt. Es ist daher notwendig, von Menschen verursachte Quecksilberemissionen zu kontrollieren und schrittweise zu minimieren. So ist zum Beispiel wichtig, das Vermarkten und den Gebrauch von Quecksilber in Produkten (z.B. Thermometer, Batterien) und Industrieprozessen (z.B. der PVC-Produktion) möglichst schnell auch weltweit zu reduzieren. Im Bereich der Produkte hat die EU bereits jetzt Regelungen in Kraft, die das Vermarkten und die Verwendung von Quecksilber stark einschränken. So dürfen in der EU z.B. verkaufte Stabbatterien und elektronische Bauteile kein Quecksilber mehr enthalten. Ausnahmen für die Verwendung von Quecksilber sollen auf das absolut notwendige Maß reduziert werden.

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Wieso fördert die Bundesregierung den Einsatz von Energiesparlampen, wenn diese doch Quecksilber enthalten?

Leider lässt sich noch nicht überall auf Quecksilber verzichten. Das gilt auch für Kompaktleuchtstofflampen oder umgangssprachlich „Energiesparlampen“, die für ihre Funktion wenige Milligramm Quecksilber benötigen (maximal 5 mg). Gegenüber der klassischen Glühbirne weisen Energiesparlampen eine bis zu fünffach höhere Leuchtausbeute aus, benötigen also auch nur ein Fünftel des Stroms. Würden ineffiziente Lampen und Leuchten durch solche höherer Effizienz ersetzt, könnte im Jahre 2015 allein durch solche Maßnahmen der Stromverbrauch rund 16 Millionen Kilowattstunden niedriger sein. Dies käme dem Klimaschutz zugute und könnte zugleich die mit der Stromerzeugung verbundenen Schadstoffemissionen vermindern. Energiesparlampen sind also gut für Klima und Umwelt.

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Wie gehe ich mit Energiesparlampen um, so dass kein Risiko für Umwelt und Gesundheit entsteht?

Bei normalem Gebrauch und richtiger Entsorgung stellen Energiesparlampen kein Risiko dar, da das Quecksilber nicht freigesetzt wird. Ausrangierte Energiesparlampen gehören wegen ihres Schadstoffgehaltes nicht in den Hausmüll! Sie unterliegen den Anforderungen des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes und müssen daher über die speziellen Sammelbehälter auf Recyclinghöfen oder im Handel entsorgt werden. Informationen über die Rückgabemöglichkeiten erhalten die Verbraucherinnen und Verbraucher beispielsweise bei ihrer kommunalen Abfallberatung und teilweise auch im Fachhandel. Für Privatpersonen ist die Rückgabe kostenlos.

Machen Sie mit, es lohnt sich – für Ihre Gesundheit und für Umwelt und Klima:

  • Lassen Sie das Licht aus, wenn Sie es nicht brauchen.
  • Weniger Watt bedeutet weniger Stromverbrauch.
  • Augen auf beim Lampenkauf und - Ja - zu Energiesparlampen. Halogenlampen und Deckenfluter sind Stromfresser.
  • Im Betrieb befindliche Energiesparlampen emittieren kein Quecksilber.
  • Für Kinderzimmer gibt es auch Energiesparlampen mit Verbundsicherheitsglas.
  • Gebrauchte Energiesparlampen sind Sondermüll. Sie haben weder im Hausmüll noch im Glascontainer etwas zu suchen.
  • Die Rückgabe bei kommunalen Sammelstellen und teilweise auch beim Energiesparlampen führenden Handel ist für Privatpersonen kostenfrei. Rücknahmebereite Handelsunternehmen können die aus privaten Haushalten stammenden Energiesparlampen entweder über die jeweils zuständige kommunale Sammelstelle oder über ein Rücknahmesystem der Hersteller der ordnungsgemäßen Entsorgung zuführen.
  • Nutzen Sie für die Rückgabe auch die Sammelkisten, die die Kommunen dafür derzeit probeweise - und hoffentlich bald flächendeckend in ganz Deutschland - aufstellen. Achten Sie dabei bitte darauf, dass die Lampen während des Transports und Einlagerung in den Sammelkisten nicht zerbrechen, damit kein Quecksilber austreten kann.
  • Nehmen Sie die Altlampen Ihres Nachbarn mit zur nächsten Sammelstelle. Nachbarschaftshilfe ist In.

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