Besuch in der High-Deck-Siedlung 26. August 2016

Weg vom Schmuddelimage

Barbara Hendricks lässt sich mit Medienvertretern von Franziska Giffey die High-Deck-Siedlung zeigen
©BMUB/Michael Gottschalk

Es geht wieder aufwärts an der südlichen Sonnenallee. Die High-Deck-Siedlung am Rand von Berlin-Neukölln, berüchtigt als sozialer Brennpunkt, entwickelt sich nach und nach zu einem familienfreundlichen, generationengerechten Stadtquartier. Barbara Hendricks informierte sich am 26. August 2016 über erfolgreiche Integrationsprojekte, die auch beispielgebend für die Zukunft sind.

Unten die Autos, oben die Fußgänger: Das war die Kernidee der Siedlung, die Mitte der 70er Jahre im Südosten Neuköllns entstand. Nach den Hochwegen beziehungsweise High Decks ist die Anlage benannt, in der so viele Menschen leben wie in einer Kleinstadt. Die Mehrzahl der 6.700 Bewohnerinnen und Bewohner stammt aus bildungsfernen Milieus. Fast 60 Prozent erhalten Transferleistungen.

Potenziale nutzen, Probleme anpacken

Bund und Land wollen verhindern, dass sich Parallelgesellschaften verfestigen. Deshalb wurde die High-Deck-Siedlung schon 1999 in das "Soziale Stadt"-Programm aufgenommen. Gleichzeitig richtete Berlin ein Quartiersmanagement ein. Das gemeinsame Ziel: Vorhandene Potenziale nutzen, Probleme anpacken, Lebensqualität verbessern und damit letztlich dafür sorgen, dass sich die Menschen in der Siedlung als Teil der Gesellschaft begreifen.

Angebote im Kiez

Zahlreiche Projekte leisten spürbar erfolgreiche Arbeit. Der Nachbarschaftstreff "mittendrin" beispielsweise erfreut sich regen Zulaufs. Unter anderem kommen hier Senioren und die Freizeitköche der "Küche der Nationen" zusammen. Ein anderes Projekt bildet Stadtteilmütter aus, die Familien beraten – von Nachbar zu Nachbar. Zahlreiche Angebote richten sich an Kinder und Jugendliche, darunter der Spielegarten und eine umgebaute Waschküche, die zum Basteln oder zur Nachhilfe einlädt. Denn wo sonst soll Integration gelingen, wenn nicht direkt vor Ort?

Integration im Quartier

Das Programm "Soziale Stadt" trägt wie kein zweites zur sozialen Integration bei, allein im Jahr 2016 mit insgesamt 150 Millionen Euro. Die hohe Zahl Geflüchteter lässt die Anforderungen weiter steigen. Für 2017 stehen den Kommunen deshalb 300 Millionen Euro zusätzlich für die soziale Stadtentwicklung zur Verfügung. Darüber hinaus sind 200 Millionen Euro ab 2017 für den "Investitionspakt soziale Integration im Quartier" vorgesehen.