Projekt "Schöner Schiller" Interview mit Ulrike Riebel vom "Soziale Stadt"-Gebiet Schillerpromenade

©Kollegen 2,3

Wie ist das Projekt "Schöner Schiller" entstanden und worum geht es dabei?

Unsere Themen sind: "Recycling", "Schöner öffentlicher Raum", "Verantwortung", "Kreativität". Das Projekt war eine Ausschreibung des Quartiersmanagements (QM) Schillerpromenade, auf die wir uns beworben haben. Wir haben schon diverse Projekte dieser Art betreut, ein Konzept entwickelt und den Zuschlag bekommen.

Seit 2015 taucht nun im Schillerkiez auf Plakaten und herumstehendem Müll immer wieder ein Symbol auf: Drei ∗∗∗. Es soll zeigen, dass es sich lohnt, hier zu leben, und dass es Leute gibt, die sich dafür einsetzen.

Wie wird das Projekt im Kiez angenommen? Bekommen Sie viel Zuspruch oder gibt es sogar negative Stimmen gegen das Projekt?

Zuspruch bekommen wir vor allem für die Aktionen und Ideen, die wir umsetzen. Es gibt aber leider auch Leute, die der Meinung sind, dass Neukölln dreckig bleiben soll, oder die mit der Arbeit des QM an sich nicht einverstanden sind.

Welche Aktionen haben Sie in den vergangenen Wochen durchgeführt?

Die letzte Aktion war eine Putzaktion im Kiez gemeinsam mit der Kita Mafalda. Jeden Monat hängen wir Plakate mit Informationen zur Müllentsorgung auf und rufen zum verantwortungsvollen Umgang mit dem eigenen Wohnumfeld auf. Und herumliegender Müll wird von uns ständig mit Stickern oder Graffiti gelabelt.

Was motiviert Sie an Ihrer Arbeit besonders und wie gut gelingt es Ihnen, die Menschen im Kiez zum Engagement zu motivieren?

Der Kiez ist schön und wir freuen uns, diese Schönheit zu erhalten, indem wir die Anwohner dabei unterstützen, ihn aktiv mitzugestalten. Durch Aktionen, wie zum Beispiel die Sprühaktionen, kommt man mit vielen Leuten ins Gespräch und kann sie auf das Projekt aufmerksam machen. Teilweise kommen diese Leute dann auch zu unseren Aktionen und helfen mit.

Wie ist Ihr Projekt in weitere Stadtteilaktivitäten eingebunden?

Wir waren mit dem Projekt "Schöner Schiller" auf dem Sommerfest vertreten und versuchen bei so vielen Veranstaltungen wie möglich mit vor Ort zu sein. Es gibt Flyer, Plakate und den gelabelten Müll, der immer im Kiez präsent ist.

Was bewirkt Ihr Projekt im Quartier?

Wir hoffen, dass bei den Anwohnern nach und nach eine Bewusstseinsänderung zum Thema Müll einsetzt. Messbar ist das leider nicht.

Was steht als Nächstes in Ihrem Projekt an und was wünschen Sie sich für Ihr Projekt und Ihren Stadtteil?

Wir freuen uns auf zwei Termine, bei denen mit Anwohnern und Initiativen gleichzeitig Grünflächen bepflanzt werden sollen: ein Konzert und einen Drachenbau-Workshop. Für das Projekt wünschen wir uns viele Mitwirkende während der Projektlaufzeit und zahlreiche Nachahmer, die sich nach der Beendigung weiter für ihren Kiez einsetzen. Für den Stadtteil wünschen wir uns weniger Dreck und günstigere Mieten.

  • Die Funktion der Innenstadt, von Orts- und Stadtteilzentren als Ort des Austausches und der Netzwerkpflege muss im Interesse der gesamten gewerblichen Wirtschaft gestärkt werden. Insofern unterstütze ich gerne die Kampagne "Mehr Platz für Miteinander: Du bist die Stadt", um für mehr Identität und Verantwortung für das eigene Umfeld zu sorgen.
    Ass. Jur. Tine Fuchs
    Referatsleiterin für Stadtentwicklung, Planungsrecht, Bauleitplanung, nationale Verbraucherpolitik, Deutscher Industrie- und Handelskammertag e. V.