Perspektiven lokal aufbauen Arbeitsmarktintegration fördern, Ökonomie vor Ort stärken

©tippingpoints/Sebastian Backhaus

Wie mache ich mich fit für den Arbeitsmarkt? Und wie kann ich mich für einen Job qualifizieren? Idealerweise gleich vor Ort, in meinem Stadtteil. Viele Quartiersprojekte setzen hier an und helfen so dabei, benachteiligte Stadtteile zu verstetigen und zu stabilisieren und die Lebensqualität vor Ort zu verbessern. Das BMUB unterstützt diese Maßnahmen durch die Verzahnung der städtebaulichen Investitionen des Programms "Soziale Stadt" mit arbeitsmarktpolitischen Instrumenten. So kann nachhaltiges Miteinander vor Ort entstehen und Engagement aktiviert werden. 

Stadtteile mit Mehrwert

Im Rahmen des Bundesprogramms "Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier – BIWAQ" fördert das BMUB mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) Projekte, die Bewohnerinnen und Bewohnern benachteiligter Stadtteile neue Perspektiven eröffnen. Das Programm unterstützt dabei insbesondere Projekte zur Integration in den Arbeitsmarkt und zur Stärkung der lokalen Ökonomie. Das gilt etwa für die Akquise von Praktikums- und Arbeitsplatzangeboten, die Stärkung von Unternehmensnetzwerken oder für Qualifizierungsmaßnahmen, die beispielsweise zur Verbesserung des Wohnumfelds dienen – wie etwa die Anlage eines Nachbarschaftsgartens oder die Weiterentwicklung eines Nachbarschaftszentrums.

Benachteiligungen überwinden

Mit "JUGEND STÄRKEN im Quartier" bündeln erstmalig zwei Bundesministerien in einem gemeinsamen Programm Mittel des ESF: Das Bundesjugendministerium und das Bundesbauministerium machen damit jungen Menschen Angebote, soziale Benachteiligung und individuelle Beeinträchtigungen beim Übergang von der Schule in den Beruf zu überwinden. Der Schwerpunkt liegt in den Gebieten der "Sozialen Stadt" und vergleichbaren Brennpunkten. Die Angebote kommen insbesondere jungen Menschen im Alter von 12 bis 26 Jahren zugute, denen eine Perspektive für die Zukunft fehlt und die besonders schwer zu erreichen sind. Damit sind zum Beispiel schulverweigernde Jugendliche oder Abbrecherinnen und Abbrecher von Arbeitsmarktmaßnahmen sowie junge neu Zugewanderte mit besonderem Integrationsbedarf gemeint. "JUGEND STÄRKEN im Quartier" unterstützt sie bei der (Re-)Integration in Schule, Ausbildung, Arbeit und Gesellschaft. Ziel ist, die Teilnehmenden mit niedrigschwelligen Angeboten zu aktivieren, ihre Kompetenzen und ihre Persönlichkeit zu stärken.

Bildungsräume schaffen

Auch die Schulräume selbst können im Rahmen der "Sozialen Stadt" als Mittel dazu dienen, die Bildungssituation in Quartieren deutlich zu verbessern. Ein Erfolgsmodell sind dabei die sogenannten Stadtteilschulen, die neben ihrer klassischen Bildungsaufgabe noch weitere Funktionen für die Bewohnerinnen und Bewohner übernehmen. So können etwa Büchereien oder Cafeterien für andere Besuchergruppen geöffnet werden – und gleichzeitig auch Ausbildungsplätze anbieten. Die Aula oder sonstigen Räume der Schulen können als Veranstaltungs- und Kommunikationsorte für Verbände, Vereine oder Nachbarschaftstreffs genutzt werden. Und die Sporteinrichtungen können auch für Fitnessaktivitäten der Anwohnerinnen und Anwohner dienen oder die Basis für Jugend- und Freizeittreffs bieten.