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Nr. 283/07 | Berlin, 25.10.2007

Wie kann das Internet energieeffizient genutzt werden?

Bundesumweltministerium hat zum Workshop am 25. Oktober 2007 eingeladen

Das Internet ist noch ein unbekannter, aber enorm wachsender Stromverbraucher, ein regelrechter "Stromfresser". Die Netzinfrastrukturen gehören zu den am schnellsten wachsenden Stromverbrauchern. Zwischen 2000 und 2005 hat sich in den USA der Stromverbrauch von Servern verdoppelt. Weltweit hat der durch die Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) bedingte CO2-Ausstoß das Emissionsniveau des Flugverkehrs erreicht. Eine virtuelle Identität in der Online-Welt Second Life verbraucht jährlich so viel Strom wie durchschnittlich ein Brasilianer im Jahr. In Deutschland liegt der auf die IKT entfallende Strombedarf bei 8 % am gesamten Stromverbrauch der Endenergiesektoren. Allein der Stromverbrauch des Internets beläuft sich auf über zwei Prozent. Die fortschreitende Durchdringung des Internets im Alltag, besonders der Trend, ständig „online“ zu sein, lassen infolge des wachsenden Bestands "smarter" Geräte und Produkte und der Ausweitung hybrider Netzstrukturen (UMTS, W-LAN, Bluetooth usw.) einen weiteren steigenden Stromverbrauch in allen Betriebszuständen erwarten.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel: "Angesichts dieser dynamischen Entwicklung ergeben sich mit Blick auf Klimaschutz und Ressourceneffizienz neue Herausforderungen für Unternehmen, Politik und Konsumenten. Wir werden gemeinsam mit der Branche überlegen, wie wir diesen Trend stoppen und eine effizientere und klimafreundlichere Nutzung des Internets erreichen können."

Um Fragen rund um dieses Thema zu diskutieren und Lösungsansätze zu entwickeln, hat das Bundesumweltministerium zusammen mit dem Umweltbundesamt und dem Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) zu einem Workshop eingeladen. Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft befassen sich mit Fragen der Effizienzsteigerung der Netzinfrastrukturen (energieeffiziente Rechenzentren, UMTS-Basisstationen etc.), Klimaschutz sowie Ressourceneffizienz bei der Nutzung von Internet und Telekommunikation. Auch der Ausgleich von CO2-Emissionen spielt eine Rolle. Nicht nur traditionelle Unternehmen, sondern auch relativ junge Firmen der Internetwirtschaft positionieren sich durch "grüne" Produkte und Dienstleistungen in einem sensibilisierten Umfeld. So nutzen immer mehr Firmen der ITK-Branche klimabewusstes Wirtschaften als Kommunikationsinstrument, bringen dabei auch klimaneutrale Produkte auf den Markt und gehen neue strategische Allianzen für klimaneutrale Geschäftsmodelle ein. So wird darüber diskutiert, CO2-Emissionen, die bei der Herstellung von Computern oder im Geschäftsbetrieb eines Unternehmens anfallen, auszugleichen.

Ansätze zur Stärkung dieser positiven Trends sollen während des Workshops, der im Rahmen des vom Bundesumweltministerium initiierten Dialoges zur Förderung nachhaltiger Konsum- und Produktionsmuster stattfindet, mit Blick auf eine zeitnahe Umsetzung diskutiert werden. Ziel ist es, den wachsenden Stromverbrauch Internet basierter Aktivitäten dauerhaft zu begrenzen.