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24.11.2016

20 Jahre Kooperation für saubere Gewässer im Einzugsgebiet der Oder

Heute Festakt in Wrocław – Polen übernimmt IKSO-Präsidentschaft

Heute Festakt in Wrocław – Polen übernimmt IKSO-Präsidentschaft

Deutschland, Polen und Tschechien kooperieren seit 20 Jahren, um die Gewässer im Einzugsgebiet der Oder in einem guten Zustand zu halten. Dazu wurden unter anderem zahlreiche Kläranlagen und Fischpässe gebaut. Das wichtigste Forum der Zusammenarbeit bildet die Internationale Kommission zum Schutz der Oder gegen Verunreinigung (IKSO). Sie wurde 1996 gegründet. Heute ziehen die drei Staaten im Rahmen eines Festaktes in polnischem Wrocław Bilanz. Gleichzeitig geht nach der dreijährigen deutschen Präsidentschaft der IKSO der Staffelstab an Polen weiter.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: "Gewässer kennen keine Grenzen. Die Arbeit der IKSO ist ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Oder und der Gewässer in ihrem Einzugsgebiet. Die bestehende gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Deutschland, Polen und Tschechien ist für diesen Erfolg eine wesentliche Voraussetzung."

Schon kurz nach dem Fall des Eisernen Vorhangs kamen die drei Staaten im Jahr 1990 zusammen, um sich in Fragen des Gewässerschutzes im internationalen Einzugsgebiet der Oder abzustimmen. Nach mehreren Jahren der praktischen Zusammenarbeit wurde am 11. April 1996 der Vertrag zur Gründung der IKSO unterzeichnet. Die Staaten vereinbarten, zum Schutz und zur Nutzung der Oder zusammen zu arbeiten. So wurden insbesondere durch den Neu- und Ausbau von Kläranlagen die Nähr- und Schadstoffeinträge deutlich verringert. Die Hochwasserkatastrophe im Jahre 1997 führte dazu, dass auch der Hochwasserschutz ein gemeinsames Thema wurde. Mittlerweile dient die IKSO auch als Plattform für die internationale Koordinierung der Umsetzung flussgebietsbezogener EU-Richtlinien, zum Beispiel der Wasserrahmenrichtlinie, mit dem Ziel eines guten Zustandes der Gewässer im Oder-Einzugsgebiet. Ein gemeinsames Anliegen: die Oder und ihre Nebenflüsse sollen wieder durchgängig für Wanderfische werden. So wurden und werden in allen drei Staaten Fischpässe gebaut, um wandernde Fischarten, wie den Lachs, wieder in ihre früheren Lebensräume gelangen zu lassen. Diese entstanden zum Beispiel in Flussabschnitten der Ucker, der Glatzer und der Neiße auf polnischer Seite oder in Tschechien am Bily Potok.

Zur Vermeidung grenzüberschreitender Auswirkungen bei Unfällen hat die IKSO einen gemeinsamen Warn- und Alarmplan für die Oder vereinbart, der regelmäßig auf seine Funktionsfähigkeit getestet wird. Im nächsten Jahr wird eine grenzüberschreitende Übung stattfinden, um die Zusammenarbeit im Katastrophenfall zu trainieren.

24.11.2016 | Pressemitteilung Nr. 294/16 | Binnengewässer