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09.06.2017

Erste Weltozeankonferenz der Vereinten Nationen endet mit Handlungsaufruf

08.06.2017 | Dr. Barbara Hendricks

Pressestatement von Dr. Barbara Hendricks anlässlich der ersten Meereskonferenz

Mit einem politischen Handlungsaufruf, gemeinsam die Meere zu retten, endete am 9. Juni die erste Ozeanschutz-Konferenz der Vereinten Nationen. An der Konferenz nahmen über 8000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus über 190 Staaten teil.

Länder, Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen sichern weltweit über tausend neue Meeresschutzinitiativen zu

Mit einem politischen Handlungsaufruf, gemeinsam die Meere zu retten, endete am Freitag die erste Ozeanschutz-Konferenz der Vereinten Nationen. An der Konferenz hatten über 8000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus über 190 Staaten, zwischenstaatlichen Organisationen und Vertretern der Zivilgesellschaften mitgewirkt. Schweden und Fiji hatten gemeinsam zu der einwöchigen Konferenz nach New York eingeladen. Die Konferenz war auch der Startschuss für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie (Agenda 2030) der Vereinten Nationen im Meeresbereich. Die Konferenz soll als "Game changer" einen grundsätzlichen Richtungswandel für den Umgang der Menschheit mit den Weltmeeren initiieren.

Bundesumweltministerin Hendricks: "Wasser – in allen seinen Formen – ist Leben. Wir sind existenziell auf gesunde Meere angewiesen. Wir brauchen sie als nachhaltige Nahrungsquelle für eine wachsende Weltbevölkerung. Wir brauchen sie vor allem in den Ländern des Südens, um Wohlstand und sozialen Ausgleich zu steigern. Wir brauchen die Meere im Kampf gegen den Klimawandel. Nur gemeinsam kann es uns gelingen, den unermesslichen Schatz an Tieren und Pflanzen zu schützen, den unsere Ozeane, Seen und Küsten beherbergen."

Mit der Konferenz wollen die Vereinten Nationen einen globalen Prozess für den Schutz der Weltmeere anstoßen und die UN-Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 weiter umsetzen. Darin haben sich alle UN-Mitgliedsstaaten verpflichtet, die Ozeane in einen guten und gesunden Zustand zu bekommen, die enorme Verschmutzung, zum Beispiel durch Meeresmüll und Emissionen von Schiffen, drastisch zu mindern und die marinen Ökosysteme und Arten besser zu schützen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Weltozeankonferenz verabschiedeten heute einen Handlungsaufruf an alle Staaten und sonstigen Interessenvertreter. Erklärtes Ziel ist es, die Verschmutzung der Meere durch Meeresmüll einzudämmen sowie die Artenvielfalt und einzigartige Lebensräume der Ozeane, Seen und Küsten zu erhalten. Dazu gehört die Fischerei nachhaltig auszurichten und sicherzustellen, dass auch Küstenbewohner in Inselstaaten ein ausreichendes Einkommen haben. So sollen zum Beispiel auch mehr Meeresschutzgebiete eingerichtet und diese effektiv gemanagt werden.
Daneben wurden eine Vielzahl unterschiedlicher Partnerschaften und über 1000 freiwillige Selbstverpflichtungen als Beiträge zum Ozeanschutz verabschiedet. Kenia bot zudem an, die nächste Ozeanschutzkonferenz auszurichten.

Hendricks: "Wir hätten uns sicher einen weitgehenderen Handlungsaufruf gewünscht. Angesichts des besorgniserregenden Zustands unserer Weltmeere darf es nicht bei Absichtserklärungen und beim Bekräftigen bereits bestehender Vereinbarungen bleiben. Wir brauchen Taten. Dennoch unterstützen wir das Ergebnis. Es ist völlig klar, dass nicht alle Länder die gleiche Geschwindigkeit gehen können. An manchen Stellen werden große Schritte möglich sein, an anderen müssen wir mit kleineren vorangehen."

Deutschland setzt sich für einen konkreten Folgeprozess der Ozeankonferenz ein und hat elf freiwillige Selbstverpflichtungen angekündigt. Dazu zählen mehrere Projekte der Internationalen Klimaschutzinitiative zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung mariner Biodiversität, der Blue Action Fonds zur Förderung von Schutzgebieten und zur Bekämpfung der Meeresverschmutzung sowie ein Projekt, um Schiffsemissionen zu verringern. Darüber hinaus setzt sich die Bundesregierung dafür ein, auch in internationalen Seegewässern Schutzprojekte einrichten zu können und die regionale Kooperation zwischen Meeresregionen zu verbessern

09.06.2017 | Pressemitteilung Nr. 199/17 | Meeresumweltschutz