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27.10.2016

Klimaanlagen ohne fluorierte Treibhausgase

Bundesumweltministerium fördert innovative Klimaanlagen bei der Deutschen Bahn

Bundesumweltministerium fördert innovative Klimaanlagen bei der Deutschen Bahn

Die Deutsche Bahn erprobt Klimaanlagen, die ausschließlich mit Luft und ohne fluorierte Kältemittel arbeiten. Umweltstaatsekretär Jochen Flasbarth informierte sich im ICE-Werk in München gemeinsam mit Bahnvorstand Ronald Pofalla über den Stand der Entwicklung. Die Luftklimaanlagen der Firma Liebherr Transportation testet die DB derzeit bei täglichem Linienverkehr im ICE 3 "Freiburg im Breisgau". Das BMUB fördert das Forschungsprojekt zu luftgestützten Klimaanlagen seit 2015.

Staatssekretär Jochen Flasbarth: "Die Klimaschutzziele der Bundesregierung werden sich nur erreichen lassen, wenn auch der Verkehr bis spätestens 2050 weitgehend treibhausgasneutral wird. Hierzu gehört auch der Verzicht auf treibhauswirksame Kältemittel in den Bahnklimaanlagen. Deshalb fördert das Bundesumweltministerium ein Vorhaben zur Weiterentwicklung der Luftklimaanlagen-Technologie. Ich freue mich, dass sich die Deutsche Bahn freiwillig zu "natürlichen" Kältemitteln bekennt und die Firma Liebherr Transportation ihr innovatives Know-how einbringt. Vor dem Hintergrund der Beschlüsse von Kigali vor zwei Woche zum weltweiten Ausstieg aus den fluorierten Treibhausgasen erwarte ich sehr gute Exportchancen für die klimaverträgliche Technologie für Klimaanlagen."

Ronald Pofalla, Vorstand Wirtschaft, Recht und Regulierung der Deutschen Bahn: "Wir stehen für nachhaltigen Klimaschutz. Deshalb wollen wir den Ausstoß von Treibhausgasen kontinuierlich senken. Dazu gehört auch der Einsatz umweltfreundlicher Klimaanlagen in unseren Zügen. Um dies zu erreichen, arbeiten wir aktiv mit Partnern aus der Industrie zusammen."

Die Deutsche Bahn hat die Absicht ab dem Jahr 2020 in neuen Zügen natürliche Kältemittel einzusetzen. Die heute mehrheitlich in Zugklimaanlagen verwendeten fluorierten Kältemittel haben ein hohes Treibhauspotenzial. Aufgrund EU-weiter Vorschriften wird sich deren Menge bis 2030 um fast 80 Prozent reduzieren müssen. Die Luftklimaanlagen sind möglicherweise eine Alternative. Sie benötigen kein spezielles Kältemittel mehr und sind wartungsfreundlich. Nun wird untersucht, inwieweit die optimierte Technik weitere ökonomische und ökologische Vorteile erschließen kann.

Im Forschungsprojekt werden Daten der Luftklimaanlage und relevante Umgebungsdaten wie Temperatur und Sonneneinstrahlung erfasst und ausgewertet. Auf dieser Basis kann eine Aussage über die Effizienz und die Lebenszykluskosten getroffen werden. Mit Hilfe der Daten sind auch Vergleiche mit anderen Anlagentypen möglich.

Neben den im Fokus stehenden Treibhausgasen CO2, Methan und Lachgas wirken sich auch fluorierte Treibhausgase (F-Gase) und hier insbesondere die HFKW (Halogenierte und Fluorierte Kohlenwasserstoffe) auf den Klimawandel deutlich aus. HFKW werden in großer Menge zum Beispiel für Kälte-und Klimaanlagen, Wärmepumpen, Schaltanlagen und Kunststoffschäume verwendet und gelangen bei ihrer Anwendung in die Atmosphäre. Auch bei einer Reihe von Industrieprozessen werden die F-Gase freigesetzt.

Montrealer Abkommen

Am 15. Oktober 2016 haben die Vertragsparteien des Montrealer Protokolls in der ruandischen Hauptstadt Kigali zeitlich gestufte Verpflichtungen für Industrie- und die Entwicklungsländer zur Reduktion von Produktion und Verbrauch von 17 teilfluorierten Kohlenwasserstoffen (HFKW) vereinbart. Mit den Kigali-Beschlüssen erhalten Entwicklungen, wie das Luftklimaanlagen-Projekt, neuen Rückenwind, da die Nachfrage nach Kälte- und Klimatechnik ohne fluorierte Treibhausgase weltweit steigen wird.

Wie bewegen wir uns in Zukunft fort?

Diese Frage betrifft nicht nur uns alle persönlich, sondern auch unsere gemeinsame Umwelt, unsere Städte und unsere Gesundheit. Mit der Kampagne "Zeit für #Mobilwandel" zeigt das Bundesumweltministerium (BMUB), wohin die Reise gehen kann – in Richtung einer klimafreundlicheren, gesünderen und entspannten Mobilität der Zukunft.

Bundesweit fördert das Bundesumweltministerium über 100 Verkehrsprojekte für nachhaltige Mobilität – sei es die verstärkte Nutzung von Lastenrädern, die Förderung von Elektroantrieben für Stadtbusse und LKW oder von Landstromanlagen für Kreuzfahrtschiffen. In seiner Kampagne "Zeit für #Mobilwandel" informiert das BMUB, welchen positiven Einfluss nachhaltige Mobilität auf unsere Städte, unsere Gesundheit und unsere gemeinsame Umwelt hat und welche Chancen neue Mobilitätskonzepte eröffnen.

27.10.2016 | Pressemitteilung Nr. 256/16 | Klimaschutz
Gemeinsame Pressemitteilung mit der Deutschen Bahn AG