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Klimaschutz • Internationale Zusammenarbeit

Häufig gestellte Fragen

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Wer oder was ist die "COP 23"?

Genau genommen handelt es sich bei dem Klimagipfel um drei Konferenzen unter einem Dach, aber mit unterschiedlicher Zusammensetzung. Zum einen kommen Vertreterinnen und Vertreter aller Staaten zusammen, welche die UN-Rahmenkonvention zum Klimawandel (UNFCCC) unterzeichnet und ratifiziert haben. Diese internationale Vertragsstaatenkonferenz (englisch: Conference of the Parties, COP), versammelt sich in Bonn zum 23. Mal und trägt daher die Abkürzung "COP 23".

Seit 2005 ist die COP um das Treffen der Unterzeichner und Ratifizierer des Kyoto-Protokolls (Conference of the Parties serving as the meeting of the Parties to the Kyoto Protocol, CMP) erweitert und wird seit 2016 um das Treffen der Unterzeichner des Paris-Abkommens (Conference of the Parties serving as the Meeting of the Parties to the Paris Agreement, CMA) ergänzt. Vollständig trägt der Klimagipfel also die Bezeichnung COP 23/CMP 13/CMA 1.2.

Die jährlich stattfindende Vertragsstaatenkonferenz ist das höchste Gremium der UNFCCC. In diesem internationalen Übereinkommen haben sich alle Industrieländer zur Reduktion ihres Ausstoßes an Treibhausgasen verpflichtet.

Wo und wann findet die COP 23 statt?

Die Weltklimakonferenz 2017 findet vom 6. bis 17. November 2017 in Bonn statt. Die Präsidentschaft hat die Republik Fidschi inne, Deutschland fungiert als technischer Gastgeber. Bereits in der Woche davor werden jedoch zahlreiche Delegierte zu Vortreffen anreisen.

Welche Ziele verfolgt die COP 23?

Die Delegierten der Regierungen werden um die Details zur Anwendung des Pariser Abkommens von 2015 verhandeln. Herauskommen soll dabei ein so genanntes "Regelbuch", das beim nächsten Klimagipfel Ende 2018 in Polen verabschiedet werden soll.

Parallel zu den offiziellen Verhandlungen findet wie in den letzten Jahren eine große und bunte Zusammenkunft von Klimaschützern aus aller Welt und aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen statt – Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Religionsgemeinschaften und Umweltverbände.

Sie alle kommen nach Bonn, um den offiziellen Klimagipfel kritisch zu begleiten und mit ihren Forderungen zu konfrontieren – mit eigenen Veranstaltungen, politischen Diskussionsforen, Ausstellungen, Performances und kulturellen Darbietungen. Bereits jetzt ist das Teilnahmeinteresse groß.

Wie ist es zur Entscheidung gekommen, dass der Klimagipfel in Bonn stattfindet?

Die Präsidentschaft der Klimakonferenzen wird innerhalb der Vereinten Nationen nach einem Rotationsmodus entschieden. Turnusmäßig fällt die Präsidentschaft für die Konferenz 2017 an ein Land aus der asiatischen Gruppe. In den letzten Jahren war immer dasjenige Land der Ausrichter, das auch die Präsidentschaft der Konferenz innehatte.

Die Republik Fidschi – eine kleine Inselgruppe im Süd-Pazifik – hat sich bereit erklärt, die Präsidentschaft zu übernehmen, wird jedoch die Konferenz nicht als Gastgeber auf Fidschi ausrichten. In der Geschäftsordnung der Klimarahmenkonvention UNFCCC ist für einen solchen Fall vorgesehen, dass die Klimakonferenz am Sitz des Sekretariats der Konvention stattzufinden hat – also in Bonn. Dies wurde beim letzten Weltklimagipfel in Marrakesch im November 2016 so bestätigt.

Warum findet die COP 23 in Bonn und nicht in der Hauptstadt Berlin statt?

Die Geschäftsordnung der Klimarahmenkonvention UNFCCC sieht grundsätzlich vor, dass die Klimagipfel in Bonn, dem Sitz des Klimasekretariats der Vereinten Nationen, stattfinden. Es sei denn, es melden sich andere Länder, die die Ausrichtung anbieten. In den vergangenen Jahren waren das zum Beispiel Marokko, Frankreich oder Peru.

Kostet so eine COP nicht viel zu viel Geld?

Es ist richtig, dass die UN-Klimakonferenzen Geld kosten. Sieht man aber die Kosten im Zusammenhang mit den Erfolgen im Klimaschutz, die bisher erreicht wurden, sind sie absolut gerechtfertigt. Die tatsächlichen Kosten der COP 23 stehen noch nicht fest und lassen sich erst nach dem Weltklimagipfel beziffern.

Wäre eine Videokonferenz nicht ausreichend, um über Klimaschutz zu beraten?

Natürlich ist mit der Durchführung einer Weltklimakonferenz ein enormer logistischer und finanzieller Aufwand, auch mit nachteiligen ökologischen Folgen, etwa durch eine hohe Zahl an Flugreisen, verbunden. Dennoch gibt es dazu keinen adäquaten Ersatz, etwa durch Videokonferenzen. In Videokonferenzen kann man Fakten austauschen, aber kein unmittelbares, ungezwungenes Miteinander erzeugen, in dem Ideen und Vertrauen entstehen und Argumente Wirkung entfalten können.

Es gibt keinen anderen UN-Prozess, an dem die Weltöffentlichkeit in ähnlicher Weise Anteil nimmt und der von einer so großen Zahl von Menschen aktiv und kritisch begleitet wird. Gerade daraus schöpft dieser Prozess einen großen Teil seiner Stärke. Zu der umweltverträglichen und nachhaltigen Ausrichtung der Konferenz siehe unten.

Um welche Themen geht es bei der COP 23?

Als von den Folgen des Klimawandels besonders betroffener (in der Fachsprache "vulnerabler") Inselstaat sind für Fidschi vor allem die Themen Anpassung an den Klimawandel (Adaptation) und das Schaffen von Widerstandsfähigkeit gegen den Klimawandel (Resilienz) von Bedeutung. Fidschi hat es sich außerdem zum Ziel gesetzt, auch die nicht-staatlichen Akteure intensiv zu beteiligen und einzubinden.

Was kann die COP 23 bewirken?

Die Entscheidungen, die auf dem Weltklimagipfel vor den Augen der Weltöffentlichkeit getroffen werden, entfalten große politische Wirkung. Dies hat beispielsweise die COP 21 in Paris eindrücklich gezeigt. Erstmals konnten sich die Vertragsstaaten auf ein Klimaschutzabkommen einigen, das alle Länder in die Pflicht nimmt. Mit dem Abkommen bekennt sich die Weltgemeinschaft völkerrechtlich verbindlich zu dem Ziel, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. Das Abkommen von Paris legt auch fest, dass die Welt in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts treibhausgasneutral werden muss.

Wie und warum sind diese Weltklimagipfel entstanden?

Auf dem ersten Umweltgipfel der Vereinten Nationen im Jahr 1992 in Rio de Janeiro sollten globale Probleme wie Hunger, Armut, Krieg und die wachsende soziale Kluft zwischen Industrie- und Entwicklungsländern besprochen werden. Damals wurde zum ersten Mal das Problem der übermäßigen Treibhausgas- und insbesondere CO2-Emissionen und des damit zusammenhängenden Klimawandels von den 17.000 Teilnehmern – darunter 130 Staatsoberhäupter – anerkannt. Somit war der durch den Menschen verursachte Klimawandel erstmals offiziell als Problem benannt.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verabschiedeten die Klima-Rahmenkonvention (englisch: "United Nations Framework Convention on Climate Change" (UNFCCC)). Ziel dieses Abkommens ist es, eine menschengemachte Störung des Klimasystems der Erde zu verhindern, die globale Erwärmung zu verlangsamen und ihre Folgen zu mildern.

Was ist so schlimm am Klimawandel?

Steigen die Treibhausgas-Emissionen weiter wie bisher, so ist in den kommenden 100 Jahren ein globaler Temperaturanstieg um bis zu fünf Grad Celsius zu erwarten. Das entspricht dem Temperaturunterschied zwischen der letzten Eiszeit und heute. Schon bei der Hälfte davon sagen Wetterforscher eine starke Häufung von Naturkatastrophen wie Dürren, Starkregen, starken Stürmen oder Hochwasser voraus. Korallenriffe weltweit würden absterben, Gletscher und große Eisfelder an den Polen tauen. Der steigende Meeresspiegel könnte Küstenregionen und einige pazifische Inselstaaten wie Tonga, Samoa und Kiribati unbewohnbar machen. Millionen Menschen müssten womöglich ihre Heimat verlassen. Zudem könnte es neue Kriege geben, etwa um fruchtbare Böden und knappes Trinkwasser.

Ist die COP 23 in Bonn der erste Weltklimagipfel in Deutschland?

Nein. In Bonn gibt es bereits viel Erfahrung mit UN-Klimakonferenzen: COP 6-2 (2001) und COP 5 (1999) wurden in Bonn ausgetragen. Außerdem hat die erste Weltklimakonferenz COP 1 im Jahr 1995 in der deutschen Hauptstadt Berlin stattgefunden.

Welche Gipfel gab es insgesamt bereits?

1992 Umweltgipfel Rio di Janeiro, Brasilien
1995 COP 1 Berlin, Deutschland
1996 COP 2 Genf, Schweiz
1997 COP 3 Kyoto, Japan
1998 COP 4 Buenos Aires, Argentinien
1999 COP 5 Bonn, Deutschland
2000 COP 6 Den Haag, Niederlande
2001 COP 6-2 (Fortführung) Bonn, Deutschland
2001 COP 7 Marrakesch, Marokko
2002 COP 8 Neu Delhi, Indien
2003 COP 9 Mailand, Italien
2004 COP 10 Buenos Aires, Argentinien
2005 COP 11 Montreal, Kanada
2006 COP 12 Nairobi, Kenia
2007 COP 13 Bali, Indonesien
2008 COP 14 Posen, Polen
2009 COP 15 Kopenhagen, Dänemark
2010 COP 16 Cancún, Mexiko
2011 COP 17 Durban, Südafrika
2012 COP 18 Doha, Katar
2013 COP 19 Warschau, Polen
2014 COP 20 Lima, Peru
2015 COP 21 Paris, Frankreich
2016 COP 22 Marrakesch, Marokko
2017 COP 23 Bonn, Deutschland

Wer übernimmt nach Fidschi die Präsidentschaft, und wo findet die COP 24 statt?

Die COP 24 findet in Kattowitz, Polen statt.

Wer bereitet die COP 23 vor?

Organisation und Tagesordnung des Gipfels liegen in den Händen des UNFCCC-Sekretariats und der jeweiligen Präsidentschaft. In diesem Jahr arbeiten UNFCCC als Ausrichter, die Republik Fidschi als Präsidentschaft sowie Deutschland als technischer Gastgeber eng zusammen, um die Konferenz zu einem Erfolg zu machen. Das Land Nordrhein-Westfalen und die Stadt Bonn tragen mit eigenen Initiativen und Beiträgen ebenfalls zum Erfolg der Konferenz bei.

Das BMUB ist innerhalb der Bundesregierung für die Klimaverhandlungen und die Konferenz zuständig und bereitet darüber hinaus gemeinsam mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) den Auftritt Deutschlands auf der COP vor.

Deutschland und Bonn werden die Chance nutzen und den deutschen UN-Standort gut präsentieren. Bonn beherbergt rund 20 Einrichtungen der Vereinten Nationen mit ihren fast 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – das Klimasekretariat UNFCCC ist die größte davon. Außerdem versammeln sich in Bonn regulär jedes Jahr im Sommer die Klimadiplomaten für die Vorbereitungskonferenzen zum Gipfel. In diesem Jahr fanden die so genannten Nebenorgantagungen vom 8. bis zum 18. Mai statt.

Wo in Bonn findet die COP statt und welche Aktivitäten sind geplant?

Aufgrund des großen Platzbedarfs, den die größte UN-Konferenz benötigt, wurden geeignete Flächen in unmittelbarer Nähe zum UN-Campus gesucht. Für die COP 23 wurde ein neues und innovatives Konferenzkonzept entwickelt, welches als Beispiel für zukünftige Klimakonferenzen dienen soll. Durch das Konzept "eine Konferenz – zwei Zonen" wird die COP 23 die Bedeutung von Klimaaktivitäten von unterschiedlichsten nicht-staatlichen Akteuren hervorheben und die Verhandlungen ergänzen.

In der von der Fidschi-Präsidentschaft so getauften "Bula Zone" ("Bula" heißt in der Landessprache so viel wie "Willkommen!"), die sich auf rund 20.000 Quadratmetern auf das World Conference Center Bonn (WorldCCBonn), den bestehenden UN-Campus und temporäre Bauten hinter den Gebäuden der Deutschen Welle verteilt, werden die offiziellen Klima-Verhandlungen stattfinden.

In der "Bonn Zone" auf der Großen und Kleinen Blumenwiese in der Rheinaue finden auf einer Fläche von rund 35.000 Quadratmetern in temporären Bauten Events und Ausstellungen zu konkreten Umsetzungsprojekten und Lösungsansätzen zum Klimaschutz statt. Dort finden auch alle Veranstaltungen der Global Climate Action Agenda statt. Regierungen, Vertreter von Kommunen und Ländern und nicht-staatliche Akteure wie Nichtregierungsorganisationen, Vertreter der Wirtschaft, der Industrie und der Wissenschaften sowie andere Teile der Zivilgesellschaft werden dort die Möglichkeit haben, ihre Klimaschutzinitiativen und -projekte vorzustellen. Ziel ist es, einer Vielzahl von Akteuren Raum zu geben, damit sichtbar wird, dass vielversprechende Aktivitäten zur Treibhausgas-Minderung, zur Anpassung an den Klimawandel und für die Transformation hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft bereits umgesetzt werden.

Neben dem Geschehen auf dem Konferenzgelände wird es in ganz Bonn Veranstaltungen zum Thema Klimaschutz geben. Diese liegen nicht in der Verantwortung des UNFCCC oder der Bundesregierung, bieten jedoch eine Möglichkeit, den zahlreichen Akteuren Sichtbarkeit zu geben.

Wer ist auf der Weltklimakonferenz vertreten?

Die Verhandlungen werden von Vertretern der 197 UNFCCC-Vertragsparteien (196 Staaten plus die EU) geführt. Den Verhandlungen beiwohnen dürfen außerdem sogenannte "observer". Dabei handelt es sich um Organisationen, die beim UNFCCC zugelassen sind und verschiedene Interessensgruppen vertreten. Außerdem sind zu Pressekonferenzen und ausgewählten Ereignissen auch die Medien geladen.

Parallel zu den Verhandlungen treffen sich in der "Bonn Zone" Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und der Zivilgesellschaft, die nicht offiziell beim Klimasekretariat akkreditiert sind.

Wie viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden auf der COP 23 erwartet?

Es werden von Jahr zu Jahr mehr. 2005 waren knapp 10.000 bei der elften Klimakonferenz in Montreal, 2009 kamen 27.000 nach Kopenhagen. In diesem Jahr gibt es aufgrund des Geländes Platzbeschränkungen. Erwartet werden rund 20.000 bis 25.000 Menschen.

Welche Auswirkungen haben die Auf- und Abbauarbeiten für die COP 23 in Bonn?

Anfang August haben die Vorbereitungsarbeiten auf der Blumenwiese begonnen, die aber keine längerfristigen Sperrungen notwendig machen. Seit 14. August laufen die Aufbauarbeiten sowohl hinter dem Gebäude der Deutschen Welle als auch auf der Großen und Kleinen Blumenwiese in der Rheinaue. Seit Beginn der Aufbauphase bis zum endgültigen Abbau Ende Dezember werden die Flächen eingezäunt und nicht frei zugänglich sein. Von den Bauarbeiten ist jedoch nur ein kleiner Teil der Rheinaue betroffen. Alle weiteren Flächen sowie die Wege rund um die Wiese sind für alle Bürger und Bürgerinnen weiterhin frei zugänglich. Es wird darauf hingewiesen, dass es während des Konferenzzeitraums stichprobenartig zu Personenkontrollen durch die Polizei kommen kann. Aus diesem Grund ist das Mitführen eines amtlichen Ausweisdokuments ratsam. Im gleichen Zeitraum werden der Parkplatz in der Charles-de-Gaulle-Straße am Rheinufer vollständig sowie der große Rheinaue-Parkplatz in der Ludwig-Erhard-Allee überwiegend für die Veranstaltung gesperrt. Der Minigolfplatz bleibt für die Besucherinnen und Besucher geöffnet, seine Parkplätze stehen ihnen in begrenztem Umfang weiter zur Verfügung. Frei zugänglich sind und bleiben die Tiefgaragen der Deutschen Welle und der Deutschen Post DHL Group für deren Angestellte. Die Zufahrt zur Charles-de-Gaulle-Straße wird hinter der Tiefgarage kontrolliert, um sicherzustellen, dass nur noch Anlieger und Baufahrzeuge durchfahren können.

Nach Beendigung der COP 23 wird der Bauplatz mithilfe von Rollrasen wieder zur Wiese – wie es sich gehört. Die Renaturierung ist erst nach dem Abbau der Zeltstadt im Dezember und abhängig von der Witterung möglich.

Vom 2. Oktober 2017 bis zum Beginn der Veranstaltung kann es auf dem Gelände der COP 23 zu Nachtarbeiten kommen. Auch die gesetzlichen Feiertage und Sonntage sind davon betroffen. Durch die Arbeiten kann es unter Umständen zu Lärmbelästigungen kommen. Wir sind bemüht, diese auf ein Minimum zu reduzieren.

Welche Möglichkeiten habe ich als Bürgerin und Bürger, an der COP 23 teilzunehmen?

Ein Zugang zum Verhandlungsteil der Konferenz in der sogenannten "Bula Zone" im World Conference Center Bonn (WorldCCBonn) ist für Bürgerinnen und Bürger leider nicht möglich. Dies wird bei allen Weltklimakonferenzen gleich gehandhabt. Ausnahmsweise können Bürgerinnen und Bürger in sehr begrenztem Umfang Zugang zu dem Veranstaltungsteil der Konferenz in der sogenannten "Bonn Zone" in der Rheinaue erhalten. Die Bewerbung erfolgt schriftlich über die Stadt Bonn. Die hier aufgeführten Unterlagen müssen vollständig ausgefüllt und unterschrieben bis zum 25. September 2017 bei der Stadt Bonn eingegangen sein.

Außerdem wird es im Stadtgebiet Bonn Veranstaltungen geben, die weniger Beschränkungen unterliegen. Hierzu wählen Sie bitte bei der Terminsuche im Veranstaltungskalender der Stadt Bonn die Kategorie "Weltklimakonferenz/COP 23" aus.

Kann ich als Bürgerin und Bürger einen Beitrag zur COP 23 leisten und mithelfen?

Eine Großveranstaltung wie die UN-Klimakonferenz benötigt viele helfende Hände. Aus diesem Grund wurde das in Bonn angesiedelte Freiwilligenprogramm der UNO (Organisation United Nations Volunteers (UNV)) eingebunden. Gesucht werden ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die in vielen Bereichen rund um die Konferenz, aber auch innerhalb der Konferenzzonen, organisatorisch unterstützen können. Den Aufruf (auf Englisch) finden Sie hier: https://www.unv.org/cop23
Eine Registrierung als UN-Volunteer ist seit Montag, 18. September 2017 unter www.cop23volunteers.com möglich. 
Damit auch Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Nichtregierungsorganisationen (NGO) mit nur begrenztem Budget eine adäquate Unterkunft finden können, sind Menschen in der Region Bonn aufgerufen, Gäste bei sich zu Hause aufzunehmen. Wenn Sie ein unentgeltliches Privatquartier bereitstellen und so das weltoffene Image von Stadt und Region Bonn unterstreichen möchten, finden Sie unter folgendem Link das Formular für Gastgeber: Wenn Sie ein unentgeltliches Privatquartier bereitstellen und so das weltoffene Image von Stadt und Region Bonn unterstreichen möchten, finden Sie unter folgendem Link das Formular für Gastgeber: www.bonn-region.de/reiseinfos-service/private-host-cop23.html. Das Abschicken des Formulars bedeutet noch keine verbindliche Aufnahme als Gastgeber.

Kann ich als Beobachterorganisation (Observer Organization: NGO, IGO) bei der COP 23 teilnehmen, und wie melde ich mich an?

Eine Teilnahme von Einzelpersonen ist grundsätzlich nicht möglich. Organisationen, die keinen Beobachterstatus beim UN Klimasekretariat haben, können sich nur über Organisationen mit einem solchen Status anmelden. Eine Liste dieser Organisationen ist auf der UNFCCC-Website zu finden. Organisationen, die sich für einen Beobachterstatus bei UNFCCC bewerben wollen, konnten dies noch bis 31. August für die COP 24 in Polen 2018 tun.

Wie kann ich einen offiziellen Side Event (Vortrag) halten?

Anmeldungen für Side Events erfolgen über das Side Events and Exhibits Online Registration System (SEORS) des UNFCCC. Die Anmeldefrist für Organisationen mit Beobachterstatus ist am 21. Juli 2017 abgelaufen. Die Frist für Organisationen ohne Beobachterstatus ("entities without observer status") ist am 4. September 2017 abgelaufen. Nähere Infos erhalten Sie unter folgendem Link: https://seors.unfccc.int/seors

Die Anmeldung eines Side Events garantiert nicht automatisch die Registrierung für die Konferenz. Die Registrierung über eine Organisation mit Beobachterstatus muss separat erfolgen.

Wie kann ich als Aussteller (Exhibition) an der Konferenz teilnehmen?

Die UN bietet Ausstellern die Möglichkeit, sich um einen Exhibition Stand (circa fünf Quadratmeter) zu bewerben. Die Anmeldefrist für "admitted observer organisations" endete am 21. Juli 2017. Die Frist für Organisationen ohne Beobachterstatus ("entities without observer status") endete am 4. September 2017. Nähere Infos erhalten Sie unter folgendem Link: https://seors.unfccc.int/seors

Kann ich während der Konferenz eine Kulturveranstaltung oder eine andere Veranstaltung mit Klimabezug in Bonn durchführen?

Ja, dies ist grundsätzlich möglich. Das UN-Klimasekretariat und die Stadt Bonn unterstützen Veranstalter von Kulturveranstaltungen und Rahmenprogrammen bei Kommunikation und Sichtbarkeit. Ihre Veranstaltung konnten Sie bis 31. August 2017 anmelden. Eine Zusammenstellung aller Veranstaltungen findet sich im Veranstaltungskalender der Stadt Bonn. Hierzu wählen Sie bitte bei der Terminsuche die Kategorie "Weltklimakonferenz/COP23" aus.

Wer ist für die Sicherheit während der COP 23 verantwortlich und welche Auswirkungen hat die Konferenz auf die Menschen vor Ort?

Im Verhandlungsteil der Konferenz, der "Bula Zone", haben die Vereinten Nationen als Veranstalter Hausrecht und sind für die Sicherheit zuständig. Im Veranstaltungsteil der Konferenz, der "Bonn Zone", hat das Bundesumweltministerium Hausrecht und für die Sicherheit ist die Polizei NRW (Nordrhein-Westfalen) zuständig. In beiden Zonen kommen auch externe Sicherheitsdienstleister zum Einsatz und es werden gleiche Sicherheitsstandards gelten.

Außerhalb der beiden Zonen gelten die üblichen Zuständigkeiten und es obliegt hauptsächlich der Polizei Nordrhein-Westfalen (NRW), für Sicherheit zu sorgen. Sicherheitsbedingte Einschränkungen sollten möglichst gering und von kurzer Dauer sein. Sie werden sich auf das unbedingt notwendige Maß beschränken und von möglichst kurzer Dauer sein.

Wie viele Polizisten werden im Einsatz sein?

Die Bonner Polizei, die vom Ständigen Stab der Polizei Köln unterstützt wird, steht bei ihren Vorbereitungen seit mehreren Monaten in ständigen Kontakt mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und den Verantwortlichen der Vereinten Nationen. Die Sicherheit der Konferenzteilnehmer, der Anlieger und der Bonner Bürgerinnen und Bürger hat höchste Priorität. Um diese zu gewährleisten, werden so viele Polizistinnen und Polizisten im Einsatz sein, wie nötig sein werden.

Ist während des Weltklimagipfels mit Demonstrationen zu rechnen?

Ja, es gehört traditionell zu den Klimagipfeln, dass Klima-Aktionsgruppen, Umweltverbände und Initiativen am Rande der COPs Kundgebungen und friedliche Demonstrationen abhalten. Sie nehmen damit das Grundrecht wahr, sich friedlich und ohne Waffen zu versammeln (Artikel 8 Grundgesetz). Auch wenn der geplante Konferenzrahmen und -ablauf feststeht und erste Demonstrationen angemeldet sind, fließen aber auch aktuelle Ereignisse und Erkenntnisse, zum Beispiel auch die Einsatzerfahrungen des G20-Gipfels in Hamburg in die polizeilichen Planungen mit ein. Die Polizei NRW (Nordrhein-Westfalen) wird im Einklang mit der UN-Polizei den sicheren Ablauf des Weltklimagipfels, den Schutz der Bevölkerung und das Recht auf Versammlungsfreiheit garantieren.

Welche Auswirkungen hat die Konferenz auf die Menschen vor Ort?

Bund, Land und Stadt sind mit den Sicherheitskräften im engen Austausch, um ein Sicherheitskonzept für die Konferenz im November zu erstellen. Dabei wird gewährleistet, dass beispielsweise die St. Martinsumzüge in Bonn ohne Einschränkungen stattfinden können. Sicherheitsbedingte Einschränkungen werden auf das unbedingt notwendige Maß beschränkt und von möglichst kurzer Dauer sein.

Wirkt sich die Konferenz auf den Straßenverkehr aus?

Verkehrsbehinderungen wird es sicherlich geben und sollen durch Verkehrsplanung minimiert werden. Darüber hinaus kann es Halteverbotszonen geben, um den Verkehrsfluss zu verbessern. Sie können sowohl den Individual- als auch den Busverkehr beeinträchtigen. Während der Bauarbeiten werden der Parkplatz in der Charles-de-Gaulle-Straße am Rheinufer vollständig sowie der große Rheinaue-Parkplatz in der Ludwig-Erhard-Allee überwiegend für die Veranstaltung gesperrt. Der Minigolfplatz bleibt für die Besucherinnen und Besucher geöffnet, seine Parkplätze stehen ihnen in begrenztem Umfang weiter zur Verfügung. Frei zugänglich sind und bleiben die Tiefgaragen der Deutschen Welle und der Deutschen Post DHL Group für deren Angestellte. Die Zufahrt zur Charles-de-Gaulle-Straße wird hinter der Tiefgarage kontrolliert, um sicherzustellen, dass nur noch Anlieger und Baufahrzeuge durchfahren können.

Sicherheitsbedingte Einschränkungen werden auf das unbedingt notwendige Maß beschränkt und von möglichst kurzer Dauer sein. Nach derzeitigem Planungsstand sind keine Straßen- oder Brückensperrungen geplant.

Gibt es Änderungen im öffentlichen Nah- und Fernverkehr während der Konferenz?

Die Deutsche Bahn hat zugesagt, den neuen DB-Haltepunkt "UN-Campus" rechtzeitig zu eröffnen und während des Konferenzzeitraums mehrmals pro Stunde mit Regionalzügen zu bedienen, sodass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von dort mit Linien- und Sonderbussen oder zu Fuß schneller zum Konferenzzentrum gelangen. Auch werden Sonderbusse von und zum Flughafen Köln/Bonn verkehren. Darüber hinaus wird ein Shuttleverkehr zwischen dem Platz der Vereinten Nationen (UN-Campus) und dem Herbert-Wehner-Platz in der Rheinaue eingerichtet. An wichtigen Verkehrspunkten wird außerdem Info-Personal zur Reisendenlenkung eingesetzt.

Das BMUB steht mit den Stadtwerken Bonn (SWB), den Verkehrsverbünden und der Deutschen Bahn (DB) in enger Abstimmung bzgl. Verkehrsplanung und Verstärkung.

Ab dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember soll der Haltepunkt "UN-Campus" regulär von Regionalverkehr bedient werden.

Wie wird die Öffentlichkeit informiert?

Das BMUB informiert vor und während der COP 23 mit zwei Schwerpunkten: Seit dem Start der Bauarbeiten für den Konferenz-Campus in der Bonner Rheinaue informieren wir die Bonner Bevölkerung in Zusammenarbeit mit der Stadt Bonn über das, was sich in ihrer Stadt vor und während der COP 23 abspielen wird. Seit Ende Juli erläutern wir auf Infotafeln direkt an der COP 23-Baustelle die Planungen und Arbeiten und waren/sind an mehreren Tagen mit einem Info-Stand vor Ort, das nächste Mal am Tag der Vereinten Nationen auf dem Bonner Markt am 14. Oktober. Die Bonnerinnen und Bonner wurden mit der Informationskampagne "Natürlich Bonn" auf das Großereignis eingestimmt. Begleitend zur COP 23 werben wir bundesweit verstärkt für die Unterstützung der deutschen Klimapolitik. Dabei kommen Plakate, Anzeigen und Online-Aktionen zum Einsatz.

BMUB und die Polizei Bonn informieren ständig über alle Beeinträchtigungen: vor Ort, über die Medien und per Internet. Zusätzlich wurde im BMUB eine E-Mail-Adresse für interessierte Bürgerinnen und Bürger eingerichtet: COP23@bmub.bund.de

Welche positiven Effekte erwarten Bonn und Nordrhein-Westfalen durch die Konferenz?

Die COP 23 ist eine hervorragende Gelegenheit, Deutschland, Nordrhein-Westfalen und den UN-Standort Bonn als hervorragende Gastgeber zu präsentieren. Dies wird Bonn als UN-Standort weiter stärken. Zudem werden die Eindrücke der Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Bonn und Umgebung das internationale Interesse am Reiseland Nordrhein-Westfalen fördern.

Wird sichergestellt, dass die Konferenz selbst auch nachhaltig gestaltet wird?

Ja. Die Konferenz wird mit so wenig Treibhausgas-Emissionen wie möglich gestaltet. Außerdem soll der Weltklimagipfel nach EMAS (dem Eco Management and Audit Scheme auf der Grundlage einer EU-Verordnung) zertifiziert werden. In diesem Rahmen müssen alle wesentlichen Umweltaspekte der Konferenz ermittelt und die Umweltauswirkungen so gering wie möglich gehalten werden. Das UN-Klimasekretariat und die Bundesregierung verzichten weitgehend auf gedruckte Publikationen und Materialien und nutzen stattdessen Wege der elektronischen Datenübertragung, um eine möglichst papierarme Konferenz zu ermöglichen.

Außerdem soll das Abfallaufkommen so gering wie möglich gehalten, in großem Umfang Recyclingmaterial eingesetzt, überwiegend vegetarisches Essen angeboten, Lebensmittelabfälle so weit wie möglich vermieden und unsere Vertragspartner einschließlich der Hotels zu entsprechenden Maßnahmen ermuntert werden.

Weitere wichtige Aspekte sind Fairness und Inklusion, also die Einbeziehung von Menschen mit Behinderung in die Vorbereitung und Durchführung der Konferenz. Unsere Aktivitäten werden von einem externen Umweltgutachter überprüft. Ein Umwelt- und Nachhaltigkeitsbericht wird die Umweltbilanz der Konferenz transparent machen.

Wird es Fleisch bei der Verpflegung geben?

Generell wird auf der COP23 überwiegend vegetarisches Essen angeboten. Als nicht-vegetarisches Angebot wird es ausschließlich Bio-Fleisch und zertifizierten Fisch geben. Insgesamt wird auf die Verwendung regionaler und biologischer Produkte Wert gelegt. Ziel ist es, etwa die Hälfte der Produkte in Bio-Qualität anzubieten.

Wird neben dem Klimaschutz auch der Naturschutz bei der Organisation der Konferenz berücksichtigt?

Unvermeidbare Auswirkungen der temporären Bauten auf die Natur beschränken sich auf das unbedingt erforderliche Maß. Bäume werden für die Aufbauten nicht gefällt. Dort, wo bestimmte Eingriffe nicht vollständig vermeidbar sind, wird es Ausgleichsmaßnahmen geben, damit die Umweltbilanz neutral bleibt.

Kurzes Glossar

APAAd Hoc Working Group on the Paris Agreement(Ad hoc-Arbeitsgruppe zum Pariser Abkommen)

COPConference of the Parties (Konferenz der Vertragsstaaten der UNFCCC)

CMP – Conference of the Parties serving as the meeting of the Parties to the Kyoto Protocol (Vertragsstaatenkonferenz der UNFCCC fungierend als Treffen der Vertragsstaaten des Kyoto-Protokolls)

CMA – Conference of the Parties serving as the meeting of the Parties to the Paris Agreement(Vertragsstaatenkonferenz fungierend als Treffen der Vertragsstaaten zum Pariser Abkommen)

IGO – Intergovernmental organization (Zwischenstaatliche Organisation)

NGO – Non-governmental organization (Nichtregierungsorganisation = NRO)

UNFCCCUnited Nations Framework Convention on Climate Change (UN-Rahmenkonvention zum Klimawandel)

Warum braucht es einen Klimaschutzplan 2050?

Der Klimawandel ist eine der größten Bedrohungen für die Menschheit: Wenn es nicht gelingt, ihn zu begrenzen, wird dies in Teilen der Welt sogar die Existenzgrundlagen gefährden. Alle Länder müssen deshalb handeln und ihre Treibhausgasemissionen drastisch reduzieren. Langfristig muss weltweit "Treibhausgasneutralität" erreicht werden. Deutschland liegt mit seinen Pro-Kopf-Emissionen immer noch oberhalb des EU-Durchschnitts und weit oberhalb des weltweiten Durchschnitts. Zudem hat Deutschland als großer Industriestaat eine besondere Verantwortung und muss seine Volkswirtschaft weiter zukunftsfähig ausbauen. Dabei gilt es, die Chancen der globalen Dekarbonisierung intelligent zu nutzen.

Im Koalitionsvertrag von 2013 wurde deshalb verabredet, einen Klimaschutzplan 2050 zu beschließen, der als Langfriststrategie die Umsetzung der langfristigen Klimaschutzziele ermöglicht. Diesen Zielen hat sich Deutschland mit der Ratifizierung des völkerrechtlich bindenden Pariser Klimaschutzabkommens im Jahr 2016 verpflichtet.

Was enthält der Klimaschutzplan 2050?

Der Klimaschutzplan 2050 soll der Klimaschutzpolitik der Bundesregierung eine langfristige Orientierung geben. Leitbild und Maßstab sind die international vereinbarten Klimaschutzziele, vor allem das im Abkommen von Paris verankerte Ziel, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad gegenüber vorindustriellen Werten zu begrenzen und Anstrengungen für eine Begrenzung auf höchstens 1,5 Grad zu unternehmen. Weltweit müssen dazu in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts die globalen Treibhausgasemissionen auf netto Null reduziert werden. Als Beitrag zur Bewältigung dieser globalen Herausforderung will Deutschland selbst bis zur Mitte dieses Jahrhunderts weitgehend treibhausgasneutral werden. Im Klimaschutzplan 2050 werden dafür Zwischenziele für die Zeit nach 2020 verankert, übergreifend und für die wesentlichen Handlungsfelder erste Leitbilder für 2050 skizziert, und vor allem mit Blick auf 2030 Meilensteine und die konkreten nächsten Reduktionsschritte beschrieben.

Der Klimaschutzplan 2050 ist eine Strategie der Bundesregierung. Er wird vom Bundeskabinett beschlossen und soll regelmäßig fortgeschrieben werden.

Enthält der Klimaschutzplan 2050 konkrete Maßnahmen?

Das Mandat aus dem Koalitionsvertrag umfasste die Erstellung einer Strategie, nicht die eines detaillierten Maßnahmenprogramms. Der Klimaschutzplan 2050 schafft deshalb eine Architektur, innerhalb derer Maßnahmen konkretisiert und ihre Umsetzung überprüft werden. Konkret bedeutet dies, dass jeder Klimaschutzplan – der Klimaschutzplan soll regelmäßig fortgeschrieben werden – jeweils durch Maßnahmenprogramme konkretisiert und umgesetzt werden soll.

Diese Programme unterlegen die jeweils nächsten Reduktionsschritte und Meilensteine mit konkreten und möglichst in ihrer Minderungswirkung quantifizierten Maßnahmen. Die Maßnahmenprogramme werden in Abstimmung mit dem Deutschen Bundestag erarbeitet. Außerdem werden für die Maßnahmenprogramme jeweils Impact Assessments durchgeführt, die die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen betrachten. Das erste Maßnahmenprogramm soll 2018 verabschiedet werden.

Welche fachlichen Grundlagen wurden bei der Erarbeitung des Klimaschutzplans 2050 genutzt?

Die zugrunde liegenden Gutachten sind veröffentlicht unter  www.bmub.bund.de/N51895 . Sie bildeten die wesentlichen fachlichen Grundlagen für die Erarbeitung des ersten Klimaschutzplans. Sie werden künftig ebenfalls regelmäßig aktualisiert.

Wie wird der Klimaschutzplan 2050 fortgeschrieben?

Der Klimaschutzplan 2050 wird in diesem Jahr erstmalig vorgelegt. Langfristig angelegter Klimaschutz wird darin bewusst als lernender Prozess angelegt. Die Bundesregierung kann so die Ausrichtung am jeweils aktuellen Kenntnisstand von Wissenschaft, Wirtschaft und Technik anpassen. Die regelmäßige Überprüfung und Fortschreibung des Klimaschutzplans folgt dabei dem fünfjährigen Rhythmus der Überprüfung der Beiträge zum Übereinkommen von Paris. In Übereinstimmung damit soll die erste Fortschreibung spätestens bis Ende 2019/Anfang 2020 erfolgen. Wie schon beim ersten Klimaschutzplan sollen auch künftig alle Zielgruppen (Bundesländer, Kommunen, Verbände sowie Bürgerinnen und Bürger) an der Fortschreibung des Klimaschutzplans beteiligt werden.

Der Klimaschutzplan soll jeweils durch Maßnahmenprogramme konkretisiert und umgesetzt werden. Entsprechend folgt auf jede Fortschreibung des Klimaschutzplans eine Überarbeitung des jeweils geltenden Maßnahmenprogramms.

Welche Kosten und Nutzen sind mit der Umsetzung des Klimaschutzplans 2050 verbunden?

Der Klimaschutzplan 2050 beschreibt die klimaschutzpolitischen Grundsätze und Ziele sowie erste strategische und überwiegend konzeptionelle Maßnahmen der Bundesregierung und ist als solcher nicht unmittelbar mit Kosten verbunden. Die Umsetzung der Klimaschutzziele wird die Investitionstätigkeit in nahezu allen Sektoren anregen und sich positiv auf das Wirtschaftswachstum und Beschäftigung in Deutschland auswirken.

Die positiven Beschäftigungseffekte sind besonders deutlich in den Sektoren Bau, Immobilien und Beratung sowie Energie. Auch im internationalen Handel ergeben sich positive Effekte, insbesondere auf den Energiemärkten: Die Nettoimporte fossiler Energieträger nehmen deutlich ab mit positivem Effekt auf die Handelsbilanz. Wie sich die Transformation der wirtschaftlichen Strukturen in den einzelnen Sektoren am kostengünstigsten und am sozial ausgewogensten gestalten lässt, wird in künftigen Gutachten eine zentrale Rolle spielen. Für die künftigen Maßnahmenprogramme sollen außerdem jeweils Impact Assessments durchgeführt werden, die die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen betrachten.

Was unterscheidet den Klimaschutzplan 2050 von einem Klimaschutzgesetz?

Der Klimaschutzplan 2050 wird vom Bundeskabinett beschlossen. Er ist eine Strategie der Bundesregierung. In seinen Aussagen zur künftigen Gestaltung der Klimaschutzpolitik des Bundes stellt der Klimaschutzplan die Grundlage für die Erarbeitung von Maßnahmenprogrammen und Einzelmaßnahmen zur Erreichung der Klimaschutzziele dar. Soweit erforderlich werden Maßnahmen durch Bundesgesetze umgesetzt.

Wie berücksichtigt der Klimaschutzplan 2050 die europäischen Ziele und Maßnahmen in der Energie- und Klimaschutzpolitik?

Im Zuge der Erarbeitung des Klimaschutzplans 2050 wurden der bisherige Stand und die absehbare Weiterentwicklung der europäischen Klimaschutzpolitik berücksichtigt. Insbesondere in den Sektoren, die nicht unter den EU-Emissionshandel fallen – also Verkehr, Gebäude, kleinere Industrieanlagen oder Landwirtschaft – werden die von der EU vorgegebenen Ziele für 2030 deutlich anspruchsvoller werden. Darauf ist Deutschland nun mit dem Klimaschutzplan eingestellt.

Kann man heute schon genau vorhersehen, wie sich Wirtschaft und Gesellschaft bis 2050 entwickeln werden?

Natürlich nicht. Mit dem Klimaschutzplan 2050 versucht die Bundesregierung deshalb gerade nicht, die Entwicklung in den verschiedenen Sektoren und von Schlüsseltechnologien für mehrere Jahrzehnte detailliert vorherzusehen oder vorzugeben. Der Klimaschutzplan 2050 versteht sich als lernender Prozess. Das bedeutet, dass die jeweils beschlossenen Leitlinien und Maßnahmen regelmäßig auf ihre Wirksamkeit hin überprüft und wenn nötig angepasst werden – auch um auf technische, gesellschaftliche, politische, soziale und ökonomische Entwicklungen zu reagieren. Dies entspricht auch dem Geist des Pariser Klimaschutzabkommens, das alle fünf Jahre eine Überprüfung der Klimaschutzbeiträge aller Vertragsstaaten vorsieht.

Führt ein Klimaschutzplan 2050 mit Vorgaben für die Emissionsentwicklung der einzelnen Sektoren nicht zu einer Art Planwirtschaft?

Nein, es geht nicht um Planwirtschaft, sondern um Rahmenbedingungen. Der Klimaschutzplan 2050 schafft erstmals für die einzelnen Sektoren einen klaren Rahmen, in welcher Größenordnung sie zum Klimaschutz beitragen müssen.

Die Bundesregierung wird den Dialog mit den betroffenen Sektoren, Unternehmen, Beschäftigten und Gewerkschaften auf einer breiten wissenschaftlichen Basis fortsetzen. So sollen 2018 – durch Wirkungsanalysen, Folgenabschätzungen, Identifizierung potentieller Chancen, Risiken und Unsicherheiten – Handlungsoptionen und Anpassungsnotwendigkeiten ermittelt werden.

Warum ist es wichtig, jetzt Ziele für das Jahr 2030 festzulegen?

Investitionen – z. B. in Kraftwerke und in Gebäude, aber auch die Anschaffung von langlebigen Wirtschaftsgütern, wie etwa Autos – haben häufig eine langjährige Auswirkung. Bei einer vorausschauenden Klimapolitik ist es von größter Bedeutung, Fehlinvestitionen zu vermeiden. So wäre zum Beispiel mit der unternehmerischen Entscheidung, heute ein neues Kohle-Kraftwerk zu bauen, die Erwartung verbunden, damit in den kommenden 30 Jahren Geld verdienen zu können. Dies ist vor dem Hintergrund der deutschen und internationalen Klimaschutzziele sicherlich nicht mehr realistisch. Solche Beispiele lassen sich auch in anderen Sektoren finden, sei es der Neubau von Gebäuden, die Investition in bestimmte Produktionsanlagen oder die Planung der künftigen Verkehrsinfrastruktur. Die Bundesregierung will Anreize dafür setzen, dass in klimafreundliche Technologien, Gebäude und Infrastruktur investiert wird.

Ist der Klimaschutzplan 2050 technologieoffen?

Das deutsche Klimaschutzziel ist größtenteils auf der Grundlage bekannter Technologien erreichbar. In einigen Bereichen werden aber auch noch grundlegende technologische Innovationen benötigt, weshalb der Forschung und Entwicklung ein besonderer Stellenwert zukommt. Dabei ist im Rahmen der gesetzten Ziele Technologieoffenheit sicherzustellen, um Spielräume für Innovationen offenzuhalten. Der Klimaschutzplan 2050 ist somit technologieoffen, macht aber auch deutlich, dass Investitionen in Techniken, die auf der Verbrennung fossiler Rohstoffe basieren, ein Auslaufmodell sind.

Enthält der Klimaschutzplan 2050 neue Verbote?

Nein. Der Klimaschutzplan 2050 enthält keine Gesetze, sondern Ansätze für eine klimafreundliche Transformation der verschiedenen Handlungsfelder. Die konkrete Unterlegung mit Maßnahmen wird im Wesentlichen in zukünftigen Klimaschutzprogrammen der Bundesregierung erfolgen. Die Wahl der jeweils angemessenen Instrumente wird dann im Zuge der Umsetzung dieser Programme zu diskutieren sein und soll mit dem Klimaschutzplan 2050 nicht im Einzelnen vorweggenommen werden. Mögliche Instrumente können neben gesetzlichen Regelungen u. a. Förderprogramme für alternative Techniken, technische Standards, preisliche Anreize oder Informationskampagnen oder auch Kombinationen mehrerer Maßnahmen sein.

Droht Deutschland durch die Umsetzung des Klimaschutzplans 2050 eine Deindustrialisierung?

Ganz im Gegenteil. Die rechtzeitige Ausrichtung unserer Wirtschaft auf die Erfordernisse der globalen Dekarbonisierung wird unseren Spitzenplatz in der Weltwirtschaft sichern. Deutschland wird Industrieland bleiben und der Welt zeigen, dass auch ein Industrieland das Klima effektiv schützen kann.

Das Abkommen von Paris wird den internationalen Märkten für Umwelt- und Klimaschutztechnologien absehbar nachhaltigen Schwung verleihen. Der Transformationsprozess hin zu einem klimaneutralen Wirtschaften bietet der deutschen Industrie die Chance, voranzugehen und als First Mover neue Absatzmärkte zu erschließen.

Ist es für den globalen Klimawandel nicht völlig unerheblich, ob ein Land wie Deutschland mit knapp 3 Prozent der weltweiten Emissionen einen Klimaschutzplan beschließt?

Eine weltweite Dekarbonisierung bedeutet, dass jedes Land diesen Weg beschreitet. Deutschland wird dabei mit dem von uns eingeschlagenen Weg zeigen, dass eine attraktive wirtschaftliche und gesellschaftliche Perspektive bei weitgehender Vermeidung von Treibhausgasemissionen möglich ist. Mit der Entwicklung und Umsetzung einer klugen und kontinuierlich lernenden Strategie für die vollständige Vermeidung von Treibhausgasemissionen sind für Deutschland enorme Chancen auf den schon heute dynamisch wachsenden Weltmärkten für Klima- und Umweltschutzgüter verbunden.

Warum enthält der Klimaschutzplan kein konkretes Ausstiegsdatum aus der Kohleverstromung?

Die Klimaschutzziele können nur erreicht werden, wenn die Kohleverstromung schrittweise verringert wird. Das geht aus dem Klimaschutzplan hervor. Die Reduzierung der Kohleverstromung soll so gestaltet werden, dass Strukturbrüche in den betroffenen Regionen, insbesondere den Braunkohlerevieren in Nordrhein-Westfalen, in der Lausitz und im mitteldeutschen Revier, vermieden und für diese Regionen neue industriepolitische Perspektiven entwickelt werden.

Dazu braucht es einen Dialog mit den beteiligten Akteuren aus Ländern, Kommunen, Gewerkschaften, Vertretern betroffener Unternehmen und Branchen sowie regionalen Akteuren. Der Klimaschutzplan 2050 sieht in diesem Sinne die Einberufung einer Kommission "Wachstum, Strukturwandel und Regionalentwicklung" vor.

Wie ist das mit den Klimaskeptikern?

Der Begriff "Klimaskeptiker" bezieht sich nicht auf Skeptiker im eigentlichen Wortsinn, sondern eher auf solche Akteure in der Debatte über den Klimawandel, die aufgrund spezifischer Interessen oder aufgrund mangelnder Fachkenntnis die wissenschaftlichen Grundlagen hinter dem menschgemachten Klimawandel in Frage stellen. Sicherlich gibt es in der Klimaforschung noch immer einige Detailfragen, zu denen erheblicher weiterer Forschungsbedarf besteht. Allerdings wird in der professionellen Wissenschaft nicht mehr bestritten, dass der Mensch und die durch sein Handeln verursachten Treibhausgasemissionen für den überwiegenden Teil des bisher beobachteten Klimawandels verantwortlich sind. Die sogenannten Klimaskeptiker machen sich zunutze, dass sich die Medienaufmerksamkeit häufig auf überproportional auf abweichende Meinungen richtet, auch wenn die vertretenen Ansichten krasse Außenseiterperspektiven darstellen.

Antwortsammlungen zu den Thesen der Klimaskeptiker auf

Kliimafakten

Umweltbundesamt

Climate Engineering – was verbirgt sich dahinter?

Unter dem Begriff Climate Engineering (oder Geo Engineering) werden Konzepte zusammengefasst, die den Klimawandel durch Eingriffe in die globalen ökologischen Abläufe bremsen bzw. seine Auswirkungen mindern sollen.

Derartige Eingriffe – wie z. B. die Einbringung großer Mengen von Schwefeldioxid in die Stratosphäre (dieses würde Sonnenstrahlen ins All zurück reflektieren), um damit die Erwärmung der Erde abzuschwächen – werden durch die Bundesregierung in Deutschland weder geplant noch durchgeführt, da unter anderem auch die Nebenwirkungen für Mensch und Umwelt noch kaum erforscht sind.

Auch die Sondierungsstudie "Gezielte Eingriffe in das Klima? Eine Bestandsaufnahme der Debatte zu Climate Engineering" (beauftragt durch das Bundesforschungsministerium) kommt zu der Einschätzung, dass es weiterhin erhebliche Forschungsdefizite zu den Wirkungen und Risiken sowie wirtschaftlichen, politischen und rechtlichen Aspekten eines Einsatzes solcher Technologien gibt.

Weiterführende Informationen finden Sie auch in dem Hintergrundpapier des Umweltbundesamtes "Geo-Engineering – wirksamer Klimaschutz oder Größenwahn? Methoden - Rechtliche Rahmenbedingungen - Umweltpolitische Forderungen".

Die Bundesregierung setzt vor diesem Hintergrund in ihrer nationalen und internationalen Klimapolitik ausschließlich auf die Minderung von Treibhausgasemissionen sowie auf Anpassungsmaßnahmen.

Publikationen:

Sondierungsstufe - "Gezielte Eingriffe in das Klima?" (PDF extern, 4,8 MB)

Hintergrundpapier des Umweltbundesamtes – "Geo-Engineering - wirksamer Klimaschutz oder Größenwahn?"

Was ist und wie funktioniert der Emissionshandel?

Der Emissionshandel ist ein marktwirtschaftliches Instrument zum Klimaschutz. Unternehmen, die die Luft mit Treibhausgasen belasten, benötigen hierzu Rechte. Wer seine Treibhausgasemissionen reduziert, kann die entsprechend weniger benötigten Rechte verkaufen.

Die für Deutschland zuständige nationale Stelle für den Emissionshandel – die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) – stellt weitere umfangreiche und aktuelle Informationen sowie eine Übersicht über die verschiedenen Gesetze zum Emissionshandel zur Verfügung.

Kurzinfo Emissionshandel

Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt)

Was ist eigentlich der "Grüne Klimafonds"?

Bei den UN-Klimaverhandlungen im Jahr 2010 wurde die Einrichtung eines "Grünen Klimafonds" beschlossen. Ziel des Fonds ist es, transformative Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern zu finanzieren, um diese bei der Reduktion ihrer Treibhausgasemissionen sowie der Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu unterstützen. Der Sitz des Fonds ist in Songdo, Korea. Die Generaldirektorin ist Héla Cheikhrouhou. Die Bundesregierung ist durch BMUB und BMZ im Direktorium des Fonds vertreten und Vorreiter bei der Ausstattung des Fonds: im Juli 2014 hat Deutschland als erster Geber angekündigt, bis zu 750 Millionen Euro zur Erstauffüllung beizutragen.

Die Geberkonferenz zur Erstauffülllung des Fonds (High-Level Pledging Conference), bei der interessierte Geber aus Industrie- und Schwellenländern eingeladen waren, ihre Beiträge zu verkünden, fand am 20. November 2014 in Berlin statt. Bei der Konferenz wurde ein Zusagevolumen von 9,3 Milliarden US-Dollar erreicht und somit ein positives Signal für die anstehende Weltklimakonferenz in Lima (Peru) gesendet um alle Staaten zu ermutigen, sich im Rahmen des künftigen Klimaabkommens, das 2015 in Paris beschlossen werden soll, zu ambitionierten Klimaschutzzielen zu verpflichten.

Green Climate Fund (englisch)

Grüner Klimafonds

Welche Förderungen gibt es im Bereich Klimaschutz?

National

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab – von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen.

Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen.

Die NKI trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profi tieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.

Von 2008 bis 2013 wurden rund 421 Millionen Euro in mehr als 19.000 Förderprojekte investiert.

Auch Städte und Gemeinden können Zuschüsse für Klimaschutzprojekte im Rahmen der NKI erhalten.

Programme und aktuelle Projekte der NKI

Richtlinie zur Förderung von Klimaschutzprojekten (Kommunalrichtlinie)

Förderprogramme für den Klimaschutz


International

Seit 2008 fördert das BMUB im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) gezielt Klima- und Biodiversitätsprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern sowie in den Transformationsstaaten. Auf Grundlage einer Entscheidung des Deutschen Bundestages stehen dieser Initiative jährlich mindestens 120 Millionen Euro zur Verfügung.

So wird zum Beispiel seit dem 20. Januar 2014 der Schutz des letzten verbleibenden Tropenwaldes in den Bergen der zu den Philippinen gehörenden Insel Panay mit bis zu vier Millionen Euro durch das BMUB unterstützt.

Pressemitteilung vom 11.09.2012: Deutschland und Philippinen bauen Zusammenarbeit bei Klimaschutz und erneuerbaren Energien aus

Projektinformationen der IKI

Wie kann ich Energie sparen?

Strom sparen kann einfach sein. Und Sie tun nicht nur etwas für Ihren eigenen Geldbeutel, sondern auch noch für den Schutz des Klimas. Mit der Stromsparinitiative fördert das BMUB viele einzelne Maßnahmen, bietet eine Vor-Ort-Beratung an und vermittelt ganz konkrete Tipps, mit denen Sie Ihre Stromkosten senken können. Stromsparinitiative

Was kann ich für den Klimaschutz tun?

Klimaschutz beginnt im Alltag. Jeder Verzicht auf CO2-Emissionen ist eine Investition in unsere eigene Zukunft. Zum Klimaschutz trägt etwa bei, wer das Auto stehen lässt und auf das Fahrrad oder die öffentlichen Verkehrsmittel umsteigt oder wer Fahrgemeinschaften bildet. Zusätzlich können Sie beim Kauf und der Nutzung von Haushaltsgeräten, Beleuchtung, Heizungsanlagen oder Fahrzeugen auf sparsamen Gebrauch und energieeffiziente Technik achten. Schon das Abschalten von Stand-by-Geräten bei Nichtnutzung, wie Druckern oder Fernsehern, würde in ganz Deutschland 14 Millionen Tonnen CO2 und zudem in vielen Haushalten bis zu 75 Euro Stromkosten im Jahr sparen. Das Herunterdrehen der Heizung um nur ein Grad Celsius spart sogar sechs Prozent Heizkosten. Zusammen ist es Klimaschutz

Was ist Klimaanpassung?

Der Klimawandel verändert unsere Umwelt und wird auch unser Leben in Deutschland verändern. Er hat unter anderem Einfluss auf unser Wohnen, Arbeiten und unsere Gesundheit. Um auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet zu sein, legte die Bundesregierung 2008 eine Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) vor. Die Strategie, die 2011 mit einem Aktionsplan unterlegt wurde, schafft einen Rahmen zur nationalen Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels und etabliert einen mittelfristigen Prozess, in dem mit den betroffenen Akteuren der Handlungsbedarf sowie mögliche Anpassungsmaßnahmen entwickelt und umgesetzt werden sollen. Mit der Strategie bündelt die Bundesregierung, die in den verschiedenen Bundesministerien laufenden Arbeiten zur Anpassung an den Klimawandel in einem gemeinsamen Rahmen. Bis Mitte der Legislaturperiode wird die Bundesregierung einen Fortschrittsbericht zur Umsetzung und konkreten Schritten zur Weiterentwicklung der Deutschen Anpassungsstrategie vorlegen. Anpassung an den Klimawandel

Wozu ein Klimaschutzplan?

Das Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 ist ein kurzfristiger erster Schritt, um die Ziele bis 2020 zu erreichen. Aufbauend darauf soll bis 2016 ein Klimaschutzplan erarbeitet werden, der langfristige Klimaziele und Gestaltung des gesellschaftlichen Wandels stärker in den Blick nimmt. Den Prozess zur Entwicklung des Klimaschutzplans wollen wir mit dem Aktionsprogramm bereits in die Wege leiten.

Aktionsprogramm Klimaschutz 2020

Wozu ein Aktionsprogramm Klimaschutz 2020?

Am 28. April 2014 hat das Bundesumweltministerium die Erarbeitung des "Aktionsprogramms Klimaschutz 2020" eingeleitet. Das Aktionsprogramm soll sicherstellen, dass wir das nationale Klimaschutzziel für das Jahr 2020 erreichen. In internationalen Verhandlungen hat sich Deutschland dazu verpflichtet, bis dahin die Treibhausgasemissionen um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Mit den bisherigen Maßnahmen wird voraussichtlich lediglich eine Minderung von 33 Prozent möglich sein. Deshalb erarbeitet die Bundesregierung bis Ende des Jahres ein Programm mit Maßnahmen in allen Sektoren (Energiewirtschaft, Verkehr, Industrie, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen, Landwirtschaft, Haushalte, übrige Emissionen
[u. a. Kreislaufwirtschaft]), die zeitnah realisiert werden können und so dazu führen, dass wir das 40 Prozent-Ziel erreichen.

Aktionsprogramm Klimaschutz 2020

Welche Politik verfolgt Deutschland in Sachen Klimaschutz?

Deutschland geht national mit ehrgeizigen Zielen für den Klimaschutz voran: Die klimaschädlichen Emissionen sollen gegenüber dem Basisjahr 1990 bis 2020 um mindestens 40 Prozent und bis 2050 um 80 bis 95 Prozent sinken. Umgesetzt werden soll dies unter anderem durch das Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 sowie mittel- und langfristig durch den Klimaschutzplan der Bundesregierung. Einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leistet die Energiewende. Durch den Ausbau der erneuerbaren Energien und die Steigerung der Energieeffizienz soll eine klima- und umweltverträgliche, sichere und bezahlbare Energieversorgung in Deutschland sichergestellt werden. Nicht nur klimapolitisch, sondern auch ökonomisch ist das sehr sinnvoll.

Nationale Klimaschutzpolitik

Auf internationaler und europäische Ebene bleibt es Ziel Deutschlands und der EU, ein umfassendes internationales Klimaschutzabkommen zu erzielen, das zum Ziel hat, den globalen Temperaturanstieg gegenüber vorindustrieller Zeit unter 2 Grad Celsius zu halten. Die internationale Klimapolitik hat Bundesumweltministerin Dr. Hendricks zu einem Schwerpunkt ihrer Amtszeit erklärt.

Internationale Klimaschutzpolitik

Warum ist Klimaschutz wichtig?

Unsere Atmosphäre enthält Treibhausgase, die die Erde wie ein Schutzschild umgeben. Die Treibhausgase verhindern, dass die von der Erde kommende Wärme ins All entweicht. Dieser natürliche Schutzschild der Erde ist gefährdet. Denn Industrie, Haushalte, Verkehr und Landnutzung erhöhen fortlaufend den Anteil der Treibhausgase in der Atmosphäre, vor allem die des Kohlenstoffdioxids (CO2). Die Folge: Unsere Atmosphäre heizt sich außergewöhnlich stark auf.

Wenn es nicht gelingt, die steigende Erwärmung zu begrenzen, wird das weit reichende Folgen weltweit haben – ohne Emissionsbeschränkungen wird der Meeresspiegel bis Ende des Jahrhunderts zwischen 45 und 82 Zentimeter ansteigen, so der Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) in seinem höchsten Emissionsszenario. Der IPCC schließt nicht aus, dass der Anstieg des Meeresspiegels auch deutlich höher ausfallen könnte. Küstenregionen und tief gelegene Inselstaaten würden dann überflutet. An vielen Orten der Welt kann man den bereits stattfindenden Klimawandel schon beobachten: anhand der Zunahme von Dürren, der Ausbreitung von Wüsten, häufigeren Überschwemmungen, der steigenden Zahl weiterer extremer Wetterereignisse und abschmelzenden Gletschern.

Wissenschaftlichen Grundlagen des Klimaschutzes

IPCC (auf Englisch)

Gibt es Alternativen zum Streusalz im Winter?

Bei Schnee und Glatteis im Winter ist vor allem auch im privaten Bereich das Streusalz keinesfalls das Mittel der ersten Wahl. Streusalz schädigt Bäume und Pflanzen und kann Böden und Gewässer belasten. Deshalb sollte Streusalz möglichst gar nicht erst zum Einsatz kommen. Welche hilfreichen Alternativen zur Verfügung stehen und wie sie gekennzeichnet sind, hat das Umweltbundesamt herausgearbeitet. Streusalz und Alternativen