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> NO2 Innen und Aussen

Häufig gestellte Fragen

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Stickstoffdioxid (NO2): Warum darf drinnen mehr Stickstoffdioxid in der Luft sein als draußen?

Diese Frage wird im Zusammenhang mit der Debatte um die Luftbelastung durch Dieselfahrzeuge häufiger gestellt. Dahinter steckt ein Gedanke, der in der Presse auftaucht und plausibel klingt, aber trügt: Wenn die Innenluft am Arbeitsplatz 24 mal höher sein darf als draußen auf der Straße, dann ist das ganze Dieselproblem ein Scheinproblem und aufgebauscht. Warum diese Schlussfolgerung falsch und unsinnig ist, zeigen unsere Fragen und Antworten.

Stickstoffdioxid (NO2): Was ist Stickstoffdioxid?

Stickstoffdioxid (chemische Formel: NO2) ist ein gesundheitsschädliches Gas. Es entsteht vor allem bei Verbrennungsprozessen. Eine Belastung der Atemluft mit NO2 ist in erster Linie ein Problem der Außenluft. Das Gas kann aber auch in der Innenraumluft von Wohnungen und an bestimmten Arbeitsplätzen auftreten.

Stickstoffdioxid (NO2): Wodurch entsteht Stickstoffdioxid in Wohnungen?

In Wohnungen können insbesondere durch Verbrennungsprozesse, beispielsweise bei der Nutzung von offenen Kaminfeuern, Gasherden oder undichten Holzöfen sehr hohe NO2-Konzentrationen entstehen. 

Stickstoffdioxid (NO2): Was kann man dagegen tun?

Belastungen der Innenraumluft sind sehr stark vom Verhalten der Raumnutzerinnen und -nutzer abhängig. Deshalb ist das regelmäßige Lüften von Räumen unverzichtbar.

Stickstoffdioxid (NO2): Welcher Grenzwert gilt für die Innenraumluft und wer legt ihn fest?

Für die NO2-Belastung der Innenraumluft gibt es keine gesetzlichen Bestimmungen. Eine übergreifende, raumbezogene rechtliche Regelung ist wegen der vor staatlichen Regelungen zu schützenden Privatsphäre nur schwer möglich bzw. nicht sinnvoll. Für Wohnungen und Büroarbeitsplätze werden rechtlich nicht verbindliche Richtwerte herangezogen, die auf gesicherten Erkenntnissen wissenschaftlicher Forschung beruhen. Diese werden vom Ausschuss für Innenraumrichtwerte (AIR) erarbeitet.

Der Ausschuss ist ein unabhängiges, wissenschaftliches Gremium, in dem Expertinnen und Experten aus Bund und Ländern zusammenarbeiten. Diese Expertengruppe leitete schon in den 1990er Jahren einen sogenannten "Richtwert II" für NO2 in der Innenraumluft ab, der bei 60 Mikrogramm pro Kubikmeter (Wochenmittelwert) liegt. NO2 wird im Innenraum in relevanten Konzentrationen nur selten nachgewiesen und ist vom AIR daher aus gesundheitlichen Gründen zunächst als nicht prioritär eingestuft worden. Aufgrund des aktuellen EU-Grenzwertes für die Außenluft von 40 Mikrogramm je Kubikmeter im Jahresmittel und neuer wissenschaftlicher Er-kenntnisse plant der Ausschuss für Innenraumrichtwerte (AIR) jedoch, die Bewertung für Stickstoffdioxid in Innenräumen zu überarbeiten.

Stickstoffdioxid (NO2): An welchen Arbeitsplätzen können Stickstoffdioxid-Belastungen entstehen und welcher Grenzwert gilt hier?

NO2 entsteht beispielsweise – beziehungsweise wird verwendet – bei Schweißvorgängen, bei der Dynamit- und Nitrozelluloseherstellung oder beim Betrieb von Dieselmotoren. Für Beschäftigte , bei deren Tätigkeiten am Arbeitsplatz eine erhöhte NO2-Belastung zu erwarten ist, gilt ein Grenzwert von 950 Mikrogramm pro Kubikmeter. Dieser Wert wurde vom Ausschuss für Gefahrstoffe beschlossen. Weitere Auskünfte zu den Arbeitsplatzgrenzwerten erteilt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

Stickstoffdioxid (NO2): Welcher Grenzwert gilt für die Außenluft?

Für die Außenluft gilt gemäß der Verordnung über Luftqualitätsstandards und Emissionshöchstmengen (39. BImSchV) ein NO2-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter als Jahresmittelwert. Der Kurzzeitwert für die Außenluft, der im Jahr 18 mal überschritten werden darf, liegt bei 200 Mikrogramm pro Kubikmeter als Stundenmittel.

Stickstoffdioxid (NO2): Wer hat diesen Grenzwert für die Außenluft festgelegt?

Die Verordnung setzt die EU-Grenzwerte für die Außenluft um, die wiederum auf Werten der Luftqualitäts-Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) basieren. Diese Richtwerte wurden von der WHO aus entsprechenden bevölkerungsbezogenen Studien und Belastungsstudien abgeleitet.

Stickstoffdioxid (NO2): Warum darf die Stickstoffdioxid-Belastung an speziellen Arbeitsplätzen so hoch sein?

Bei der Ableitung von Grenzwerten für NO2 in der Atemluft für die Allgemeinbevölkerung können nicht die gleichen Maßstäbe angelegt werden wie für Beschäftigte an speziellen Arbeitsplätzen. Der Arbeitsplatzgrenzwert legt fest, wie hoch für eine bestimmte Zeitspanne die Belastung gesunder Beschäftigter mit NO2 sein darf. Bei der Außenluft hingegen geht es um eine dauerhafte NO2-Konzentration, der alle Menschen längere Zeit ausgesetzt sein können, also auch Asthmatikerinnen und Asthmatiker, Kinder, Schwangere oder ältere Menschen. Dieser Wert muss dementsprechend deutlich niedriger sein als der Wert für eine zeitlich befristete Konzentration für spezielle Arbeitsplätze.