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Gesundheit • Chemikalien

Häufig gestellte Fragen

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Warum ist Quecksilber so gefährlich?

Das Schwermetall Quecksilber und seine Verbindungen sind hochgiftig für Mensch und Umwelt. Als chemisches Element ist es nicht abbaubar und reichert sich in der Umwelt an. Eine hohe über lange Zeit auftretende Quecksilberbelastung kann zu schweren Gesundheitsschäden führen, hierzu gehören Störungen des Nervensystems, des Immun- sowie des Fortpflanzungssystems. Besonders gefährdet sind Ungeborene, wenn ihre Mutter deutlich überhöhten Quecksilberdosen ausgesetzt waren. In diesen Fällen steigt die Wahrscheinlichkeit einer dauerhaften Schädigung des Nervensystems des Kindes.

Wo kommt das Quecksilber her?

Quecksilber wird aus natürlichen Quellen wie Vulkanen freigesetzt. Hinzu kommen Freisetzungen durch Tätigkeiten des Menschen (zum Beispiel die Nutzung von Quecksilberlagerstätten durch Bergbau oder die Verbrennung fossiler Rohstoffe), wodurch jährlich große zusätzliche Mengen Quecksilbers mobilisiert und in die Umwelt gelangen. Erst hierdurch kommt es zu überhöhten Umweltkonzentrationen, die ein Risiko für die menschliche Gesundheit darstellen können.

Wer ist durch Quecksilber gefährdet?

Bei normalen Lebensgewohnheiten, Arbeitsbedingungen und ausgewogener Ernährung besteht ein vernachlässigbares Risiko. Ein erhöhtes Risiko besteht bei stark überdurchschnittlichem Verzehr bestimmter Seefischarten. Quecksilber wird von Meeresorganismen aufgenommen und reichert sich in der Nahrungskette an. Besonders belastet sind einige große Raubfische, die auch als Speisefisch genutzt werden. Kritisch ist die Situation für Bevölkerungsteile, bei denen Fisch die wichtigste oder gar fast ausschließliche Quelle der Ernährung ist, zum Beispiel den Bewohnern der arktischen Regionen. Hier sind Gesundheitsschäden zum Teil die Regel und nicht die Ausnahme. Hohen Quecksilberbelastungen sind auch die weltweit cirka 10 bis 15 Millionen Menschen ausgesetzt, die vom Goldschürfen oder dem Gold-Kleinbergbau leben. Hier wird Quecksilber zur Extraktion des Goldes aus dem begleitenden Gestein verwendet. Dabei werden große Mengen gasförmigen Quecksilbers freigesetzt, das die Anwender direkt gefährdet, aber auch die Umwelt dauerhaft kontaminiert.

Was bedeutet die Entscheidung des UNEP-Verwaltungsrates vom Februar 2009?

Der UNEP Verwaltungsrat hat einen Auftrag zur Einleitung von Verhandlungen zu einem globalen Umweltübereinkommens zu Quecksilber beschlossen. 2010 wird ein speziell hierfür eingerichteter zwischenstaatlicher Verhandlungsausschuss die Verhandlungen in Form eines völkerrechtlichen Übereinkommens aufnehmen. Diese Arbeiten sollen bis zum Jahr 2013 zum Abschluss gebracht werden. Das Quecksilberübereinkommen soll die gesamte Bandbreite möglicher menschlich bedingter Quecksilberemissionen abdecken vom Bergbau, Handel, Nutzung, Emission, Abfallbehandlung bis hin zur Beseitigung. Das bedeutet, dass der internationale Verhandlungsausschuss alles daran setzen wird, aus der Vielzahl möglicher Aktivitäten diejenigen Maßnahmen gemeinsam zu verabreden, die am effektivsten und schnellsten die weltweiten Quecksilberemissionen minimieren und, wo möglich, stoppen können.

Welche Auswirkung hat die Entscheidung auf die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland?

Quecksilber hat die Fähigkeit, sich über Luft und Wasser über sehr lange Strecken zu verbreiten. Konkret bedeutet dies, dass Quecksilber, wenn es zum Beispiel in die Luft freigesetzt wurde, sich durch weiträumige Transportprozesse über den gesamten Globus verteilt. Darum führen zum Beispiel Emissionen in Asien, Südamerika und Afrika zu erhöhten Belastungen von Böden und Gewässern auch in Europa. Umwelt und Gesundheit in Deutschland und Europa lassen sich also nur schützen, wenn möglichst alle Emissionsquellen weltweit geregelt werden.

Welchen Nutzen haben die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland von einem globalen Quecksilberübereinkommen?

Ein Übereinkommen mit dem Ziel, die Umwelt und die menschliche Gesundheit weltweit zu schützen, nutzt in gleichem Maße den Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland. Es wird das Ziel haben, vom Menschen verursachte Quecksilberemissionen weit möglichst zu reduzieren und den Gebrauch von Quecksilber in Produkten und Prozessen weitestgehend zu beenden. Als Folge davon werden die Umweltkonzentrationen von Quecksilber sinken und sich den vorindustriellen Werten annähern. Hierdurch wird auch die Belastung von Seefischen mit Quecksilber sinken. Durch das globale Abkommen will die Bundesregierung mit dazu beitragen, dass zum Beispiel europäisch bereits geregelte Produkte auch weltweit weniger produziert beziehungsweise angewandt werden und auch durch Handel nicht mehr zu uns gelangen. Es sollen daher zusätzlich im geplanten Übereinkommen Anreize geschaffen werden, auch global quecksilberfreie, bezahlbare alternative Produkte und Produktionsverfahren zu fördern und überschüssiges Quecksilber über eine sichere Lagerung oder Beseitigung weitest möglich aus dem Markt zu nehmen.

Wird Quecksilber verboten?

Quecksilber wird aus natürlichen Quellen wie Vulkanen freigesetzt; hinzukommen Freisetzungen durch Tätigkeiten des Menschen, was zu überhöhten Umweltkonzentrationen führt. Es ist daher notwendig, von Menschen verursachte Quecksilberemissionen zu kontrollieren und schrittweise zu minimieren. So ist zum Beispiel wichtig, das Vermarkten und den Gebrauch von Quecksilber in Produkten (zum Beispiel Thermometer, Batterien) und Industrieprozessen (zum Beispiel der PVC-Produktion) möglichst schnell auch weltweit zu reduzieren. Im Bereich der Produkte hat die EU bereits jetzt Regelungen in Kraft, die das Vermarkten und die Verwendung von Quecksilber stark einschränken. So dürfen in der EU zum Beispiel verkaufte Stabbatterien und elektronische Bauteile kein Quecksilber mehr enthalten. Ausnahmen für die Verwendung von Quecksilber sollen auf das absolut notwendige Maß reduziert werden.

Wieso fördert die Bundesregierung den Einsatz von Energiesparlampen, wenn diese doch Quecksilber enthalten?

Leider lässt sich noch nicht überall auf Quecksilber verzichten. Das gilt auch für Kompaktleuchtstofflampen oder umgangssprachlich "Energiesparlampen", die für ihre Funktion wenige Milligramm Quecksilber benötigen (maximal fünf Milligramm). Gegenüber der klassischen Glühbirne weisen Energiesparlampen eine bis zu fünffach höhere Leuchtausbeute aus, benötigen also auch nur ein Fünftel des Stroms. Würden ineffiziente Lampen und Leuchten durch solche höherer Effizienz ersetzt, könnte im Jahre 2015 allein durch solche Maßnahmen der Stromverbrauch rund 16 Millionen Kilowattstunden niedriger sein. Dies käme dem Klimaschutz zugute und könnte zugleich die mit der Stromerzeugung verbundenen Schadstoffemissionen vermindern. Energiesparlampen sind also gut für Klima und Umwelt.

Wie gehe ich mit Energiesparlampen um, so dass kein Risiko für Umwelt und Gesundheit entsteht?

Bei normalem Gebrauch und richtiger Entsorgung stellen Energiesparlampen kein Risiko dar, da das Quecksilber nicht freigesetzt wird. Ausrangierte Energiesparlampen gehören wegen ihres Schadstoffgehaltes nicht in den Hausmüll! Sie unterliegen den Anforderungen des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes und müssen daher über die speziellen Sammelbehälter auf Recyclinghöfen oder im Handel entsorgt werden. Informationen über die Rückgabemöglichkeiten erhalten die Verbraucherinnen und Verbraucher beispielsweise bei ihrer kommunalen Abfallberatung und teilweise auch im Fachhandel. Für Privatpersonen ist die Rückgabe kostenlos.

Machen Sie mit, es lohnt sich – für Ihre Gesundheit und für Umwelt und Klima:

  • Lassen Sie das Licht aus, wenn Sie es nicht brauchen.
  • Weniger Watt bedeutet weniger Stromverbrauch.
  • Augen auf beim Lampenkauf und – Ja – zu Energiesparlampen. Halogenlampen und Deckenfluter sind Stromfresser.
  • Im Betrieb befindliche Energiesparlampen emittieren kein Quecksilber.
  • Für Kinderzimmer gibt es auch Energiesparlampen mit Verbundsicherheitsglas.
  • Gebrauchte Energiesparlampen sind Sondermüll. Sie haben weder im Hausmüll noch im Glascontainer etwas zu suchen.
  • Die Rückgabe bei kommunalen Sammelstellen und teilweise auch beim Energiesparlampen führenden Handel ist für Privatpersonen kostenfrei. Rücknahmebereite Handelsunternehmen können die aus privaten Haushalten stammenden Energiesparlampen entweder über die jeweils zuständige kommunale Sammelstelle oder über ein Rücknahmesystem der Hersteller der ordnungsgemäßen Entsorgung zuführen.
  • Nutzen Sie für die Rückgabe auch die Sammelkisten, die die Kommunen dafür derzeit probeweise – und hoffentlich bald flächendeckend in ganz Deutschland – aufstellen. Achten Sie dabei bitte darauf, dass die Lampen während des Transports und Einlagerung in den Sammelkisten nicht zerbrechen, damit kein Quecksilber austreten kann.
  • Nehmen Sie die Altlampen Ihres Nachbarn mit zur nächsten Sammelstelle. Nachbarschaftshilfe ist In.
Welche Auswirkungen kann Glyphosat in der Landwirtschaft haben?

Chemische Wirkstoffe sind seit Langem ein fester Bestandteil der industriellen Landwirtschaft. Art und Umfang ihres Einsatzes sind jedoch ein Problem. Insekten, Pflanzen und Vögel, die damit in Kontakt kommen, können, je nach Art des Pflanzenschutzmittels, durch direkte Effekte geschädigt werden und sterben. Daneben können Pflanzenschutzmittel wie Glyphosat die biologische Vielfalt nachweislich gefährden, vor allem, wenn durch indirekte Effekte - durch die starke Reduzierung der sogenannten Nahrungsnetze - der Bruterfolg ausbleibt. 

Wie lautet die aktuelle Position des BMUB zur Anwendung von Glyphosat?

Die Position des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) zur weiteren Zulassung von Glyphosat ist klar: Glyphosat erfüllt in Bezug auf das Schutzgut Umwelt die Anforderungen an eine weitere Genehmigung nur dann, wenn sichergestellt wird, dass alle Risiken aufgrund der Anwendung von Glyphosat-haltigen Pflanzenschutzmitteln auf ein vertretbares Maß reduziert werden. Das bedeutet insbesondere, dass von den Anwendern verbindliche Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt ergriffen werden müssen, um damit negative Auswirkungen auf die biologische Vielfalt zu kompensieren.

Weitere Informationen:

Statement von Dr. Barbara Hendricks zur Wiederzulassung von Glyphosat (24.05.2016)

Wie steht es um die gesundheitlichen Risiken im Zusammenhang mit Glyphosat?

Neben dem Umweltschutz geht es auch um die Verantwortung für die Gesundheit des Menschen. Dies ist ein übergeordnetes Thema, das nicht an den Grenzen der besonderen Zuständigkeit eines Ressorts Halt macht. Hier ist die Bundesregierung als Ganzes gefragt. Die bestehenden Zweifel, ob Glyphosat das Risiko birgt, Krebs zu erzeugen, müssen restlos aufgeklärt werden, bevor eine Entscheidung über Glyphosat getroffen wird. Deutschland – vertreten durch die Bundesstelle für Chemikalien – hat in diesem Frühjahr eine Legaleinstufung von Glyphosat nach den EU-Gesetzen (nach der "CLP"-Verordnung über die Einstufung und Kennzeichnung chemischer Produkte) beantragt. Solange dieses Verfahren nicht abgeschlossen ist, ist nach den Maßstäben des einschlägigen europäischen Rechts offen, ob Glyphosat krebserzeugend ist oder nicht. Mit anderen Worten: Solange die Legaleinstufung nicht vorliegt, ist in der EU und nach den in der EU geltenden Maßstäben nicht zweifelsfrei geklärt, ob gegen Glyphosat gesundheitliche Bedenken zu Recht bestehen. Das "Nein" zur Wiedergenehmigung von Glyphosat, solange die gesundheitlichen Risiken nicht restlos geklärt sind, ist ein klares Bekenntnis zum Vorsorgeprinzip.

 

Was unternimmt die Bundesregierung um die Verwendung von "Mikroplastik" in kosmetischen Mitteln zu reduzieren?

Mikrokunststoffpartikel in kosmetischen Mitteln gelangen als Folge der normalen Verwendung von kosmetischen Mitteln wie z. B. Zahnpasta und Körperpeelings über den Abwasserpfad u. a. auch in die Gewässer. Man spricht hierbei vom sogenannten primären Eintrag von Mikrokunststoffpartikeln in Flüsse, Seen und Meere. Bereits viele große international tätige Hersteller von kosmetischen Mitteln haben angekündigt, auf die Verwendung von Mikrokunststoffpartikeln in kosmetischen Mitteln freiwillig zu verzichten. Das BMUB führt ausgehend von einer am Rande der Berliner "Internationalen Konferenz zur Verhinderung von Meeresmüll in europäischen Meeren" angekündigten Initiative seit Ende Oktober 2013 Gespräche mit den Herstellerfirmen und deren Verbänden über eine zeitnahe Umsetzung des angekündigten Ausstiegs. Einem solchen freiwilligen, nicht allein auf Deutschland beschränkten Ausstieg der Kosmetikindustrie räumt die Bundesregierung den Vorzug gegenüber einem in der Wirkung begrenzten nationalen Vorgehen ein. Ziel der Bundesregierung ist dabei, sowohl das Problem des Primäreintrags von Mikrokunststoffpartikeln (aus kosmetischen Mitteln) als auch des insbesondere durch Kunststoffabfälle (z. B. Plastiktüten /-flaschen, Umverpackungen) verursachten Sekundäreintrags in die Meeresumwelt (Zersetzung des Kunststoffabfalls in Mikropartikel z. B. durch Witterungseinwirkungen und Salzwasser) europaweit einheitlich zu lösen. Erkenntnisse der Bundesregierung über Mengen, Verbleib und Auswirkungen von Mikroplastik

Können Mikroplastikartikel in Lebensmitteln die Gesundheit gefährden?

Bislang liegen keine belastbaren Daten vor, in welchen Mengen Mikroplastikpartikel tatsächlich in Lebensmitteln vorkommen, woher die Partikel stammen und welche gesundheitlichen Effekte diese auslösen. Obwohl zur Wirkungsweise von Mikroplastik noch Wissenslücken bestehen, ist nach gegenwärtigem Wissensstand aufgrund der, wenn überhaupt, sehr geringen Konzentrationen in Lebensmitteln eine Gesundheitsgefährdung durch Mikroplastik-Partikel nicht zu befürchten. Zudem kann davon ausgegangen werden, dass Partikel mit einer vergleichbaren Größe zu Sand oder auch zu Samen von Beeren problemlos vom Körper wieder ausgeschieden werden.

Bisher wurden Mikroplastikpartikel im Verdauungstrakt von Muscheln, Krebstieren und Fischen nachgewiesen. Aktuell laufen erste Forschungsvorhaben zum Vorkommen von Mikroplastikpartikeln in der marinen Umwelt und deren Auswirkungen auf Meerestiere. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) wurde von der Bundesregierung um eine gesundheitliche Bewertung aus europäischer Perspektive gebeten. Mikroplastik in Lebensmitteln

Ergänzende Informationen finden Sie in der Antwort der Bundesregierung auf die kleine Anfrage von Mitgliedern des Deutschen Bundestages.

Wie werden Verbraucherinnen und Verbraucher gegen Verunreinigungen von Lebensmitteln aus der Umwelt geschützt?

Eine Aufgabe des BMUB ist es, Verunreinigungen der Luft, des Wassers oder des Bodens zu verringern bzw. zu vermeiden, um daraus rührende Belastungen in Lebensmitteln (sog. Umweltkontaminanten) möglichst auszuschließen. Dies betrifft beispielsweise  die allgegenwärtig in der Umwelt vorhandenen gesundheitsschädlichen Dioxine und polychlorierten Biphenyle (PCB), welche zum Beispiel über fetthaltige, vom Tier stammende Lebensmittel wie Fleisch, Milchprodukte und Eier sowie Fischereierzeugnisse aufgenommen werden können. Ebenso können Schwermetalle und Radionuklide in Lebensmitteln eine gesundheitliche Gefahr für die Verbraucherinnen und Verbraucher darstellen. Daher gelten zum umweltbezogenen gesundheitlichen Verbraucherschutz EU-weit rechtsverbindliche Höchstgehalte (Grenzwerte) für verschiedene Umweltkontaminanten in Lebensmitteln. Es ist zu betonen, dass Gesundheitsschäden durch Umwelteinflüsse auf Lebensmittel in Deutschland eher die Ausnahme sind. Umweltpolitik - Auch ein Standbein der Lebensmittelsicherheit