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Stand: 01.08.2009

Nationaler Entwicklungsplan Elektromobilität der Bundesregierung

Kurzfassung

Nach weit mehr als 100 Jahren Entwicklungsgeschichte des Verbrennungsmotors imStraßenverkehr deutet sich mit der Elektromobilität eine technologische Zeitenwendeim Verkehrsbereich an. Die Elektrifizierung der Antriebe ist eine ganz wesentlicheStellschraube für eine zukunftsfähige Mobilität. Sie bietet die Chance, die Abhängigkeitvom Öl zu reduzieren, die Emissionen zu minimieren und die Fahrzeuge besser in einmultimodales Verkehrssystem zu integrieren.

Auch wenn auf absehbare Zeit der Verbrennungsmotor seine Bedeutung für denVerkehr noch behalten wird und hier weitere Effizienzverbesserungen sowie dieNutzung biogener Kraftstoffe auf der verkehrspolitischen Agenda bleiben müssen, giltes, bereits heute den schrittweisen Übergang zu neuen Effizienztechnologien zugestalten. Um im internationalen Wettbewerb zu bestehen, muss Deutschland zumLeitmarkt Elektromobilität werden und die Führungsrolle von Wissenschaft sowie derAutomobil- und Zulieferindustrie behaupten.

Ziel des Nationalen Entwicklungsplans Elektromobilität ist es, die Forschung undEntwicklung, die Marktvorbereitung und die Markteinführung von batterieelektrischbetriebenen Fahrzeugen in Deutschland voranzubringen. Die im Konjunkturpaket II derBundesregierung aufgegriffenen Maßnahmen wirken dabei wie Katalysatoren. Siemüssen auf der Zeitachse verstetigt und dem Technologiefortschritt angepasstwerden.

Die Technologien für elektrische Antriebe, Energiespeicher und Netzinfrastruktur sindin ihren Grundlagen entwickelt. Allerdings besteht an zahlreichen Stellen derWertschöpfungskette noch Forschungs-, Optimierungs- und Vernetzungsbedarf. Vorallem in der Schlüsseltechnologie der Batteriespeicher sind erhöhte Anstrengungenerforderlich, um die globale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Automobilindustrie zubehaupten und zu stärken.

Der Einstieg in die Elektromobilität ist kurzfristig über Demonstrationsvorhaben undFeldversuche möglich. Erste Plug-In-Hybridfahrzeuge und reine Elektrofahrzeugekönnen in wenigen Jahren Marktreife erlangen. Der Aufbau derBatterieladeinfrastruktur muss dabei schrittweise und zunächst lokal bzw. regionalkonzentriert erfolgen. Für eine breite Markteinführung sind insbesondere dieKostenstrukturen sowie die Alltagstauglichkeit der Fahrzeuge zu verbessern. Aufgrundder heute noch bestehenden technologischen und wirtschaftlichen Herausforderungenwird es wohl noch mehr als eine Dekade dauern, bis Elektrofahrzeuge einensignifikanten Marktanteil erreichen. Ziel der Bundesregierung ist es, dass bis 2020 eineMillion Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen fahren.

Deutschland startet mit dem Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität von einerstarken und breiten Basis. Um auf dem beschriebenen Weg schnellervoranzukommen, sind verstärkte Anstrengungen des Staates und insbesondere derWirtschaft notwendig. BDEW, VDA und ZVEI haben sich erst jüngst zu ihrerVerantwortung bekannt. Notwendig für eine breite Einführung von Elektrofahrzeugen inden kommenden Jahren ist die Schaffung einer Reihe von politischen, regulatorischen,technischen und infrastrukturellen Voraussetzungen. So müssen z.B. zurGewährleistung von Interoperabilität, Sicherheit und Akzeptanz offene europäischeStandards geschaffen werden, die global hohe Maßstäbe setzen. Die Bundesregierungwird im Rahmen des Nationalen Entwicklungsplans Elektromobilität in den nächsten 10Jahren ihren Beitrag leisten. Neben ordnungsrechtlichen Maßnahmen, dieinsbesondere Fortschritte bei der Batterietechnologie, der Netzintegration sowie bei derMarktvorbereitung und -einführung unterstützen, wird ein Marktanreizprogramm unddessen Ausgestaltung geprüft. Soweit zusätzliche Aktivitäten auf den Bund entfallen,stehen sie unter dem Vorbehalt der geltenden Finanzplanung und der politischenEntscheidungen in der nächsten Legislaturperiode.

Grundsätzlich muss berücksichtigt werden, dass Elektrofahrzeuge sich letztlich nurdann durchsetzen werden, wenn die Entwicklung ihrer Gesamtkosten inklusiveInfrastruktur die Gewähr dafür bietet, dass im Wettbewerb keine dauerhaftenSubventionen erforderlich sind.

Die Umsetzung des Nationalen Entwicklungsplans Elektromobilität erfordert daher vonAnfang an eine enge Abstimmung zwischen allen beteiligten Akteuren. Hierzu ist eineNationale Plattform Elektromobilität zu etablieren, die sich aus Vertretern der Politik,der Industrie und Wissenschaft, der Kommunen sowie der Verbraucherzusammensetzt und die Einrichtung aufgabenbezogener Arbeitsgruppen ermöglicht.

Die Bundesregierung setzt mit der Elektromobilität ihre Strategie "weg vom Öl" weiterum. In Verbindung mit erneuerbaren Energien leistet sie, wie bereits im IntegriertenEnergie- und Klimaprogramm (IEKP) dargelegt, einen bedeutenden Beitrag zurUmsetzung der Klimaschutzziele der Bundesregierung. Wichtig ist es auch, dieElektromobilität im Kontext der Kraftstoffstrategie und der Hightech-Strategie derBundesregierung (HTS) zu betrachten. Darüber hinaus kann einer neuenMobilitätskultur und einer modernen Stadt- und Raumplanung zum Durchbruchverholfen werden.

Die Elektromobilität bedeutet für den Verkehrs- und Energiebereich einenParadigmenwechsel. Wir haben es heute in der Hand, die richtigen Weichen für dieMobilität der Zukunft zu stellen und die offenen Fragen und Herausforderungen ineinem kontinuierlichen Entwicklungsprozess anzugehen und zu lösen.

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