Stilllegung kerntechnischer Anlagen

Kerntechnische Anlagen werden nach Beendigung ihrer betrieblichen Nutzung zum Schutz von Mensch und Umwelt geordnet stillgelegt.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Stilllegung kerntechnischer Anlagen ergeben sich im Wesentlichen aus dem Atomgesetz und den zugehörigen Verordnungen. Danach muss die Stilllegung ein behördliches Genehmigungsverfahren unter Beteiligung der Öffentlichkeit durchlaufen, um Mensch und Umwelt vor unzulässigen Strahlenbelastungen zu schützen.

Unter dem Begriff "Stilllegung" versteht man alle Maßnahmen, die nach Erteilung der Stilllegungsgenehmigung durchgeführt werden, bis eine behördliche Überwachung nicht mehr notwendig ist.

Deutschland verfügt über eine große Stilllegungserfahrung

In Deutschland wurden bisher 19 Leistungs- und Prototyp-Reaktoren, über 30 Forschungsreaktoren sowie elf Anlagen der nuklearen Ver- und Entsorgung abgebaut beziehungsweise befinden sich in verschiedenen Phasen der Stilllegung. Im Jahr 2017 haben mit Neckarwestheim-1, Philippsburg-1, Isar-1 und Biblis-A und -B 5 weitere Leistungsreaktoren eine Stilllegungsgenehmigung erhalten.

Deutschland verfügt daher über umfangreiche Stilllegungserfahrung, sowohl was die Anzahl als auch die Vielfalt der stillgelegten Anlagen betrifft. Am Standort des Kernkraftwerks Greifswald wird das europaweit größte Stilllegungsprojekt durchgeführt.

Zuletzt geändert: 22.08.2017