Zwischenlager für radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung

Radioaktive Abfälle aus dem Betrieb und der Stilllegung von Kernkraftwerken sind bis zu ihrer Verbringung in ein Endlager in Einrichtungen zwischenzulagern, die entsprechend dem Verursacherprinzip durch den Betreiber zu errichten und zu betreiben sind. Mit dem Entsorgungsübergangsgesetz wird der Übergang der Finanzierungsverantwortung für die Zwischenlagerung von den Betreibern auf den Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung geregelt. Danach geht die Finanzierungsverpflichtung des jeweiligen Betreibers auf den Fonds über, wenn er die dafür vorgesehene Zahlung an den Fonds erbracht hat. Zur Organisation der Zwischenlagerung wurde eine bundeseigene Zwischenlagergesellschaft gegründet (BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH), welche bestimmte Zwischenlager für radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung von den Betreibern zum 1. Januar 2020 übernimmt. Neben der Zwischenlagerung von radioaktiven Abfällen wird für radioaktive Reststoffe auch das Ziel der Abklinglagerung verfolgt, um zu einem späteren Zeitpunkt eine vereinfachte Verarbeitung und ggf. Freigabe der Stoffe zu ermöglichen und so den Bedarf an Endlagervolumen zu reduzieren.

Gegenwärtig stehen für die Abfälle neben Einrichtungen an den Standorten der Kernkraftwerke die externe Lagerhalle Unterweser, das Standortzwischenlager Biblis (die Dauer der Zwischenlagerung radioaktiver Abfälle ist auf zehn Jahre ab der ersten Einlagerung eines Abfallgebindes befristet), das TBL Ahaus (die Dauer der Zwischenlagerung für radioaktive Abfälle im westlichen Hallenflügel ist auf zehn Jahre ab der ersten Einlagerung eines Abfallgebindes befristet), das Abfalllager Gorleben (ALG), die EVU-Halle des Zwischenlagers Mitterteich, die Zwischenlager der DAHER NUCLEAR TECHNOLOGIES GmbH (ehemals Nuclear + Cargo Service GmbH (NCS)) in Hanau, das Zwischenlager Nord (ZLN) in Rubenow, das Zwischenlager Rossendorf (ZLR) sowie die Zwischenlagerkapazitäten der Kerntechnische Entsorgung Karlsruhe GmbH (KTE) zur Verfügung.

Durch die Genehmigungen für diese Zwischenlager gibt es Einschränkungen bei der Anlieferung. So dürfen zum Beispiel nach Mitterteich nur Abfälle aus bayerischen kerntechnischen Anlagen, in das ZLN vorwiegend Abfälle aus den im Abbau befindlichen Kernkraftwerken in Greifswald und Rheinsberg, und zur KTE hauptsächlich Abfälle aus dem Betrieb und der Stilllegung der Anlagen am Standort Karlsruhe zur Zwischenlagerung verbracht werden. Ein Antrag zur Bereitstellung zusätzlicher Lagerkapazität für konradgängige Abfälle im Transportbehälterlager Gorleben (TBL-G) wurde gestellt und ist derzeit in Prüfung. Radioaktive Abfälle aus den Großforschungseinrichtungen werden in der Regel an ihrem Entstehungsort konditioniert und zwischengelagert. Abfälle aus Forschung, Industrie und Medizin können an elf Landessammelstellen abgegeben werden. Die Abfälle werden zum überwiegenden Teil als Rohabfälle angenommen. Ihre Konditionierung kann je nach vorhandenen technischen Einrichtungen vor Ort erfolgen oder wird durch externe Dienstleistungsfirmen wahrgenommen. Für Abfälle aus Forschung, Medizin und Industrie gibt es daneben private Konditionierungs- und Entsorgungsfirmen. Abfälle aus der kerntechnischen Industrie werden vor Ort endlagergerecht konditioniert und entweder im Abfalllager Gorleben, in der EVU-Halle Mitterteich oder im Zwischenlager der DAHER NUCLEAR TECHNOLOGIES GmbH in Hanau zwischengelagert.

Zuletzt geändert: 27.09.2017