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Zwischenlager für Wärme entwickelnde radioaktive Abfälle und bestrahlte Brennelemente

Trockene Zwischenlagerung bestrahlter Brennelemente und hochradioaktiver Abfälle

Alle Zwischenlager in Deutschland sind als Trockenlager konzipiert, in die mit bestrahlten Brennelementen oder verglasten hochradioaktiven Abfällen beladene Transport- und Lagerbehälter eingelagert werden. Es sind verschiedene Ausführungsvarianten der Zwischenlager genehmigt. Sie unterscheiden sich hauptsächlich in der Anordnung der Lagerbereiche und in der Gebäudewandstärke; das Standortzwischenlager Neckarwestheim ist als Tunnelanlage ausgeführt. Alle Konzepte erfüllen die Anforderungen des Atomgesetzes an eine sichere Aufbewahrung.

Die Zwischenlager sind mit passiver Naturzugkühlung ausgeführt, die unabhängig von aktiven technischen Systemen die Wärme der Behälter abführt. Die dickwandigen Behälter, die über eine Dichtung verfügen, stellen sowohl im bestimmungsgemäßen Betrieb als auch bei Störfällen die Einhaltung der Schutzziele, das heißt den sicheren Einschluss des radioaktiven Inventars, die notwendige Strahlenabschirmung und die Kritikalitätssicherheit sicher. Der Schutz gegen äußere Einwirkungen wie Erdbeben, Explosionsdruckwelle oder Flugzeugabsturz wird durch die dicke Wandung der Behälter gewährleistet. Im Genehmigungsverfahren wurde nachgewiesen und bestätigt, dass die Behälter für eine Lagerdauer von mindestens 40 Jahren geeignet sind. Die Dauer der Genehmigung eines Zwischenlagers ist daher zurzeit auf 40 Jahre ab der ersten Einlagerung eines Behälters begrenzt. Eine Verlängerung der Genehmigungen darf nur aus unabweisbaren Gründen und nach der vorherigen Befassung des Deutschen Bundestages erfolgen.

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Standortzwischenlager an den Kernkraftwerksstandorten

Das Konzept der Bundesrepublik Deutschland sieht heute vor, dass die bestrahlten Brennelemente an den Standorten der Kernkraftwerke zwischengelagert werden. Sie verbleiben in der Regel dort, wo sie anfallen, bis sie endlagergerecht konditioniert und endgelagert werden. Durch die Zwischenlagerung am Standort werden Brennelementtransporte bis zur Endlagerung mit vorlaufender Konditionierung zunächst vermieden.

An zwölf Standorten von Kernkraftwerken wurden dezentrale Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente atomrechtlich genehmigt, errichtet und in Betrieb genommen. Die Lager sind als Trockenlager konzipiert, in die mit bestrahlten Brennelementen beladene Transport- und Lagerbehälter (zum Beispiel in Behältern der Bauart CASTOR®) eingelagert werden. Die am 28. November 2003 erteilte Aufbewahrungsgenehmigung für das Standortzwischenlager Brunsbüttel wurde mit dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Schleswig und dessen Bestätigung durch das Bundesverwaltungsgericht am 16. Januar 2015 aufgrund von Ermittlungsdefiziten, nicht jedoch wegen einer festgestellten unzureichenden Sicherheit des Zwischenlagers, aufgehoben. Eine Neugenehmigung für das Standortzwischenlager wurde am 16. November 2015 beantragt. Die Lagerung der Brennelemente wird für die Dauer eines Genehmigungsverfahrens, längstens jedoch für drei Jahre, auf Basis einer atomrechtlichen Anordnung der zuständigen Genehmigungsbehörde geduldet. Im Kernkraftwerk Obrigheim wurde 1998 eine Erweiterung der Nasslagerkapazität in einem Becken außerhalb des Reaktorgebäudes genehmigt. Die nach der Abschaltung des Kraftwerks im Mai 2005 in der Anlage verbliebenen Brennelemente werden bis auf weiteres in dem Nasslager am Standort zwischengelagert. Es ist vorgesehen, sie in das Standortzwischenlager Neckarwestheim zu verbringen.

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Zentrale Zwischenlager

Transportbehälterlager Ahaus

Das Transportbehälterlager Ahaus besitzt eine Genehmigung zur Aufbewahrung von abgebrannten Brennelemente aus unterschiedlichen deutschen Kernkraftwerken. Das Lager ist als Trockenlager ausgelegt. und ist zusätzlich für die Lagerung von Transport- und Lagerbehältern der Bauart CASTOR® THTR/AVR und MTR 2 genehmigt, in denen Brennelemente aus Versuchs-, Demonstrations- und Forschungsreaktoren aufbewahrt werden.

Es ist vorgesehen, das Transportbehälterlager Ahaus auch für die Aufbewahrung weiterer Brennelemente aus Forschungsreaktoren (dem BER II des Helmholtz-Zentrums Berlin, dem TRIGA-Reaktor der Universität Mainz und der Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II) der Technischen Universität München) in Behältern der Bauart CASTOR® MTR 3 zu nutzen. Eine Prognose über diese geplante Aufbewahrung im TBL Ahaus ist derzeit nicht möglich, da dies auch von einer eventuellen Inanspruchnahme weiterer Entsorgungswege durch die Betreiber der Forschungsreaktoren abhängt. Weiterhin wurde die Aufbewahrung von hochdruckkompaktierten radioaktiven Abfällen (CSD-C aus der Wiederaufarbeitung in La Hague) beantragt.

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Transportbehälterlager Gorleben

Das Transportbehälterlager Gorleben ist neben der Aufbewahrung von bestrahlten Brennelementen aus unterschiedlichen deutschen Kernkraftwerken zusätzlich für HAW-Glaskokillen genehmigt. Seit Ende des Jahres 2012 lagern dort insgesamt 108 Behälter mit verglasten Abfällen aus der Wiederaufarbeitung. Nach Inkrafttreten des Standortauswahlgesetzes müssen die verbleibenden hochradioaktiven Abfälle aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente im Ausland in standortnahen Zwischenlagern eingelagert werden. Hierzu wurde von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks am 19. Juni 2015 ein Gesamtkonzept vorgelegt.

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Zwischenlager Nord (ZLN) in Rubenow

Im als Trockenlager konzipierten Zwischenlager Nord (ZLN) in Rubenow werden derzeit neben abgebrannten Brennelementen aus den Reaktoren sowjetischer Bauart in Rheinsberg und Greifswald auch bestrahlte und unbestrahlte Brennstäbe aus der Kompakten Natriumgekühlten Kernreaktoranlage Karlsruhe (KNK II) und dem Nuklearschiff Otto Hahn, sowie hochradioaktive Glaskokillen aus der Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe (WAK) aufbewahrt. Die KNK-Brennstäbe wurden im Jahr 2010 eingelagert, die hochradioaktiven Glaskokillen im Jahr 2011.

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Zwischenlager Jülich

Das Zwischenlager in Jülich enthält die abgebrannten Brennelementkugeln aus dem Betrieb des Atomversuchsreaktors Jülich (AVR). Es lagern dort gegenwärtig 152 Transport- und Lagerbehälter der Behälterbauart CASTOR® THTR/AVR. Nachdem die Aufbewahrungsgenehmigung ausgelaufen und die Betreiberin die Nachweisführung zu den Anforderungen aus dem Genehmigungsverfahren zur Verlängerung der Geltungsdauer nicht abschließen konnte, hat das Wirtschaftsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen in seiner Zuständigkeit als atomrechtliche Aufsichtsbehörde am 2. Juli 2014 eine Anordnung zur Räumung des AVR-Behälterlagers Jülich erlassen.

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Tabelle: Überblick über nach § 6 des Atomgesetzes genehmigte Zwischenlager

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Zuletzt geändert: 02.01.2017

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