Schutz des Patienten

Der größte Beitrag künstlich erzeugter Strahlenexposition der Bevölkerung in Deutschland wird durch die medizinische Anwendung ionisierender Strahlung und radioaktiver Stoffe in der medizinischen Diagnostik verursacht. Untersuchungen mittels der Computertomographie (CT) haben hieran den größten Anteil.

Solche Anwendungen darf nur ein Arzt mit der entsprechenden Fachkunde im Strahlenschutz durchführen. Er muss im Rahmen des gesetzlich geforderten Rechtfertigungsprozesses vor jeder diagnostisch oder therapeutisch eingesetzten Strahlenanwendung beim Patienten entscheiden, ob der Nutzen der Anwendung die Belastung des Patienten durch die Strahlung übersteigt. Diese sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung wird als "rechtfertigende Indikation" bezeichnet.

Die Überweisung von Patienten zur Durchführung diagnostischer Verfahren erfolgt in Deutschland im Rahmen einer Mitbehandlung oder Weiterbehandlung. Dem überweisenden Arzt ohne erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz nach Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) und nach Röntgenverordnung (RöV) ist es dabei nicht gestattet, das anzuwendende Untersuchungsverfahren auszuwählen. Dieses ist nur dem die Strahlenanwendung durchführenden Arzt mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz gestattet. Ein konkreter Untersuchungsauftrag - so genannter "Zielauftrag" - darf damit nicht von einem Arzt ohne erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz erteilt werden.

Die Strahlenschutzkommission (SSK) hat auf Veranlassung des Bundesumweltministeriums und auf der Basis einer entsprechenden EU-Richtlinie eine Orientierungshilfe für bildgebende Untersuchungen für überweisende Ärzte erstellt.

Die Empfehlungen richten sich an alle Ärzte, die Patienten zur Durchführung von bildgebenden Untersuchungen überweisen und die nicht selbst über die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz verfügen. Die Orientierungshilfe soll den Ärzten als tägliche Arbeitshilfe dienen.

Aufgrund der rasanten Entwicklung von neuen medizinischen Untersuchungsverfahren erfolgt die Aktualisierung der Orientierungshilfe regelmäßig in kurzen Zeitabständen.

Als Mittel zur Optimierung des Strahlenschutzes sind in der nuklearmedizinischen Diagnostik und in der Röntgendiagnostik so genannte diagnostische Referenzwerte zu beachten. Ziel ist es, im Rahmen der Überwachung durch die ärztlichen Stellen Anwender zu finden, bei denen die Dosiswerte ständig ungerechtfertigt über denen der Referenzwerte liegen, und ihnen die ggf. vorhandenen systematischen Fehler aufzuzeigen und zu beheben.

Weitere Informationen zum Strahlenschutz in der Medizin befinden sich auf den Internetseiten des Bundesamtes für Strahlenschutz (www.bfs.de) und der Strahlenschutzkommission SSK (www.ssk.de).

Zuletzt geändert: 12.05.2014