Radioaktivität in der Umwelt

Die Überwachung der Radioaktivität in der Umwelt dient der messtechnischen und rechnerischen Erfassung von Emissionen, Immissionen und der daraus resultierenden Strahlenexposition des Menschen.

Messungen zur Überwachung der Umweltradioaktivität werden in der Bundesrepublik Deutschland seit Anfang der 50er Jahre durchgeführt. Ihr Ziel war damals die Erfassung des radioaktiven Fallouts aus den oberirdischen Kernwaffentests.

Mit der Zeichnung des Vertrages zur Gründung der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM-Vertrag) im Jahr 1957, dessen Zielsetzung die Entwicklung der friedlichen Nutzung der Kernenergie war, haben sich alle Mitgliedstaaten zur Überwachung der Radioaktivität in Luft, Wasser und Boden sowie zur Berichterstattung über die Ergebnisse dieser Überwachung verpflichtet.
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In Deutschland wurde damit der Aufbau eines amtlichen Messstellennetzes erforderlich. Die Überwachungsaufgaben wurden zwischen Bund und Ländern aufgeteilt und 1961 in einer Verwaltungsvereinbarung festgehalten. Seitdem messen die Behörden des Bundes radioaktive Stoffe in der Luft, den atmosphärischen Niederschlägen, den Bundeswasserstraßen sowie in Nord- und Ostsee, während die Messstellen der Länder alle anderen Medien überwachen. Gleichzeitig wurde das System der Leitstellen eingerichtet. Den Leitstellen wurden dabei koordinierende und beratende Aufgaben sowie die Durchführung von Maßnahmen zur Qualitätssicherung übertragen.

Mit Beginn der großtechnischen Nutzung der Kernenergie Anfang der 60er Jahre wurde basierend auf dem Atomgesetz (AtG) auch eine Überwachung der radioaktiven Emissionen sowie der daraus bedingten Einträge in die Umwelt eingeführt. Aus mehreren Vorläufern entstand 1979 die Richtlinie zur Emissions- und Immissions-Überwachung kerntechnischer Anlagen (REI), in der die Anforderungen an die anlagenbezogene Überwachung festgelegt sind.

Als im Jahr 1986 der Unfall im Kernkraftwerk Tschernobyl zu einer europaweiten Kontamination der Umwelt führte, wurde die großräumige Überwachung der Umweltradioaktivität, die nach Einstellung der oberirdischen Kernwaffenversuche vermeintlich an Bedeutung verloren hatte, mit dem Strahlenschutzvorsorgegesetz (StrVG) gesetzlich geregelt und mit Hilfe der Informationstechnik zu einem "Integrierten Mess- und Informationssystem (IMIS)" ausgebaut.

Zuletzt geändert: 01.11.2009