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Das Integrierte Mess- und Informationssystems zur Überwachung der Radioaktivität in der Umwelt (IMIS)

Allgemeine Umweltüberwachung

Die Radioaktivität in der Umwelt wird in der Bundesrepublik Deutschland flächendeckend überwacht. Der Reaktorunfall in Tschernobyl hat deutlich gemacht, wie wichtig es ist, über ein adäquates Frühwarn- und Messsystem zu verfügen, das es gestattet, eine sich entwickelnde Belastungslage rasch festzustellen und messtechnisch verfolgen zu können, um auf der Basis genauer und zeitgerechter Informationen ggf. Vorsorgemaßnahmen zum Schutz der Bevölkerung einzuleiten.

Dieses führte zum Aufbau des "Integrierten Mess- und Informationssystems zur Überwachung der Radioaktivität in der Umwelt (IMIS)".

  • Dieses gewährleistet eine ständige lückenlose und flächendeckende Überwachung der Umweltradioaktivität und gibt jederzeit ein vollständiges Bild von der Kontaminationssituation im Bundesgebiet (www.bfs.de).
  • Unter Nutzung moderner IT-Technik werden die in den Messnetzen und Messsystemen gewonnenen Daten in einer zentralen Datenbank so zusammenführt, dass alle Messwerte zentral erfasst, zusammengefasst, aufbereitet und dokumentiert werden können.

Das System wurde nach mehrjähriger Entwicklung 1993 beim Bundesamt für Strahlenschutz in Betrieb genommen. Im April 2005 wurde das seither ständig laufende IT-System des IMIS durch ein neues, zeitgemäßes System ersetzt, das seither kontinuierlich weiterentwickelt wird.

IMIS - Integriertes Mess- und Informationssystem (Grafik: BMUB)

Grafik herunterladen (246 KB)

Zuständigkeiten

Nach dem Strahlenschutzvorsorgegesetz besteht hinsichtlich der Messaufgaben eine Aufgabenaufteilung zwischen Bund und Ländern. Die Umweltbereiche Luft und Wasser, in denen der großräumige Transport radioaktiver Stoffe erfolgt, werden durch ortsfeste, flächendeckende und kontinuierlich arbeitende Messnetze überwacht:

  • 48 Messstationen zur Erfassung der Aktivitätskonzentration in Luft und Niederschlag, betrieben vom Deutschen Wetterdienst
  • 40 Messstationen an den Bundeswasserstraßen, betrieben von der Bundesanstalt für Gewässerkunde
  • 13 Messstationen zur Erfassung der Aktivitätskonzentration in den Küstengewässern von Nord- und Ostsee, betrieben vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie und
  • 1800 Messstationen zur Erfassung der Gammaortsdosisleitung, d.h. des Strahlenpegels in Bodennähe, betrieben vom Bundesamt für Strahlenschutz.

Die Umweltbereiche, in denen sich radioaktive Stoffe ablagern und anreichern können, werden von so genannten Landesmessstellen überwacht. Hierzu zählen:

  • Lebensmittel, einschließlich Milch und Milchprodukte
  • Futtermittel,
  • Trinkwasser und Grundwasser,
  • Boden,
  • Pflanzen,
  • Arzneimittel sowie
  • Abfälle, Abwässer und Klärschlamm

Die Messungen erfolgen nach gezielten Probenentnahmen in den vorgenannten Landesmessstellen.

Alle Messdaten unterliegen grundsätzlich einer zweistufigen Plausibilitätskontrolle, die einerseits eine Plausibilitätsprüfung durch den Messwerterzeuger und andererseits eine synoptische Plausibilisierung durch die "Leitstellen des Bundes für die Überwachung der Umweltradioaktivität" vorsieht. Bei den Leitstellen wird die Plausibilität u. a. auf der Grundlage radioökologischer Zusammenhänge unter Hinzuziehung von Messwerten anderer Umweltbereiche geprüft. Leitstellen sind spezialisierte Labors bei oberen Fachbehörden des Bundes, die sich auf einzelne Umweltbereiche spezialisiert haben.

Zuletzt geändert: 17.11.2014

Weitere Informationen

Radioaktivität in der Umwelt