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Stand: 01.12.2009

FAQ Solariennutzung

1. Nutzungsverbot für Minderjährige

Ist die Nutzung eines Solariums für einen Minderjährigen erlaubt, der eine schriftliche Erlaubnis seiner Eltern vorlegt?

Nein, § 4 NiSG verbietet die Nutzung von Solarien durch Minderjährige, ohne Ausnahmen zuzulassen. Dieses Nutzungsverbot kann daher nicht von den Eltern - etwa durch eine ausdrückliche Einwilligung - aufgehoben werden.

Ist die Nutzung eines Solariums für einen Minderjährigen erlaubt, der ein ärztliches Attest vorlegt, mit dem ihm UV-Strahlung verschrieben wird?

Nein, § 4 NiSG verbietet die Nutzung von Solarien durch Minderjährige, ohne Ausnahmen zuzulassen. Eine aus medizinischer Sicht notwendige UV-Bestrahlung darf bei einem Minderjährigen nur durch den (Haut-)Arzt selbst vorgenommen werden.

Wer ist zuständig für die Überwachung des Nutzungsverbots für Minderjährige?

Die Bundesländer bestimmen, wer das Nutzungsverbot für Minderjährige in ihrem jeweiligen Gebiet überwacht. Wer Verstöße melden möchte, kann sich an das örtliche Ordnungsamt wenden.

Welche Konsequenz hat ein Verstoß gegen das Nutzungsverbot für Minderjährige?

Der Minderjährige selbst wird nicht bestraft. Der Betreiber eines Solariums, das der Minderjährige genutzt hat, kann mit einem Bußgeld von bis zu 50.000,00 EUR belegt werden.

2. Solarien allgemein

Welche Gefahr droht durch die Nutzung von Solarien?

Wenn ein technisch einwandfreies Solarium verantwortungsvoll und nach vorheriger fachkundiger Beratung genutzt wird, ist die Gefahr durch diese Nutzung relativ gering. Anderenfalls droht als akute Folge die Gefahr eines Sonnenbrandes, also einer schmerzhaften Verbrennung der Haut.

Gefährlicher sind aber die Langzeitfolgen: so wird UV-Strahlung für die meisten Hautkrebserkrankungen verantwortlich gemacht. Sie wird von der Weltgesundheitsorganisation in die Gruppe der am stärksten krebserregenden Stoffe eingeordnet. Jährlich erkranken ungefähr 140.000 Menschen in Deutschland an Hautkrebs, mit steigender Tendenz. Damit hat sich die Zahl der Hautkrebserkrankungen in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Für ungefähr 3.000 bis 5.000 Menschen jährlich verläuft die Krankheit in Deutschland tödlich. Außerdem fördert UV-Strahlung die Hautalterung. Schließlich kann UV-Strahlung Augenerkrankungen wie Hornhautentzündungen und grauen Star auslösen.

Wenn Sie ein Solarium nutzen wollen, achten Sie darauf, in ein zertifiziertes Sonnenstudio zu gehen. Sie erkennen es an diesem Zeichen:

In zertifizierten Sonnenstudios sollen die Sonnenbänke die für Neugeräte zulässige Bestrahlungsstärke von 0,3 W/m2 einhalten, die Kunden sollen zudem eine fachkundige Beratung erhalten. Damit dies zukünftig in allen Sonnenstudios gewährleistet ist, wird im Laufe des Jahres 2010 eine entsprechende Rechtsverordnung in Kraft treten.

Ist die Nutzung von Solarien für Erwachsene ungefährlich?

Nein, auch für Erwachsene stellt die Nutzung eines Solariums eine Gefährdung dar. Allerdings ist die Haut junger Menschen erheblich stärker von UV-Strahlung gefährdet, denn die UV-Dosis, der ein Mensch in den ersten Lebensjahren ausgesetzt, ist ein wichtiger Faktor für das individuelle Hautkrebsrisiko. Daher wurde die Forderung internationaler Gesundheitsexperten, die Nutzung von Solarien für Minderjährige zu verbieten, in Deutschland umgesetzt.

Warum werden Solarien nicht vollkommen verboten?

Ein vollständiges Verbot von Solarien, das angesichts der steigenden Hautkrebserkrankungen teilweise vehement gefordert wird, würde gegen das im Grundgesetz verankerte Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit verstoßen, das ein Recht auf Selbstschädigung beinhaltet. Die staatliche Fürsorgepflicht ist nur für die besonders gefährdeten und noch in der Entwicklung befindlichen Minderjährigen stark genug ausgeprägt, um diese mit einem Verbot vor den Gesundheitsgefahren künstlicher UV-Strahlung zu schützen.

Daher wird im Laufe des Jahres 2010 eine Rechtsverordnung in Kraft treten, die die Nutzung von Solarien noch sicherer machen wird. Es werden u.a. technische Voraussetzungen für den Betrieb eines Solariums aufgestellt und vor allem Beratungspflichten gegenüber den Kunden eingeführt.

Wie oft darf ein Erwachsener ins Solarium gehen?

Es wird empfohlen, sich nach der Nutzung eines Solariums mindestens 48 Stunden keiner UV-Strahlung auszusetzen. Die maximale Anzahl von Sonnenbädern - im Freien oder im Solarium - sollte ca. 50 pro Jahr nicht überschreiten.

Ist natürliches Sonnenlicht genauso gefährlich wie UV-Strahlung in einem Solarium?

Grundsätzlich hat natürliche UV-Strahlung die gleiche Wirkung wie künstliche UV-Strahlung, beide erhöhen das Hautkrebsrisiko. Ungeschütztes Sonnenbaden im Freien sollte daher vermieden werden, vor allem im Sommer zur Mittagszeit. Es gilt: wer sich UV-Strahlung in Maßen aussetzt und dabei den Schutz der Haut und der Augen nicht vernachlässigt, braucht die schädlichen Wirkungen der UV-Strahlung nicht zu fürchten. Natürliche UV-Strahlung ist den Bedürfnissen des Menschen allerdings besser angepasst als künstliche UV-Strahlung.

Hat UV-Strahlung auch positive Wirkungen?

Durch UV-Strahlung kann der Körper das von ihm benötigte Vitamin D3 bilden. Dies ist die einzige nachgewiesene positive Wirkung der UV-Strahlung. Dieser Prozess wird ausschließlich durch UV-B-Strahlung ausgelöst, deren Anteil im Solarium verglichen mit natürlichem Sonnenlicht gering ist. So genügt bereits eine sehr geringe Menge normalen Tageslichts, je nach Alter und Jahreszeit sind zwischen 10 und 30 Minuten, auf Gesicht und Hände, um die optimale Vitamin D3-Versorgung zu gewährleisten.

Welche Medikamente steigern die Empfindlichkeit gegenüber UV-Strahlung?

Einige Wirkstoffe können die Lichtempfindlichkeit der Haut steigern oder lichtbedingte Allergien auslösen. Da es eine Vielzahl von Medikamenten gibt, die solche Wirkstoffe enthalten und immer wieder neue Medikamente auf den Markt kommen, sollten Menschen, die Medikamente einnehmen, vor dem Sonnenbaden den behandelnden Arzt hierzu befragen. Betroffen hiervon können unter anderem Antibiotika und die Antibabypille sein.

Ist es sinnvoll, sich vor dem Urlaub im Solarium "vorzubräunen"?

Nein, denn das Strahlenspektrum der UV-Strahlung im Solarium enthält in der Regel vor allem UV-A-Strahlung und hat einen erheblich geringeren UV-B-Anteil als natürliches Sonnenlicht. UV-A-Strahlung bräunt zwar die Haut, schützt aber kaum vor Sonnenbrand. Diesem beugt vor allem die sogenannte Lichtschwiele vor, die Hornschicht der Haut. Diese verdickt sich aber nur durch UV-B-Strahlung. Selbst wer also mit Hilfe des Solariums gebräunt in den Urlaub fährt, ist vor Sonnenbrand nicht ausreichend geschützt.

Warum bräunen einige Menschen schneller als andere?

Wie schnell die Haut bräunt und wie braun die Haut wird, hängt von den Pigmentzellen ab, in denen der Farbstoff Melanin produziert wird. Bei einigen Menschen ist dieser braun, bei anderen - eher hellhäutigen - Menschen wird rötlich-gelber Farbstoff hergestellt. Für solche hellhäutigen Menschen ist UV-Strahlung erheblich gefährlicher, ihre Haut bräunt langsamer oder sogar überhaupt nicht, neigt aber viel stärker zu Sonnenbrand.

Was muss beachtet werden, bevor ein Solarium benutzt wird?

Hellhäutige Menschen, die zu Sonnenbrand oder Sommersprossen neigen, sollten ein Solarium überhaupt nicht benutzen. Für alle anderen gilt: Münz- oder SB-Sonnenstudios sollten vermieden werden. Denn es ist wichtig, sich vor der Bestrahlung ausführlich und kompetent beraten zu lassen. Es sollte zunächst eine Hauttypanalyse durchgeführt werden, um die individuelle Bestrahlungszeit zu bestimmen und Sonnenbrand vorzubeugen. Dann sollte ein individueller Bestrahlungsplan erstellt werden, der übermäßiger Bestrahlung vorbeugt. Die Erstbestrahlung sollte keinesfalls länger als 5 Minuten dauern. Vor der Bestrahlung sollten keine Hautpflegeprodukte benutzt werden, Kosmetika sollten unbedingt vor der Bestrahlung entfernt werden. Das Tragen einer UV-Schutzbrille ist dringend erforderlich. Es sollte zudem darauf geachtet werden, dass sich das Solarium allgemein in einem hygienischen Zustand befindet.

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