Dialog mit der Bauwirtschaft

Strategiedialog Bauwirtschaft (17. Legislaturperiode)

Die Bau-, Wohnungs- und Immobilienwirtschaft sind besonders wichtige Wirtschaftszweige in unserem Land. Damit ihre Leistungen den Stellenwert im öffentlichen Bewusstsein erhalten, der ihrem Anteil an der Bruttowertschöpfung entspricht steht die Bundesregierung im regelmäßigen Dialog mit der gesamten Wertschöpfungskette Bau (Koalitionsvereinbarung). In der 17. Legislatur wurde die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Bauwirtschaft fortgesetzt. In einem Strategiedialog mit der Bauwirtschaft wurden verkehrspolitische und baupolitische Themen mit strategischer Bedeutung für die Branche zwischen der Bundesregierung und den folgenden Verbänden erörtert:

  • Bundesverband Baustoffe - Steine und Erden (BBS)
  • Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen (BVMB)
  • Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB)
  • Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU)
  • Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB)

Leitbild Bau (16. Legislaturperiode)

In der Vergangenheit hatte sich im Dialog mit der Bauwirtschaft die Sinnhaftigkeit der Entwicklung eines Branchenleitbildes herausgebildet. Die Koalitionsvereinbarung der Bundesregierung für die 16. Legislatur sah deshalb vor, dass die Politik die Bauwirtschaft bei der Entwicklung dieses "Leitbild Bau" begleitet:

"Wir werden die Bauwirtschaft dabei begleiten, ein Leitbild Bauwirtschaft als Gesamtrahmen für die eine moderne Baupolitik zu entwickeln, die mit Innovation und Qualität Investitionen und Arbeitsplätze sichert."

Diese Formulierung verdeutlicht den hohen Stellenwert, den die Politik der Bauwirtschaft unter konjunktur-, wachstums-, energie- und nicht zuletzt unter arbeitsmarktpolitischen Gesichtspunkten beimisst.

Mit dem "Leitbild Bau"  wurde erstmals in Deutschland ein Leitbild für eine gesamte Branche entwickelt, das von den beteiligten Verbänden, Kammern und der Baugewerkschaft am 24. März 2009 im Rahmen eines Runden Tisches Bau der Politik und der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Das Leitbild bezieht alle Partner der Wertschöpfungskette Bau mit ein und stärkt so ihr Zusammenwirken. Dazu gehören die planenden Berufe, die bauausführende Wirtschaft, die Baustoffindustrie und Bauprodukthersteller sowie die Arbeitnehmer und ihre Vertreter. In die Leitbildentwicklung  brachten sich 11 Verbände, die das gesamte Spektrum der Wertschöpfungskette Bau abdeckten, aktiv ein:

  • Bundesarchitektenkammer (BAK)
  • Bundesingenieurkammer (BIngK)
  • Bundesverband Baustoffe - Steine und Erden (BBS)
  • Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen (BVMB)
  • Gesellschaft für Facility Management (GEFMA)
  • Hauptverband Deutsche Bauindustrie (HDB)
  • Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU)
  • Verband Beratender Ingenieure (VBI)
  • Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA)
  • Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB)
  • Zweckverband Ostdeutscher Bauunternehmen (ZVOB)

Die Bundesregierung wurde in diesem Prozess neben dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) auch durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) sowie dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) vertreten.

Der Kernsatz des Leitbildes Bau lautet: "Unsere Vision ist eine kompetente und lernende Wertschöpfungskette mit innovativen Unternehmen und qualifiziertem Personal, die in unterschiedlichen Kooperationsformen und Netzwerken ihren Kunden maßgeschneiderte Leistungen mit hoher Qualität liefert."

Auf dieser Basis wurden sechs aufeinander aufbauende Leitlinien entwickelt:

  1. Die Akteure der Wertschöpfungskette Bau sind Gestalter und Problemlöser.
  2. Kundenorientierung, Partnerschaft und Fairness sind die Grundlage für die Zusammenarbeit in der Wertschöpfungskette Bau.
  3. Die Qualität von Bauwerken ist über den Lebenszyklus zu bewerten und soll nach wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Nachhaltigkeitszielen verbessert werden.
  4. Bildung ist der Schlüssel für Qualität, Innovation, Beschäftigungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit.
  5. Die Innovationskraft der Wertschöpfungskette Bau soll gestärkt und Deutschland ein Leitmarkt für innovatives Bauen werden.
  6. Legalität und Wertemanagement sind Voraussetzungen für fairen Wettbewerb, Arbeitsplatzsicherheit und nachhaltigen Geschäftserfolg.

Mit dem Leitbild Bau haben sich alle Partner der Wertschöpfungskette Bau eine gemeinsame strategische Vision gegeben und sich zu deren Umsetzung verpflichtet. Ziel ist ein Leitbild für die Bauwirtschaft, das von Planern, Bauausführenden, Zulieferern und Arbeitnehmervertretern gleichermaßen akzeptiert und mit Leben erfüllt wird, das Image der Branche positiv verstärkt, den erforderlichen Strukturwandel vorantreibt, Orientierung vermittelt und eine identitätsstiftende Wirkung entfaltet. Es  sollte darüber hinaus Impulse für eine Produktivitäts- und Qualitätssteigerung der gesamten Wertschöpfungskette geben.

Bauspitzengespräche früherer Legislaturperioden

Auch in den vorhergehenden Legislaturen stand die Bundesregierung im regelmäßigen Dialog mit den Tarifvertragsparteien der deutschen Bauwirtschaft, dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB), dem Zentralverband des Deutschen Baugewerbes und der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt.

Neben Erörterungen über die strategische Ausrichtung der deutschen Bauwirtschaft standen unter anderem die Themenkomplexe Bauinvestitionen und Public Private Partnerships, Bekämpfung illegaler Beschäftigung am Bau, Maßnahmen zum Bürokratieabbau, sozial- und arbeitsrechtliche Fragen sowie Fragen der Weiterbildung in der Bauwirtschaft auf der Tagesordnung. So wurde u.a. am 28. September 2000 zwischen Bundeskanzler und den Präsidenten bzw. Vorsitzenden der bauwirtschaftlichen Tarifvertragsparteien eine Grundvereinbarung zur Förderung und Verstetigung beschäftigungswirksamer Bautätigkeit (10-Punkte-Papier) geschlossen, weitere Gemeinsame Erklärungen und Positionspapiere folgten.

Zuletzt geändert: 01.07.2013