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Deutsche Botschaft Den Haag

Ein barockes Stadtpalais als Residenz

ARCHITEKTDaniel Marot 1663-1752
BAUZEIT1715-1721
GRUNDSTÜCKSGRÖSSE886 m²
HAUPTNUTZFLÄCHE1.046 m²

1. Sanierung

SANIERUNGSARCHITEKTK. H. Lehmann (BBD)
GESAMTKOSTEN DER INSTANDSETZUNG2,86 Mio. EURO
BAUAUSFÜHRUNGHuurmann N.Y., Delft
BAUBEGINNOktober 1964
FERTIGSTELLUNGApril 1968

2. SANIERUNG

GESAMTKOSTEN DER INSTANDSETZUNG2,82 Mio. EURO (ohne bewegliche Einrichtungen)
BAUAUSFÜHRUNGMBN Bau AG Georgsmarienhütte (als GU)
BAUBEGINNDezember 2001
FERTIGSTELLUNGFebruar 2003
BAULEITUNGArchitektenatelier Steenvoorden

Denkmalpflege - Ein barockes Stadtpalais als Residenz

Der deutsche Botschafter in den Niederlanden kann in einem der bedeutendsten Baudenkmale Den Haags residieren. In den Jahren von 1715 bis 1721 ließ sich Cornellis van Schuylenburch, ein wohlhabender Würdenträger der Stadt, ein Stadtpalais errichten. Sein Baumeister Daniel Marot, ein aus Frankreich stammender Hugenotte, legte dazu zwei alte Häuser zusammen, die er mit einer Fassade im Stil Louis XIV. versah. Dass sich Schuylenburch als Bauherr eines französischen Architekten bediente, erregte Aufsehen. Die calvinistisch geprägten und eine eher nüchtern zurückhaltende Lebensart gewohnten Niederländer taten sich zunächst schwer damit, den in Mode gekommenen französischen Stil anzunehmen. Im Inneren des Palais repräsentierte sich Schuylenburch mit programmatisch zusammengestellten Malereien und Stuckaturen. Dieses Gesamtkunstwerk, bestehend aus prächtigen Stuckarbeiten und mehr als 30 Gemälden auf Decken, über Türen und Kaminen hat sich bis heute weitgehend erhalten. Die Ausstattung stellt für sich schon ein kleines Museum der Den Haager Malerei der 20er Jahre des 18. Jahrhunderts dar.

Im Jahr 1888 erwarb das Deutsche Reich das Palais von der Familie Schuylenburch für seine diplomatischen Vertreter am niederländischen Königshof. Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Besitz der deutschen Gesandtschaft beschlagnahmt und dem niederländischen Marineministerium zur Nutzung übergeben. 1960 ging das Haus mit Inkrafttreten des deutsch-niederländischen Ausgleichsvertrages an die Bundesrepublik zurück. Das Gebäude befand sich in einem schlechten baulichen Zustand, so dass umfangreiche Sanierungsmaßnahmen nötig wurden. Sämtliche Restaurierungen fanden in enger Zusammenarbeit mit der niederländischen Denkmalpflege statt. Man hatte sich der teilweise zerstörten Fassade, beschädigten Stuckdecken, gerissenen Marmorfußböden, ruinierten Wandbespannungen und neben vielen anderen Aufgaben auch den verschmutzten Gemälden zu widmen. Die teilweise vorhandene alte Möblierung erfuhr entsprechende Ergänzungen. 1968 konnte schließlich der zusätzlich mit moderner Technik ausgestattete und durch einen schlichten Neubauflügel für Dienstwohnungen erweiterte Bau wieder als Residenz genutzt werden.

Nach über 30 Jahren wurde die Residenz nun umfassend denkmalgerecht saniert und in 2003 fertiggestellt.