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Deutsche Botschaft Kabul

Neubau von 23 Dienstwohnungen in Modulbauweise auf dem Botschaftscompound

Die Baumaßnahme in Zahlen und Daten

ARCHITEKTHahn Helten + Ass. Architekten GmbH, Aachen
BRUTTOGESCHOSSFLÄCHE2.584 m²
BRUTTORAUMINHALT7.795 m³
HAUPTNUTZFLÄCHE1.167 m²
GESAMTKOSTEN10,6 Mio. € (davon rd. 3 Mio.€ Transport)
PLANUNGSBEGINN2007
BAUBEGINN2008
FERTIGSTELLUNG2008

Das Bauprojekt

Ein großer Teil der Botschaftsmitarbeiter in Kabul ist bislang in baulich unzureichenden Wohnungen im Stadtgebiet Kabuls untergebracht. Im Zusammenhang mit den täglichen Fahrten von und zur Botschaft sind die Mitarbeiter darüber hinaus einem erhöhten Sicherheitsrisiko ausgesetzt. Ziel des Projektes war es, in möglichst kurzer Zeit neue Unterkünfte für die Botschaftsmitarbeiter zu errichten, die zuvorderst deren Sicherheit erhöhen, aber auch hiesige Standards an Bauqualität -insbesondere im Bereich Erdbebensicherheit und TGA- erfüllen sollen. Dabei waren die örtlichen Verhältnisse bezogen auf die allgemeine Sicherheit zu berücksichtigen, aber auch auf den Stand der Bautechnik.

Die Bundesrepublik verfügt über zwei Liegenschaften in Kabul, den Compound I mit Kanzlei und Residenz und den Compound II mit Goethe-Institut und Visastelle. Darüber hinaus sind im Stadtgebiet mehrere Wohnungen als externe Dienstwohnungen angemietet. Die angemieteten Dienstwohnungen sollten aufgrund der örtlichen Gefährdungslage und ihres baulichen und technischen Zustandes aufgegeben werden und kurzfristig durch bundeseigene Dienstwohnungen ersetzt werden. Hierzu wurde auf den Freiflächen des Compounds I ein Gebäude in 3-geschossiger, L-förmiger Bauweise mit Laubengangerschließung konzipiert, einschließlich Technik- und Nebenräumen sowie einem Schutzraum.

Des weiteren musste die technische Infrastruktur des Compounds erneuert (Trafo, Generatoren) und erweitert (Brunnen, Abwasseranlage) werden.

Als Bauweise für die Wohnungen wurde der Einsatz von vorgefertigten Modulen gewählt, da diese

  • eine kurzfristige Realisierung ermöglichen,
  • baulich-/technisch hiesige Standards erfüllen,
  • Termin- und Kostenrisiken auf relativ kurze Projektabschnitte reduzieren
  • die örtlichen Bauzeiten so minimieren, dass die Gefährdung der Botschaft während der Bauphase sowie die Gefährdung der Ausführenden selbst weitest möglich reduziert wird.

Darüber hinaus wurde auf Wohnqualität und Erscheinungsbild trotz der vielfältigen "Sachzwänge" (Modulgrößen, Montageablauf, Sicherheitsanforderungen) großer Wert gelegt.

Die mit dem Projekt verbundenen besonderen Risiken waren neben der allgemeinen Sicherheitslage in Afghanistan im wesentlichen der Transportweg (hier : Landtransport Pakistan / Afghanistan) sowie die Termine und Qualitäten der örtlichen Vorleistungen und Montagearbeiten.

Die Termine konnten überwiegend eingehalten werden, Behinderungen auf dem Transportweg durch Kriegseinwirkungen gab es nur in begrenztem Umfang. Mit den Modulen wurde ein Qualitätsstandard umgesetzt, der auch in hiesigen Regionen bei konventioneller Bauweise kaum zu erreichen ist. Den Planern ist es gelungen, funktionale Grundrisse zu schaffen sowie eine ansprechende Außengestaltung. Der vielerorts befürchtete "Containereffekt" blieb aus.

Die Findung der Projektbeteiligten sowohl bei den Planern als auch bei den Ausführenden gestaltete sich aufgrund des Einsatzortes vielmals nicht einfach. Die Projektumsetzung erfolgte mit großem Einsatz und führte zum gewünschten Ergebnis.