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Wiederaufbau der Ortskirche
San Pietro Apostolo in Onna

L'Aquila/Region Abruzzen – Italien

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) finanziert als einen Beitrag des Bundes für die Beseitigung der Folgen des schweren Erdbebens in der Region um L'Aquila (Italien) im Jahr 2009 die Wiedererrichtung der Ortskirche in Onna mit bis zu 3,5 Millionen Euro. Die Planung und Baudurchführung erfolgt auf der Grundlage eines bilateralen Abkommens zwischen dem BMVBS (heute: BMUB) und dem Italienischen Kulturministerium, vertreten durch die Oberste Denkmalbehörde (beniculturali).

Die Baumaßnahme in Zahlen und Daten:

Auftraggeber und Finanzierung:Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit
Bauherr:Italienisches Kulturministerium, vertreten durch die Oberste Denkmalbehörde.
Eigentümer:Erzdiözese L'Aquila.
Projektphase I:Bestandssicherung, Gutachtenerstellung und Darstellung des Maßnahmenumfangs; Durchführung durch Diözese Rottenburg-Stuttgart im Auftrag des damaligen BMVBS (heute: BMUB) von August 2009 bis September 2010
Mittelbereitstellung: 500.000 Euro
Projektphase II:Planung und Durchführung durch Italienisches Kulturministerium; seit Oktober 2010;
Mittelbereitstellung: 3,0 Millionen Euro
Gesamtkosten:3,3 Millionen Euro (Projektphase I und II)
Fertigstellung:Einweihung erfolgte am 7. Mai 2016

Zur Historie:

Am 6. April 2009 hat ein starkes Erdbeben in der Stadt L'Aquila (Region der Abruzzen) und in den umliegenden Orten - besonders in dem Ort "Onna" - zu katastrophalen Zerstörungen geführt und eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Am 18. Mai 2009 wurde der deutsche Botschafter von der italienischen Regierung offiziell gebeten, sich bei der deutschen Regierung um Unterstützung für den Wiederaufbau der Kirche in Onna einzusetzen. Danach konnte nach Beschluss des Deutsche Bundestages für die "Grundlagenermittlung" und für erste Notmaßnahmen nach Maßgabe des Konjunktur-Programms II zunächst eine Förderung in Höhe von bis zu 500.000 Euro erreicht werden. Bei einem Besuch des Bundesbauministers in Onna am 15. Juni 2009 und wenige Wochen später auch durch die Bundeskanzlerin anlässlich des G-8 Gipfels in L'Aquila wurde das deutsche Engagement bekräftigt. Der Förderrahmen wurde auf bis zu 3,5 Millionen Euro erweitert.

Das Wiederherstellungsprojekt steht im Focus der italienischen Öffentlichkeit. Dies nicht zuletzt, weil die Deutsche Wehrmacht am 11. Juni 1944 dort als Vergeltung für einen vermeintlichen Partisanenangriff 17 Zivilisten erschossen und dann das Gebäude gesprengt hat. 

Verfahren:

Die Grundlagen der Zusammenarbeit und der Umfang der Förderung wurden im Juni 2010 in einem bilateralen Abkommen zwischen dem BMVBS und dem italienischen Kulturministerium festgelegt. Darin wird insbesondere die deutsche Förderzusage von bis zu 3,5 Millionen Euro festgeschrieben und das Ziel definiert, das Kirchenensemble erdbebensicher wiederaufzubauen und in seinem Erscheinungsbild der Situation vor der Zerstörung anzugleichen. Im Abkommen wurden zudem alle grundsätzlichen Regelungen zur Projektorganisation getroffen. Der Wiederaufbau der schwer zerstörten Gebäude wird danach in zwei Phasen durchgeführt. Die erste Phase mit der Bestandsuntersuchung und der Definition der Gesamtaufgabe lag in Verantwortung der vom BMVBS damit beauftragten Diözese Rottenburg-Stuttgart (Bischöfliches Bauamt), die eine besondere Partnerschaft mit der Erzdiözese L'Aquila eine Verbindung hatte. Die Detailplanung und Projektdurchführung erfolgte nach Abschluss der Phase I seit September 2010 durch die italienische Administration (Oberste Denkmalbehörde).

Zur übergeordneten Abstimmung wurde mit dem Abkommen eine deutsch-italienische Arbeitsgruppe eingerichtet. In diesem Kontrollorgan sind neben dem italienischen Kulturministerium und der Erzdiözese L'Aquila auf deutscher Seite die Deutsche Botschaft Rom und das BMUB / BBR (Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung) vertreten.

Die Fertigstellung der Baumaßnahme erfolgte im Frühjahr 2016. Unter großer Anteilnahme der italienischen Öffentlichkeit und im Beisein von BMUB-Staatssekretär Gunther Adler wurde die Kirche am 7. Mai 2016 durch den Erzbischof von L`Aquila wieder neu geweiht.. Zur öffentlichkeitswirksamen Darstellung des gemeinsamen italienisch-deutschen Projektes soll bis Ende 2016 eine detaillierte, bilinguale Publikation erfolgen.

Zuletzt geändert: 30.08.2016