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Auswärtiges Amt

Projektdaten

  • Standort: Werderscher Markt, Kurstraße
  • Durchführung: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
  • Planung: Architekt Prof. Hans Kollhoff, Berlin
  • Hauptnutzfläche: 49.892 Quadratmeter
  • Projektkosten: 279 Millionen Euro (für beide Gebäude)
  • Bauzeit: September 1996 bis Dezember 1999

Geschichte des Ortes und des Gebäudes

In den dreißiger Jahren wurde die ehemalige Reichsbank, gelegen am Werderschen Markt längs des Spreegrabens durch einen Erweiterungsbau ergänzt. Den Entwurf für diesen Bau fertigte der Architekt Heinrich Wolff. Das Gebäude entstand in der damals modernen Stahlskelettkonstruktion in den Jahren 1934 bis 1939 und trug neoklassizistische Züge. Die Fassade wurde mit Natursteinplatten verkleidet. In den drei Tiefgeschossen, die mit modernster Technik ausgerüstet waren, lagen die Tresore der Reichsbank mit den Gold- und Devisenreserven des Deutschen Reiches. Das Innere des damaligen Gebäudes prägten insbesondere ein Vestibül in geschliffenem dunkelroten und graugrünen Granit und die dahinter liegende Hauptkassenhalle mit einer gläsernen Kassettendecke.

Auch dieses Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg durch die Kämpfe im Zentrum beschädigt, konnte aber bereits im Juni 1945 als Zentrale des Berliner Stadtkontors wiedereröffnet werden und beherbergte ab 1949 - jetzt vollständig wiederaufgebaut - das Finanzministerium der im gleichen Jahr gegründeten DDR. Neun Jahre später übernahm das Zentralkomitee der SED das Gebäude. Umbaumaßnahmen waren die Folge: zwei Kassenhallen wurden zu einem Tagungsraum umgestaltet und das zweite Obergeschoss diente als Chefetage für die Mitglieder des Politbüros mit entsprechend repräsentativer Ausstattung, großzügigen Büros, einem Sitzungssaal und einem kleinen Kino.

Das Ende dieser Ära kam mit dem Rücktritt Erich Honeckers 1989. Nach Bekanntwerden der Asbestgefahr des Palastes der Republik nahm die Volkskammer der DDR das Haus 1990 in Besitz und tagte hier bis zu ihrer Auflösung am 2. Oktober 1990. Der Dienstsitz des Auswärtigen Amtes befindet sich in der Mitte Berlins am Werderschen Markt und besteht aus zwei Häusern - dem Altbau und dem sich anschließenden Neubau.

Die Gebäude

Der Altbau

In Umsetzung des Hauptstadtbeschlusses des Deutschen Bundestag erhielt der Berliner Architekt Hans Kollhoff den Auftrag zum Umbau des ehemaligen Bankgebäudes zum Sitz des Auswärtigen Amtes.

Das Konzept der Umgestaltung sah vor, die einzelnen historischen Schichten des Hauses weiterhin erkennbar zu gestalten. Daher erfolgten im Inneren des Hauses auch keine großen baulichen Eingriffe, sondern nur Rückbauten zugunsten der neuen Nutzung. So wurden vermauerte Fenster wieder geöffnet, das Oberlicht in der Hauptkassenhalle wurde wiederhergestellt und auch Zeugen der SED-Nutzung wie der ZK-Sitzungssaal und der des Politbüros blieben erhalten.

Entsprechend der ursprünglichen Gebäudekonzeption wurde die Verwaltung im äußeren Ring des Komplexes untergebracht, während die Leitungsebene des Amtes im vorderen Bauteil Platz fand. Äußerlich erfuhr das Haus keine baulichen Veränderungen.

Das Konferenzzentrum, hervorgegangen aus der ehemaligen Kassenhalle, liegt im Mittelbau des Hauses. Das Zentrum bietet dem Auswärtigen Amt die Möglichkeit, internationale Konferenzen im eigenen Haus durchzuführen. Die Untergeschosse - ehemals Standort der Tresoranlagen - beherbergen heute das Archiv des Amtes. Ein Casino befindet sich im 6. Obergeschoss.

Das Innere des Gebäudes, das ehemals durch die teilweise vermauerten Fenster und Schließung der Oberlichter recht düster wirkte, macht jetzt einen hellen und freundlichen Eindruck. Alle Bürofluchten erhielten in Anlehnung an die Historie des Hauses Glasausschnitte in den Bürotüren sowie Oberlichter. In den Repräsentationsräumen des Amtes wurde helles Parkett verlegt, in den Fluren und Büros findet man Holzvertäfelungen. Kunstwerke schmücken die Wartebereiche und den Treppenraum des Hauses.

Wesentlichen Anteil an der gelungen Gestaltung hat auch der Künstler Gerhard Merz, der durch ein ausgewogenes Farb-Lichtkonzept dem Gebäude neue Akzente verlieh und der neuen Nutzung des Hauses als Sitz des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Ausdruck verlieh.

Verschiedene Bereiche des Gebäudes erhielten eine ansprechende Begrünung: so wurden die sieben Innenhöfe mit Bäumen in Trögen bepflanzt und auch die Dächer des Mittelbaues wurden begrünt. Die vorhanden Dachterrassen des 5. und 6. Obergeschosses sind zu Dachgärten umgestaltet worden, die ein weiten Blick über das historische Zentrum Berlins bieten.

Erweiterungsbau

Die vor dem ehemaligen Reichsbankgebäude gelegene Freifläche wurde für einen Erweiterungsbau des Auswärtigen Amtes genutzt, da die dortigen Räumlichkeiten nicht ausreichten. Das neu entstandene Gebäude ist seinem Charakter nach ein moderner Verwaltungsneubau, der von den Berliner Architekten Thomas Müller und Ivan Reimann konzipiert worden ist.

Ausdrücklich bestand dabei der Wunsch des Bauherren, dem Gebäude eine offene, einladende Architektur zu geben, die das gesamte städtebauliche Ensemble berücksichtigt. Tatsächlich ist das Haus kein abgeschlossener Block geworden, sondern orientiert sich mit seinen offenen Höfen hin zur Stadt und damit zur Öffentlichkeit. Die Architekten verwendeten für die Gestaltung der Fassade einen grünlich schimmernden Naturstein und verwendeten getöntes Glas für die Fenster. Der Lichthof am Werderschen Markt hat den Eingang des Hauses aufgenommen und ist ein Ort für Besucher und Gäste der Stadt, die durch die große gläserne Wand einen weiten Blick auf den Werderschen Markt genießen können.

Den Haupteingang bildet jedoch der Empfangshof, der gegenüber dem Hauptgebäude gelegen ist. Er verbindet den Altbau mit dem Neubau, wobei sein großes Vordach der Schwere des monumentalen Altbaus entgegenwirkt. Bemerkenswert ist die Stadtloggia an der Ostseite des Gebäudes, die sich zum Spreegraben hin öffnet. Sie bietet einer baumbestandenen Innenterrasse Platz, die durch einfallendes Tageslicht die umliegende Bibliothek erhellt.

Durch zur Stadt ausgerichteten Innenhöfe wird der gesamte Baukomplex in einzelne Blöcke gegliedert, wobei die in den Höfen untergebrachten Arbeitsräume sich jeweils einem anderen, klar erkennbaren Ort der Stadt zuordnen lassen.

Kontakt

Werderscher Markt 1
10117 Berlin

Postanschrift:
Auswärtiges Amt
11013 Berlin

Telefon: +49 (0)1888 17 0
Fax: +49 (0)1888 17 3402

Verkehrsanbindung
  • S-Bahnlinien S3, S5, S7, S75 (S-Bahnhof Hackescher Markt)
  • U-Bahnlinie U2 (U-Bahnhof Hausvogteiplatz)
  • U-Bahnlinie U6 (U-Bahnhof Französische Straße)
  • Bus 147 (Haltestelle Werderscher Markt)
  • Bus TXL, 100 und 200 (Haltestelle Staatsoper)
  • Bus M48 und 265 (Haltestelle U Spittelmarkt)
Weitere Informationen

Bundesregierung

Auswärtiges Amt