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Bundesministerium der Finanzen

Projektdaten

  • Standort: Detlev-Rohwedder-Haus, Wilhelmstraße 97
  • Durchführung: Oberfinanzdirektion Berlin, Bundesbauamt Berlin III
  • Planung: HPP-International Hentrich, Petschnigg und Partner, Düsseldorf / Berlin
  • Hauptnutzfläche: 41.028 Quadratmeter
  • Projektkosten: 255,6 Millionen Euro
  • Bauzeit: November 1996 bis August 2000

Geschichte des Ortes und des Gebäudes

Wohl kaum ein anderes Ministerium steht auf einem geschichtsträchtigeren Platz als das Bundesministerium der Finanzen, das heute den Namen des ermordeten Präsidenten der Treuhandanstalt, Detlev Rohwedder trägt. Der große vier- bis siebengeschossige Stahl- und Stahlbeton-Skelettbau an der Wilhelmstraße in der Nähe der ehemaligen Reichskanzlei und des Propagandaministeriums von Josef Goebbels entstand nach den Plänen von Ernst Sagebiel. Es war der erste Repräsentationsbau der Nationalsozialisten und diente als Sitz des Reichsluftfahrtministeriums mit Herrmann Göring an der Spitze. In diesem Haus arbeiteten aber auch führende Mitglieder der Widerstandsgruppe Harnack / Schulze-Boysen. Die Anlage eines großen unterirdischen Schutzbunkers auf dem Vorplatz an der Ecke zur Leipziger Straße lässt darauf schließen, dass das Gebäude von Anfang an auf einen Luftkrieg vorbereitet war.

Obwohl das Haus im Zentrum Berlins lag, wurde es bei den Kämpfen des Zweiten Weltkrieges kaum beschädigt. Nach Beendigung des Krieges nahmen verschiedene Nutzer von dem Gebäude Besitz: Auf die sowjetische Militäradministration folgte 1947 die Deutsche Wirtschaftskommission und 1949 der Deutsche Volksrat, der Vorläufer der Volkskammer der DDR. Hier wurde auch 1949 die Verfassung der DDR beschlossen und Wilhelm Pieck zum ersten Staatspräsidenten der im gleichen Jahr gegründeten DDR gewählt. Bis zur deutschen Wiedervereinigung diente das Gebäude als "Haus der Ministerien" und war bei den Demonstrationen des 17. Juni 1953 eines der wichtigsten Anlaufpunkte der politischen Willenbekundungen.

1971 wurde in diesem Haus das "Viermächte-Rahmenabkommen über Berlin" unterzeichnet und nach der deutschen Wiedervereinigung waren die Außenstellen des Bundesfinanzministeriums und des Bundesrechnungshofes hier untergebracht. Ebenso hatten hier seit 1991 die Treuhand und ihre Nachfolgerin, die Bundesanstalt für vereinigungsbedingtes Sondervermögen ihren Hauptsitz.

Das Gebäude

Im Rahmen der Umsetzung des Hauptstadtbeschlusses wurde das Detlev-Rohwedder-Haus als neuer Dienstsitz des Bundesministeriums der Finanzen ausgewählt. Das denkmalgeschützte Gebäude mit seiner Bruttogesamtgeschossfläche von circa 112.000 Quadratmetern ist auch heute noch eines der größten Bürogebäude Berlins. Neben den 40.000 Quadratmetern Fassade und den 4000 Fenstern befinden sich im Haus 17 Treppenhäuser und 6,8 Kilometer Flure - ein Ausdruck für die Dimensionen des Komplexes.

Die Herrichtung des Hauses wurde von den Architekten behutsam und respektvoll umgesetzt. Neuerungen wurden nur dort vorgenommen, wo alte Ausstattungen nicht mehr vorhanden waren, beziehungsweise nicht mehr den modernen Anforderungen an ein Bürogebäude entsprachen.

Das Gebäude sollte insgesamt mehr Licht, mehr Grün und eine zeitgemäße Technik erhalten, die Gebäudegeometrie aber erhalten bleiben. So wurde die Haustechnik komplett erneuert und Betonsanierungen wurden dort durchgeführt, wo Schäden aus der Entstehungszeit des Hauses oder aus der Nachkriegszeit zu beseitigen waren, insbesondere an den Geschossdecken sowie im Sockel- und Tiefkellerbereich. Der ehemalige Luftschutzbunker wurde aus konstruktiven Gründen mit Kies aufgefüllt.

Die Fassade, die ursprünglich aus grauem oder blaugrauem Muschelkalkarten aus mehr als fünfzehn Steinbrüchen bestand, wurde repariert, jedoch nur in Teilflächen erneuert. Die Höfe wurden begrünt und auf dem Grundriss der ehemaligen Tiefgarage entstand ein Neubau zur gemeinsamen Nutzung mit dem benachbarten Bundesrat.

In dem fertigen Gebäude ist eine durchgängig gleichwertige Unterbringung aller Bereiches des Hauses möglich - von den Archivdiensten bis zum Leitungsbereich. Die einheitlich großen und gut belichteten Büroräume sind meist zweibündig an den Fluren gelegen und durch den so genannte Beamtengang verbunden, so dass die Flure frei bleiben.

Kunst am Bau: Wandbild und Holzschnitte

Der Haupteingang des Gebäudes liegt an der Wilhelmstraße mit der Raumfolge Ehrenhof - Vestibül - Säulenhalle - Haupttreppe - Großer Festsaal. Die historischen Türen und die Naturstein-Wandbekleidungen blieben erhalten, nur die Presse- und Besucherräume wurden völlig neu gestaltet. Der große Festsaal, der zu DDR-Zeiten umfangreiche Umbauten erfuhr, wurde in den Zustand der Jahre 1946/47 zurückversetzt und mit einer neuen Farbgestaltung und Technik versehen.

Dem 1953 geschaffenen und bestehen bleibenden Wandbild aus Meißner Porzellanfliesen des Künstlers Max Linger, einem Werk des frühen sozialistischen Realismus, ist das Denkmal des Berliner Künstlers Wolfgang Rüppel gegenübergestellt. Dieses "Denkmal zur Erinnerung an die Ereignisse des 17. Juni 1953" zeigt die demonstrierenden Arbeiter des 17. Juni - in die Horizontale gelegt und in Glas ergänzt.

Im Flur vor dem Europasaal sind sieben Holzschnitte angebracht, die den Orden "verdienter Lehrer des Volkes" in verschiedenen Farbfassungen zeigen, während an der Wand zum Sitzungssaal der Satz "how do we see the world" auf kleinen Tafeln verteilt ist. Hier sollen Fragen zu Wahrnehmung und Zeit aufgeworfen werden.

Kontakt

Wilhelmstraße 97
10117 Berlin

Telefon: +49 (0)30 2242 4629 oder +49 (0)1888 682 0
Fax: +49 (0)30 2242 3260
E-Mail: berlin.poststelle@bmf.bund.de
Internet: www.bundesfinanzministerium.de

Verkehrsanbindung
  • S-Bahnlinien S1, S2, S25 (S-Bahnhof Potsdamer Platz)
  • U-Bahnlinie U2 (U-Bahnhof Potsdamer Platz oder Mohrenstraße)
  • U-Bahnlinie U6 (U-Bahnhof Stadtmitte)
  • Bus M48 (Haltestelle Leipziger Straße/Wilhelmstraße)
  • Bus 200 (Haltestelle U Mohrenstraße)
  • Bus 248 (Haltestelle S+U Potsdamer Platz)