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Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Projektdaten

  • Standort: Jerusalemer Straße 24-28, Mohrenstraße 36-37 a/b, Kronenstraße 38-41
  • Durchführung: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
  • Planung: Eller + Eller Architekten, Düsseldorf / Berlin
  • Hauptnutzfläche: 21.343 Quadratmeter
  • Projektkosten (2. Bauabschnitt): 117,6 Mio. Euro
  • Bauzeit: Juli 1997 bis Dezember 2001 (für den gesamten Komplex)

Geschichte des Ortes und des Gebäudeensembles

Im Bezirk Mitte bezog das Bundesministerium der Justiz vier Altbauten am Hausvogteiplatz. Der Hausvogteiplatz ist eng verbunden mit der Berliner Konfektionsgeschichte. Bereits zur Jahrhundertwende entstanden an dieser Stelle große Geschäftshäuser, die mit ihrer typischen Warenhausarchitektur das Stadtbild prägten. So etablierten sich hier im Zeitraum 1897 bis 1914 die Häuser "Nagel", "Stern", "Muthesius" und der "Prausenhof" in der Mohrenstraße. Mit ihrer unterschiedlichen Fassadengestaltung, die jedem Haus eine eigene Identität verlieh, prägten sie das Konfektionsviertel und stellten ein Beispiel für die Entwicklung des Kaufhausbaus dar.

Nach Plänen des Architekten Carl Gotthard Langhans, der auch das Brandenburger Tor entwarf, wurden 1787 die Kolonnaden als Teil der Brückenanlage über den ehemaligen Festungsgraben erbaut. Diese Kolonnaden gelten als das historisch wertvollste Bauwerk des Areals. Zusammen mit der dreieckigen Gestalt des Hausvogteiplatzes (der aus einer Bastion hervorging) sowie dem ungewöhnlichen Grundriss des Hauses "Nagel", der sich in seiner Form dem ehemaligen Verlauf des Festungsgrabens anpasst, erinnern sie noch heute an die barocken Befestigungsanlagen.

Wie die meisten Gebäude der Berliner Innenstadt wurde auch dieser Gebäudekomplex durch schwere Kriegsschäden zerstört und später durch die ehemalige DDR für neue Nutzungen umgebaut. Im ehemaligen Haus "Stern" fand von 1973 bis 1977 das Presseamt der DDR seinen Sitz, ein historischer Ort, an dem am 9. November 1989 die Reisefreiheit für die DDR-Bürger verkündet wurde.

Das Gebäudeensemble

Der Auftrag, den Gebäudekomplex unterschiedlicher Bauwerke - darunter denkmalgeschützte Altbauten, ein zu DDR-Zeiten begonnener Neubau und ein Erweiterungsbau - für das Bundsministerium der Justiz herzurichten, ging 1994 an die Architekten Eller + Eller, die diesen Auftrag als Chance verstanden, die bruchstückhaften Teile des Quartiers zu einem homogenen Ensemble zu verbinden. Insgesamt blieb die baugeschichtliche Entwicklung zwischen den Stadträumen "Hausvogteiplatz" und dem "Gendarmenmarkt" nachvollziehbar.

Insgesamt fünf Innenhöfe wurden zueinander in Beziehung gesetzt

Die vorhanden Häuser bildeten insgesamt vier Höfe, zu denen durch einen Neubau ein fünfter hinzukam. Diese fünf Innenhöfe blieben erhalten und wurden zueinander in Beziehung gesetzt. Die historische Substanz wurde bewahrt, wo es nötig war, ergänzt und jedem Hof wurde eine spezifische Nutzung zugeordnet. Zwei der denkmalgeschützten Höfe erhielten Glasdächer, auf denen Photovoltaikelemente installiert sind. Die Überdachung macht eine ganzjährige Nutzung der Hofbereiche möglich und trägt zum Gedeihen der zahlreichen Grünpflanzen bei.

Erschlossen wird das Gebäude über die dem "Prausenhof" vorgelagerten Mohrenkolonnaden in der Mohrenstraße. Die Kriegsschäden an den türkisfarbenen Fliesenfassaden im Prausenhof wurden nicht ausgebessert, so dass die Geschichte des Gebäudes lebendig bleibt. Gäste und Besucher gelangen durch den repräsentativen Haupteingang und das angrenzende Foyer in den ersten Innenhof, den so genannten "Repräsentationshof". Die transparente Fassade im Erdgeschoss ermöglicht eine direkte Sicht zum neuen, kreisförmigen Konferenzsaal und zum "Casinohof". Der Casinohof, der an die Kantine angrenzt, ist mit einem Wasserbecken und mit einem Bambusbeet ausgestattet, da er aufgrund seiner offenen Flanke besonders viel Tageslicht erhält. Eine Wand der Kantine ist mit vier Bildern des Malers Bernd Koberling geschmückt.

Die Hoffassaden oberhalb der Erdgeschosse blieben mit ihren glasierten Fliesen und den großen Fensterflächen als typisches Merkmal des ehemaligen Konfektionsgebäudes erhalten. Nachträgliche Einbauten wurden entfernt und die Wände der neu entstandenen Arbeitsräume erhielten verglaste Oberlichter. Da es im Hause aufgrund der über die Altbauten unregelmäßig verteilten Treppenhäuser keine zentrale Erschließung gibt, wurden zwei gläserne Aufzüge an der Fassade angebracht, über welche die Büroräume zugänglich sind.

Ein im Innenhof der Jerusalemer Straße schon existierender Rohbau wurde durch einen dreigeschossigen aufgeständerten Glaskubus ergänzt, der die Bibliothek des Ministeriums beherbergt und Zugang zu einem neu angelegten Garten auf dem Dach des Altbaus bietet.

Ganzjährige Nutzung der Höfe ist möglich

Der kleine Hof hinter dem Haus Nagel wurde ebenfalls in das durchgängige Wegenetz einbezogen, so wie auch der fünfte Hof zwischen Pausenhof und Neubau, der als Garten angelegt wurde, in den ein pavillonartiger Sitzungssaal eingefügt ist. Den Hof schmückt eine Skulptur des Künstlers Wolfgang Nestler "Monschau". Die denkmalgeschützten Höfe erhielten Glasdächer, auf denen Photovoltaikelemete installiert sind. Durch die so entstandene klimatische Pufferzone ist eine ganzjährige Begrünung und Nutzung der Höfe möglich geworden.

Mit dem Ziel, große und zusammenhängende repräsentative Flächen zu schaffen, wurde für die Leitungsebene des Ministeriums auf alle Altbauten ein zusätzliches Geschoss gesetzt. Das ehemalige "Haus Stern", früher Sitz des Presseamtes der DDR, musste aufgrund seiner schlechten Bausubstanz abgerissen werden, während die Jugendstilfront des Hauses zur Mohrenstraße hin erhalten blieb und von späteren Überbauungen befreit wurde.

Einen bewussten Kontrast zur historischen Vorderfassade stellt die Rückseite des zur Kronenstraße weisenden Neubaus dar, die eine Glasfassade mit strengem Quadratraster erhielt.

Kontakt

Mohrenstraße 37

10117 Berlin

Telefon: +49 (0)30 2025 70 oder +49 (0)1888 580 0

Fax: +49 (0)30 2025 9525 oder +49 (0)1888 681 9525

E-Mail: poststelle@bmj.bund.de

Internet: www.bmj.bund.de

Verkehrsanbindung
  • U-Bahnlinie U2 (U-Bahnhof Hausvogteiplatz)
  • U-Bahnlinie U6 (U-Bahnhof Stadtmitte)
  • Bus M48 und 256 (Haltstelle Jerusalemer Straße)
  • Bus 147 (Haltestelle Werderscher Markt)