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Bundesministerium des Innern

Projektdaten

  • Standort: Alt- Moabit 101 D
  • Planung: Architekten Kühn Bergander Bley, Berlin
  • Hauptnutzfläche: circa 24.000 Quadratmeter
  • Bauzeit: Oktober 1997 bis Juli 1999

Geschichte des Ortes und des Gebäudeensembles

Das Bundesministerium des Innern liegt im Stadtteil Moabit, am Ufer der Spree. An dieser Stelle gründete der Unternehmer Carl Bolle gegen Ende des 19. Jahrhunderts eine Meierei - die früher so berühmte "Meierei Bolle". Bolle war in Berlin eine bekannte Institution für die Milch- und Lebensmittelversorgung der Stadt. Seine Meierei hatte ihren Sitz westlich der Moabiter Brücke, zwischen der Straße Alt-Moabit und dem Spreeufer. Auf dem Fuhrhof standen zur Blütezeit des Geschäftes an die 200 Verkaufswagen, die jeden Morgen mit den sprichwörtlichen "Bolle-Jungs" besetzt und mit Milch beladen die Berliner Läden belieferten.

Die Meierei verlor nach dem Krieg an Bedeutung - die Gebäude waren teilweise schwer zerstört und verfielen. Sie wurden abgerissen und es entstanden kurzzeitig Ersatzbauten für Lagerzwecke auf dem Gelände. Nach Abriss dieser Lagergebäude entwickelte sich das Territorium langsam zu einer brachen Landschaft, die dringend einer Neuordnung bedurfte.

Das Gebäude

In den folgenden Jahren entstand auf dem Gelände ein Komplex aus mehreren Gebäuden, in den die denkmalgeschützte Meierei Bolle einbezogen wurde. Auslöser für die Bebauung war ein beschränkter städtebaulicher Wettbewerb, der 1990 für das Areal ausgeschrieben wurde und nach den Plänen des Berliner Architekten Kühn-Bergander-Bley umgesetzt wurde.

Das Zentrum der Anlage bildet ein U-förmiges Bürogebäude, das von der Straße Alt Moabit in mehreren Abschnitten bis auf 12 Geschosse mit einem abschließenden Dachgeschoss ansteigt. Etwa drei Fünftel dieses Gebäudes hat der Bund für die Unterbringung des Bundesministeriums des Innern gemietet.

Trotz seiner Größe fügt sich der Komplex sehr gut in den Spreebogen ein. Der Architekt hat bewusst die Glasfront zur Spree hin ausgerichtet. So kann sich das Sonnenlicht am Vormittag an der großen Glasfront brechen und das Gebäude wird zu einem weithin sichtbaren Blickfang.

In der Innern Beuge des U-förmigen Hauses liegt die kreisrunde gläserne Eingangshalle. Den Innenhof schmückt eine auf einem Wasserpolster scheinbar schwerelos schwebende, drei Tonnen schwere Granitkugel.

Für die Unterbringung des Ministeriums wurden die Räume bedarfsgerecht hergerichtet. Das Licht fällt durch raumhohe Fenster ein, die Kantine und die Bibliothek befinden sich in kompakten Großräumen. Die Außenanlagen sind großzügig als Grünflächen gestaltet.

Die Umgebung des Gebäudes ist geprägt von Cafés, Restaurants, Büros, Geschäften und Wohnungen.

Planung

Neben dem Hauptsitz an der Straße Alt-Moabit 101 D ist das Bundesministerium noch auf zwei weitere Liegenschaften in Berlin verteilt. Mit einem geplanten Neubau auf einem ebenfalls an der Straße Alt-Moabit gelegenen bundeseigenen Grundstück zwischen Kanzleramt und Hauptbahnhof soll das Ministerium in Zukunft zentral in einem Gebäude untergebracht werden. Gleichzeitig wird damit auch den nicht abänderbaren Sicherheitsmängeln des derzeitigen Hauptstandorts Rechnung getragen. Außerdem lässt die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben als Bauherrin neben einem zweigeschossigen Parkdeck einen weiteren Gebäudeteil (zur maximalen Ausnutzung des Grundstücks) errichten.

Die Planung erfolgt durch das Architekturbüro Thomas Müller, Ivan Reimann (Gesellschaft von Architekten mbH), die den zweiphasigen Wettbewerb gewonnen hatten. Durch eine Staffelung (Höhen zwischen 23 m und 36 m) von drei Z-förmigen Gebäudevolumina (ca. 125 m auf 125 m), die durch ihre Verschränkung zwei auf die Maßstäblichkeit der umliegenden Räume reagierende Höfe erzeugen, wird sich das Gebäude gut auf dem Grundstück einfügen.

Im Norden an der Straße Alt-Moabit wird ein Stadtplatz gebildet, der von der Straße über einen Eingangshof zum Hauptzugang mit Foyer führt. Von Anfang an wurde die Gaststätte „Paris-Moskau“ dabei in das Konzept geschickt eingebunden, sie wird durch die Platzbildung wesentlich aufgewertet. Die Protokollzufahrt führt über die Kastanienrampe auf einen Vorplatz an der Ingeborg-Drewitz-Allee. Die ruhige aus hellem Naturstein bestehende Fassade erlaubt eine flexible Büronutzung und gewährleistet eine sehr gute Belichtung der dahinter liegenden Arbeitsplätze. Diese sind entweder zum Grünraum oder zu den Höfen orientiert.

Neben notwendigen Büroflächen sowie dem Leitungsbereich sind noch Flächen für die Bundespolizei und besondere Nutzungen wie Kantine, Bibliothek, Lage- und Rechenzentrum und ein Konferenzzentrum vorgesehen.

Am 16.12.2010 haben Bundesinnenminister Dr. Thomas de Mazière und Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesbauminister, mit dem feierlichen ersten Spatenstich den Startschuss für den Neubau gegeben. Er wird mit einer Nutzfläche von 40.000 qm rund 208 Millionen Euro kosten und soll 2014 fertig gestellt sein.

Kontakt

Alt-Moabit 101D
10559 Berlin

Telefon: +49 (0)1888 681 0
Fax: +49 (0)1888 681 2654
E-Mail: poststelle@bmi.bund.de
Internet: www.bmi.bund.de

Verkehrsanbindung
  • S-Bahnlinien S3, S5, S7, S75 (S-Bahnhof Bellevue)
  • U-Bahnlinie U9 (U-Bahnhof Turmstraße)
  • Bus TXL und 245 (Haltestelle Kleiner Tiergarten)
  • Bus 123 und 187 (Haltestelle Turmstraße/Lübecker Straße)
  • Bus M27 (Haltestelle U Turmstraße)