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Das Bundeskanzleramt

Projektdaten

  • Standort: Willy-Brandt-Straße 1
  • Durchführung: Bundesbaugesellschaft Berlin mbH
  • Planung: Axel Schultes / Charlotte Frank Architekten, Berlin
  • Hauptnutzfläche: 19.000 Quadratmeter
  • Projektkosten: 237,8 Millionen Euro
  • Bauzeit: Februar 1997 bis April 2001

Geschichte des Ortes

Von besonderer Bedeutung für die Hauptstadtplanung war der Spreebogen am nördlichen Rand des Berliner Tiergartens. Bevor der preußische König Friedrich Wilhelm I. hier einen großen Parade- und Exerzierplatz anlegen ließ, prägten ausgedehnte Wiesen das Gebiet bis zum Ende des 17. Jahrhunderts. In der Mitte des 19. Jahrhunderts bekam das Gelände nach und nach einen vorstädtischen Charakter und erhielt den Namen Königsplatz. Er war umgeben von zahlreichen Vergnügungslokalen, in denen in einfachen Leinwandzelten Ausflügler bewirtet wurden und die dem Bereich den Namen "In den Zelten" gaben.

Später entstand in diesem nordöstlichen Teil des Spreebogens ein Wohnquartier (Alsenviertel) des gehobenen Bürgertums. Hier nahmen besonders nach dem Bau des Reichstagsgebäudes auch viele Angehörige von Regierung, Parlament und Diplomatie Quartier.

Die Schaffung des an diesem Ort von den Nationalsozialisten geplante "Große Platz" - der ein Zentrum politischer Selbstdarstellung werden sollte - wurde 1942 kriegsbedingt gestoppt, viele Teile des Alsenviertels waren jedoch schon abgerissen.

Nach dem Krieg wurde das enttrümmerte Areal ein Ort politischer Kundgebungen für die Freiheit Berlins. Der Bau der Mauer 1961 machte es zum Grenzgebiet, was seine städtebauliche Gestaltung erschwerte.
Erst nach der deutschen Wiedervereinigung und mit dem Beginn der Umsetzung des Hauptstadtbeschlusses erhielt der Spreebogen wieder eine besondere Bedeutung für die Planung des neuen Parlaments- und Regierungsviertels, in welchem auch das Bundeskanzleramt seinen Platz fand.

Das Gebäude

Im Dezember 1994 benennt die Jury des architektonischen Realisierungswettbewerbs "Bundeskanzleramt" als zwei erste Preisträger die Berliner Büros Axel Schultes mit Charlotte Frank und Torsten Krüger/Christiane Schuberth/Bertram Vandreike. Der Entwurf der Berliner Architekten Axel Schultes und Charlotte Frank wird im Dialog mit Stadtplanern, Historikern und Journalisten favorisiert und mit dem ersten Spatenstich am 4. Februar 1997 beginnt seine Umsetzung. Das "Band des Bundes" verbindet über die Spree hinweg den Ost- und Westeil der Stadt. Den westlichen Abschluss dieses Bandes bildet das Bundeskanzleramt. Der Bundeskanzler nahm hier seine Tätigkeit am 2. Mai 2001 auf.

Markant und unverwechselbar: das Leitungsgebäude

Markant und unverwechselbar ist das zentrale Leitungsgebäude. Es handelt sich im einen 36 Meter hohen klar gegliederten Kubus, dessen bogenförmige Fassadenöffnungen oberhalb der Verwaltungsflügel ansetzen und bis zum achten Geschoss reichen. Nach Osten gewähren sie einen Blick auf das Reichstagsgebäude und den Tiergarten.

In diesem Teil des Hauses befinden sich im fünften bis achten Obergeschoss das Büro des Bundeskanzlers, sowie das Büro des Chefs des Kanzleramtes. Auch die Arbeitsräume der Staatsminister und ein großer und ein kleiner Kabinettsaal sowie der Bankettbereich sind hier untergebracht.

Für Treffen und Beratungen auf internationaler Ebene ist der große internationale Konferenzsaal im ersten Obergeschoss vorgesehen, wohl einer der bedeuternsten Räume des Gebäudes. Auch der Raum für die Pressekonferenzen befindet sich hier.

Das Foyer des Leitungsgebäudes kennzeichnet eine wellenförmige Deckenkonstruktion und die Skulptur "Die Philosophin" von Prof. Markus Lüpertz, der auch die Wände künstlerisch gestaltete.

Verwaltungsflügel, Garten und Ehrenhof

Flankiert wird das Leitungsgebäude nördlich und südlich durch zwei fünfgeschossige Verwaltungsflügel mit 310 Büroräumen, von denen sich je 30 zu einem der 13 Wintergärten öffnen, welche die Fassade auflockern. Die Fassaden der Verwaltungsgebäude sind 18 Meter hoch und öffnen sich nach Süden zum Tiergarten und nach Norden zum Spreebogen.

Die beiden Büroflügel sind mit hellem Sandstein verkleidet. Beide Gebäude kennzeichnet eine regelmäßige Kammstruktur - ein Gliederungsprinzip, welches im benachbarten Paul-Löbe- und Marie-Elisabeth-Lüders-Haus wiederzufinden ist.

Vom nördlichen Verwaltungsflügel aus gelangt man über eine Brücke in den westlich der Spree gelegen Park. Eine berankte Stützmauer grenzt die Freianlagen gegen die Uferpromenade ab, die den Bürgern und Besuchern Berlins frei zugänglich ist. Die Bepflanzung von Garten und Park sind der Vegetation des Tiergartens und des Moabiter Werder angepasst.

Die Erschließung des Gebäudekomplexes erfolgt über die Nordallee. Hier befindet sich der Hautpeingang mit dem Presse- und Informationssaal im ersten Obergeschoss. Unterhalb der sich nördlich anschließenden Grünfläche liegen die Tiefgarage und die Anlieferungszone.

Das Leitungsgebäude öffnet sich mit seiner Ostseite zum Ehrenhof, auf dem die Staatsgäste empfangen werden. Auf ihrem Weg in das Gebäude passieren sie dabei das künstlerische Hauptwerk des Bundeskanzleramtes, die große Stahlskulptur des spanisch-baskischen Bildhauers Eduardo Chillida "Berlin". Nach Durchqueren des Foyers gelangen sie über zwei großzügig angelegte Freitreppen in den internationalen Konferenzsaal im ersten Obergeschoss. Bürgern und Besuchern der Hauptstadt ist es möglich, vom offenen Forum aus dem protokollarischen Geschehen auf dem Ehrenhof zu folgen.

Auf umweltfreundliche Aspekte wird Wert gelegt

Bei der Planung des Gebäudes wurde auf umweltfreundliche Aspekte besonderer Wert gelegt: Die Wintergärten dienen als thermische Pufferzonen und ermöglichen eine optimale Belichtung der Arbeitsplätze, die Energieerzeugung erfolgt in einem pflanzenölbetriebenen Heizkraftwerk, Sonnenenergie wird durch Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Verwaltungsflügel genutzt. Die Verwendung von Glas und die Natursteinfassade geben dem gesamten Gebäude einen offenen und transparenten Charakter. Im Inneren dominiert Sichtbeton in Verbindung mit Holzoberflächen.

Die Westfassade wird auf zwei Ebenen von Stelen aus weißem Sichtbeton mit unregelmäßigen Querschnitten dominiert. Diese Stelen finden sich freistehend mit Bäumen gekrönt im Kanzlergarten wieder.

Kontakt

Das Bundeskanzleramt

Willy-Brandt-Straße
110557 Berlin 

Telefon: +49 (0)30 4000 0;
+49 (0)1888 400 0
Fax: +49 (0)30 4000 2357
E-Mail: internetpost
@bundeskanzler.de

Homepage: www.bundeskanzlerin.de

Info-Telefon

Tel: +49 (0)180 272 00 00

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Bus 100 (Haltestelle Platz der Republik)

Bus TXL (Haltestelle Washingtonplatz)

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