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Der Bundesrat

Projektdaten

  • Standort: Ehemaliges Preußisches Herrenhaus, Leipziger Straße 3-4
  • Durchführung: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
  • Planung: Architekten Schweger + Partner, Hamburg/Berlin
  • Hauptnutzfläche: 11.541 Quadratmeter
  • Projektkosten: 100,5 Millionen Euro
  • Bauzeit: Sommer 1997 bis Sommer 2000

Geschichte des Ortes und des Gebäudes

Am 27. September 1996 beschloss der Bundesrat, seinen Sitz nach Berlin zu verlegen. Auf der Suche nach einer angemessenen Adresse fiel die Wahl auf das ehemalige Preußische Herrenhaus in der Leipziger Straße in der Nähe des Leipziger Platzes.

Das Haus wurde zwischen den Jahren 1899 und 1904 nach Plänen des Architekten Friedrich Schulze-Colditz als Sitz der ersten Kammer des Preußischen Landtages errichtet. Zusammen mit dem Gebäude der zweiten Kammer des preußischen Parlaments, dem Abgeordnetenhaus, entstand ein Baukomplex, der sich bis zur Niederkirchnerstraße (der ehemaligen Prinz-Albrecht-Straße) erstreckte. Neben dem Sitzungssaal waren in dem Gebäude Verwaltungsräume und die Dienstwohnungen der Präsidenten beider Parlamentskammern untergebracht.

Vom 16. bis zum 21. Dezember 1918 tagte im Preußischen Herrenhaus im Ergebnis der Novemberrevolution die Reichsversammlung der Arbeiter- und Soldatenräte, die hier den Beschluss fasste, die Wahlen zur Nationalversammlung für den 19. Januar 1919 anzusetzen. Danach konstituierte sich die Weimarer Republik. Die Nationalsozialisten übernahmen das Gebäude 1934 und gliederten es dem benachbarten Reichsluftfahrtministerium an. Das Haus wurde nun "Preußenhaus" genannt und erlitt im zweiten Weltkrieg durch seine zentrale Lage im umkämpften Zentrum der Stadt schwere Schäden.

Gelegen auf dem Territorium der ehemaligen DDR wurde es teilweise wieder aufgebaut und sein Mitteltrakt und der Westflügel wurden der Akademie der Wissenschaften der DDR zur Verfügung gestellt.

Das Gebäude

Durch die schweren Kriegsschäden und die nachfolgenden Umbauten wurde die ursprünglich durchgehende Architektur des Bauensembles stark zerstört.

Nach der Übernahme des Hauses durch den Bundesrat war daher eine umfassende und präzise denkmalpflegerische Bestandsaufnahme des historischen Gebäudes notwendig. Ziel des Umbaus und der Sanierung des Hauses war nach einer Analyse der Grundrisse Friedrich Schulze-Coldidzes die Wiedergewinnung der historischen Raumfolge und Nutzungsstruktur des Hauses, die aber einen totalen Rückbau in den Ursprungszustand der Räume und Säle ausschloss.

Im Ergebnis eines europaweiten Auswahlverfahrens erhielt das Architektenbüro Schweger & Partner den Auftrag zum Umbau des Gebäudes, so dass es sich für den Betrieb des Bundesrates eignete. Veränderungen, die in den mehr als sieben Jahrzehnten Nutzung des Hauses ihre Spuren hinterließen, wurden als Zeitdokumente soweit erhalten, wie es mit der Nutzung des Gebäudes vereinbar war. 

Getrennte Wegführung

Nach Umbau und Sanierung erfolgt innerhalb des Hauses eine getrennte Wegeführung: Gäste erreichen nach Durchqueren des Ehrenhofes die quer gestellte Wandelhalle. In diesen teilweise erhalten gebliebenen Teilen des Hauses bemühte sich der Architekt um die Erhaltung und Ergänzung der vorhandener Details des Bauwerks. In den drei kleinen Kuppelgewölben der Wandelhalle präsentiert die Künstlerin Rebecca Horn ihr Kunstwerk die "Drei Grazien" - drei frei schwebende goldfarbene Messingstäbe.

Über Aufzüge und Treppenhäuser erreichen die Besucher im zweiten Obergeschoss den umlaufenden Flur, der auf dieser Etage die Besuchertribüne erschließt.

Ehrenhof und Plenarsaal

Der Ehrenhof wurde bemerkenswert mit einem Raster aus Buchsbaumkörpern und Kübelpflanzen vom Hamburger Landschaftsarchitekten Gustav Lange gestaltet. Unterbrochen wird die Strenge des Rasters durch frei angeordnete Magnolienbäume und Rosenstauden. Über dem Portal des Bundesrates sind die schwarz patinierten Bronzeskulpturen des Künstlers Per Kirkeby zu bewundern.

Im ersten Obergeschoss befindet sich das Kernstück des Gebäudes - der Plenarsaal, den die Mitglieder des Bundesrates über die umlaufenden Wandelgänge betreten. Leider wurde der historische Plenarsaal mit seiner Holzvertäfelung, den Wandgemälden, der interessanten Eisen-Glas-Konstruktion des Oberlichtes ein Opfer der Bomben des Krieges. An seine Stelle trat ein moderner Raum, der in Achsensymmetrie, Dreiteilung der Wandflächen und Anordnung des Präsidiums an sein historisches Vorbild erinnert. Die Sitzordnung hat eine leicht geschwungene U-Form, deren Reihen zur Saalmitte hin in zwei Stufen abfallen. Bürger, Journalisten und Ehrengäste können die Debatten von der Besuchertribüne verfolgen.

Die Einbindung der jetzt überdachten Innenhöfe in dieses Ensemble der Wandelgänge bietet Platz für Begegnungen und Gespräche.

Der neue Plenarsaal ist mit einer Klimaanlage und modernster Studiotechnik für die Berichterstattung ausgestattet und verfügt über insgesamt 185 Plätze, davon 96 für die Ländervertreter. Auf dem Glasdach des Plenarsaals ist eine Photvoltaikanlage zur Stromgewinnung installiert, die gleichzeitig als Sonnenschutz fungiert. Die Einrichtungen für die parlamentarische Arbeit werden ergänzt durch Interviewmöglichkeiten, Besprechungszimmer und einen Erfrischungsraum.

Länderzimmer im Seitenflügel

Die Länderzimmer wurden im Seitenflügel angelegt. Hier befanden sich ursprünglich die Wohn- und Repräsentationsgebäude der Präsidenten des Herren- und des Abgeordnetenhauses. Jetzt bieten sie den Mitgliedern des Bundesrates Platz für Plenar- und Ausschusssitzungen.

Östlich und westlich des Plenarsaales fügte man moderne Konferenzräume in den Baukörper ein, die den Ausschüssen als Sitzungssäle zur Verfügung stehen.

Kontakt

Leipziger Str. 3-4
10117 Berlin

Telefon: +49 (0)30 18 91 00 0
Fax: +49 (0)30 18 91 00 400
E-Mail: bundesrat@bundesrat.de
Internet: www.bundesrat.de

Pressestelle

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Tel: +49 (0)30 18 91 00 179, -181, -181
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E-Mail: besucherdienst@bundesrat.de

Verkehrsanbindung
  • S-Bahnlinien S1, S2, S25 (S-Bahnhof Potsdamer Platz)
  • U-Bahnlinie U2 (U-Bahnhof Potsdamer Platz)
  • U-Bahnlinie U6 (U-Bahnhof Stadtmitte)
  • Bus M41, M48, M85 und 200 (Haltestelle S+U Potsdamer Platz)
  • Bahn RE3, RE4 und RE5 (Haltestelle Potsdamer Platz)
Weitere Informationen

www.bundesrat.de