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Haus für Abgeordnete des Deutschen Bundestages

Projektdaten

  • Standort: Wilhelmstraße 65
  • Planung: Lieb + Lieb Architekten BDA, Freudenstadt
  • Hauptnutzfläche: 6.880 m²
  • Projektkosten: 41,48 Millionen Euro
  • Bauzeit: 2008 - 2011

Ziel der Baumaßnahme

Mit der vollständigen Grundsanierung des Gebäudes soll eine dauerhafte Nutzung durch Abgeordnete des Deutschen Bundestages ermöglicht werden. Die daraus folgenden baulichen Maßnahmen gliedern sich in folgende Bereiche:

  • Entkernung des Gebäudes und Ertüchtigung bzw. Modifizierung der bestehenden Rohbausubstanz
  • Errichtung einer neuen straßen- und hofseitigen Fassade
  • Erneuerung bzw. Neuerrichtung von Innenausbau und technischen Anlagen
  • Neukonzeption der Zugangssituation und inneren Erschließung
  • Aufstockung um ein Staffelgeschoss zur Schaffung zusätzlicher Nutzfläche
  • Unterirdische Anbindung an das Jakob-Kaiser-Haus und damit in das interne Erschließungssystem der Parlamentsneubauten

Geschichte und Nutzung des Gebäudes

Das Bauwerk Dorotheenstraße 97/ Wilhelmstraße 65-66 wurde als standardisierter Betonskelettbau von 1974 bis 1976 erstellt und diente bis 1990 als Bürogebäude des Außenministeriums der DDR verschiedenen Nationen als Botschaft oder Handelsvertretung.

Zwischen 1990 und 2007 wurde das Gebäude von der Verwaltung des Deutschen Bundestages und bis zuletzt auch von der Botschaft Afghanistans genutzt.

Mit der vollständigen Grundsanierung und Aufstockung des Gebäudes einschließlich einer unterirdischen Anbindung an das Jakob-Kaiser-Haus ab 2008 wurde eine dauerhafte Nutzung durch den Deutschen Bundestag ermöglicht.

Das Gebäude wird von Abgeordneten aller Fraktionen sowie der Hausausweis- und der Presseakkreditierungsstelle genutzt. Im Gebäude befinden sich 211 Büroräume, 9 Besprechungsräume sowie diverse Technik- und Nebennutzflächen. Mit dem Bezug erhalten die Fraktionen die Möglichkeit, mit der Umsetzung des 4-Raum-Konzeptes zu beginnen (4 Raumeinheiten à 18 m² pro Abgeordneten).Die Bürobereiche der Obergeschosse liegen im Sicherheitsbereich, der entweder durch die Eingangsschleuse am Foyer oder über den unterirdischen Zugang vom Jakob-Kaiser-Haus aus direkt erreicht werden kann.

Städtebauliche Situation

Am Kreuzungspunkt Dorotheen-/ Wilhelmstraße verspringt die Achse der Dorotheenstraße. In diesem Achsensprung, dem Schwerpunkt des winkelförmigen Verwaltungsbaus, wird der neue Eingangsbereich geschaffen. Durch einen Eckausschnitt im Erdgeschoss entsteht eine Situation, die Benutzerströme aus mehreren Richtungen aufnehmen kann. 

Entwurfskonzept

Ein zentrales Foyer teilt das Gebäude im EG in den öffentlich zugänglichen Bereich an der Wilhelmstraße und dem Flügel Dorotheenstraße mit der Zugangskontrolle und Nebennutzflächen im gesicherten Bereich. In den Obergeschossen befindet sich die Büronutzung durch den Deutschen Bundestag.

Das Foyer erhält durch darüberliegende Lufträume, die das Tageslicht aus dem Innenhof tief ins Gebäudeinnere transportieren, eine großzügige Raumwirkung. Durch die verspringenden Galeriekanten der einzelnen Ebenen ergeben sich vielseitige Licht- und Blickbeziehungen von und zu den Ebenen untereinander. Die raumhoch verglaste Foyerfassade gibt den Blick auf den Innenhof frei und lässt den Gegensatz zweier Stadträume (Straßenraum und Hof) erkennen.

Die am durchgehenden Luftraum angeordnete Kommunikations- und Aufenthaltsflächen, Nebenräume und Erschließungselemente sowie ein Teil der Besprechungsräume orientieren sich konsequent zum Innenhof. Das durchgängige Band der Büroräume ist den Straßenseiten zugeordnet. 

Erschließung

Die Vertikalerschließung erfolgt über vier Kerne. Die Flure in den Geschossen folgen konsequent der L-Form des Gebäudes, weiten sich aber an den Lufträumen und Kommunikationszonen auf. 

Fassade

Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Orientierungen und unterschiedlicher Umweltbedingungen  wurden für Straßen- und Hofseite unterschiedliche Fassadenkonzepte entwickelt. 

Die neue Fassade der Straßenseite (West / Nord) übernimmt die Unterteilung und Maßstäblichkeit der bestehenden Fassadenelemente. Geschosshohe leicht verschwenkte Ganzglas-Fassadenelemente ermöglichen interessante Einblicke in den Straßenraum und geben der plastischen Ausformung der bestehenden Fassade eine neue Entsprechung. Je nach Blickrichtung zeigt die Fassade ein anderes Gesicht. Die so entstehende Dynamik wird durch variierende Winkel der Elemente verstärkt.

Die hofseitige Fassade (Süd / Ost) ist als Ganzglasfassade mit außenliegendem Sonnenschutz ausgebildet. 

Unterirdische Anbindung – Tunnelbaumaßnahme Wilhelmstraße

Beim Ingenieurbauwerk werden in offener Bauweise zuerst im Hochdruckinjektionsverfahren (HDI) die Dichtsohlen und Dichtwände hergestellt. Das Bauwerk unterquert die Wilhelmstraße ausgehend von der Nordostecke des Jakob-Kaiser-Hauses in Richtung Gebäudeeck Dorotheen-/ Wilhelmstraße. Nach Herstellung des Baugrubentroges und der notwendigen Überbrückungskonstruktionen wird die Wasserabsenkung erfolgen. Danach erfolgt der Erdaushub unterhalb der Versorgungsleitungen. Im Anschluss werden die Tunnelsohle, Tunnelwände und Tunneldecke als wasserundurchlässiges Betonbauwerk hergestellt. Anschließend werden alle Leitungsprovisorien und die Hebeanlage zurückgebaut und nach Freigabe der Versorgungsunternehmen erfolgt die Bodenauffüllung und Wiederherrichtung der Straßen- und Gehwegbeläge. 

Kunst am Bau

Es wurden Wettbewerbe zur Gestaltung der Hoffläche mit integriertem Kunstwerk, zur Kunst am Bau im Foyerbereich und für den Übergang zum Jakob-Kaiser-Haus durchgeführt.

Die Gestaltung der Hofflächen entwarf der Landschaftsarchitekt Guido Hager aus Zürich in Zusammenarbeit mit dem Künstler Beat Zoderer (Wettingen/ Schweiz), der eine ringförmige Pavillonskulptur entworfen hat.

In den Foyers im Erdgeschoss und im 3. OG ist eine Wandinstallation von Peter Wüthrich, Bern, aus je 300 Büchern entstanden.

Im Durchgang zum Jakob-Kaiser-Haus wird der Tunnelraum durch eine Lichtinstallation der Berliner Künstlerin Gunda Förster spannungsreich akzentuiert.

Kontakt

Wilhelmstraße 65
10117 Berlin

Postanschrift: Platz der Republik 1, 11010 Berlin

Telefon: +49 (0)30 227 0
Fax: +49 (0)30 227 36 878 / -979
E-Mail: mail@bundestag.de
Pressestelle: +49 (0)30 227 329 24 / -29

Verkehrsanbindung
  • S-Bahnlinien S1, S2, S25 (S-Bahnhof Brandenburger Tor)
  • S-Bahnlinien S3, S5, S7, S75 (S-Bahnhof Friedrichstraße)
  • U-Bahnlinie U6 (U-Bahnhof Friedrichstraße)
  • U-Bahnlinie U55 (U-Bahnhof Bundestag oder Brandenburger Tor
  • Bus M85, 100 (Haltestelle Reichstag/Bundestag)
  • Bus TXL (Haltestelle Marschallbrücke)