Sprungnavigation

Von hier aus koennen Sie direkt zu folgenden Bereichen springen:

Inhaltsbereich

zur Sprungnavigation

Paul-Löbe-Haus · Marie-Elisabeth-Lüders-Haus

Paul-Löbe-Haus:

  • Standort: östlicher Spreebogen, Konrad-Adenauer-Straße
  • Durchführung: Bundesbaugesellschaft Berlin mbH
  • Planung: Stephan Braunfels, München
  • Hauptnutzfläche: circa 60.000 Quadratmeter (für beide Gebäude)
  • Projektkosten: 444,8 Millionen Euro (für beide Gebäude)
  • Bauzeit: April 1997 bis Juli 2001

Marie-Elisabeth-Lüders-Haus:

  • Standort: Schiffbauerdamm
  • Durchführung: Bundesbaugesellschaft Berlin mbH
  • Planung: Stephan Braunfels, München
  • Hauptnutzfläche: circa 60.000 Quadratmeter (für beide Gebäude)
  • Projektkosten: 444,8 Millionen Euro (für beide Gebäude)
  • Bauzeit: April 1997 bis Mitte 2003

Geschichte des Ortes und des Gebäudeensembles

Das Ensemble des Paul-Löbe-Hauses und Marie- Elisabeth-Lüders-Hauses liegt nördlich des Reichstagsgebäudes, an den Ufern der Spree.

Besonders mit dem Bauplatz des Paul-Löbe-Hauses verbinden sich Erinnerungen an das ehemalige Alsenviertel, das in der Zeit des Nationalsozialismus abgerissen wurde, um Platz für das geplante Zentrum der "Welthauptstadt Germania" zu schaffen.

Vordem war das Alsenviertel Wohnort des gehobenen Bürgertums. Aufgrund seiner zentralen Lage nahmen besonders nach dem Bau des Reichtagsgebäudes auch viele Angehörige von Regierung, Parlament und Diplomatie hier Quartier und das Viertel bekam den Charakter eines bekannten Wohn- und Gesandtschaftstortes.

Nach der Teilung Deutschlands verlief an dieser Stelle der Spree die Berliner Mauer. Die Brücke, die das Paul-Löbe-Haus auf der westlichen und das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus auf der östlichen Spreeseite heute miteinander verbindet, ist daher auch ein Symbol für die 1989 vollzogene Wiedervereinigung der geteilten Stadt.

Die Bezeichnungen Paul-Löbe-Haus und Marie-Elisabeth-Lüders-Haus beziehen sich auf bedeutende Vertreter des deutschen Parlamentarismus aus der Zeit der Weimarer Republik und der frühen Bundesrepublik.

Paul Löbe (1875-1967)

war Vizepräsident der verfassungsgebenden Nationalversammlung und von 1920 bis 1932 Mitglied der SPD-Fraktion und Präsident des Reichstags. Nach Haft und Konzentrationslager unter dem Nationalsozialistischen Regime war er 1948/49 Mitglied des Parlamentarischen Rates und von 1949 bis 1953 für die SPD Abgeordneter im Deutschen Bundestag, als dessen erster Alterspräsident er amtierte.

Marie-Elisabeth Lüders (1878-1966)

war von 1919 bis 1930 Mitglied des Reichtages für die Deutsche Demokratische Partei. Unter dem nationalsozialistischen Regime war sie mehrere Monate in Gestapo-Haft. Von 1949 bis 1961 war sie für die FDP Mitglied des Deutschen Bundestages und dessen Alterspräsidentin von 1953 bis 1961.

Das Gebäudeensemble

Den Realisierungswettbewerb für den Bundestagsstandort "Parlamentsneubau Alsenblock und Luisenblock" gewann im Oktober 1994 der Münchner Architekt Stephan Braunfels, dessen architektonisches Konzept sich in das "Band des Bundes" einfügte, welches von den Architekten Axel Schultes / Charlotte Frank konzipiert worden war.

Paul-Löbe-Haus

Braunfels entwarf einen 22 Meter hohen, siebengeschossigen Neubau unmittelbar neben dem Reichstagsgebäude - das Paul-Löbe-Haus (ehemaliger Alsenblock). Die Gestalt des zweihundert mal einhundert Meter messenden Gebäudeblocks erinnert an einen symmetrischen Doppelkamm.

Der unter einem großen Vordach liegende Haupteingang öffnet sich nach Westen und führt in eine mit Glas überdachte lichtdurchflutet zentrale Halle, die man als das funktionale und ästhetische Rückgrat des Gebäudes bezeichnen kann.

Diese zweihundert Meter lange Halle durchzieht den gesamten Baukomplex. Durch die gläsernen Fassaden an den Schmalseiten des Hauses und das Glasdach bildet diese Halle den ästhetischen und funktionalen Mittelpunkt des Gebäudes und symbolisiert Öffentlichkeit und Transparenz.

In Rotunden rechts und links dieser Achse befinden sich die ebenfalls verglasten Sitzungssäle für die Ausschüsse des Bundestages.

Über offene Galerien an den Längsseiten der Halle gelangt man in die auf sieben Ebenen verteilten Sitzungssäle und Büros, die sozusagen in den "Zinken" des Doppelkamms liegen. Zwischen diesen "Zinken" befinden sich insgesamt acht begrünte Innenhöfe, die eine natürliche Belichtung und Belüftung gewährleisten. Im Westen und Osten wird der Blick durch großen Glasfassaden auf das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus am anderen Ufer der Spree freigegeben.

Um den Weg zwischen Parlament und Abgeordnetenbüros so kurz wie möglich zu halten, ist das Haus mit dem Untergeschoss des Reichstages durch einen Fußgängertunnel verbunden.

In dem Gebäude finden 275 Abgeordnete mit 550 Büros ihren Platz. Daneben gibt es 19 Sitzungssäle, circa 450 Büros der Ausschuss-Sekretariate sowie den Besucherdienst und zwei Restaurants für Abgeordnete, Mitarbeiter und Besucher. Über dem Restaurant mit dem Blick zur Spree befindet sich der große Sitzungssaal des Europa-Ausschusses.

Am 15. Oktober 2001 konnte die Schlüsselübergabe an den Deutschen Bundestag erfolgen.

Marie-Elisabeth-Lüders-Haus

Das beim Paul-Löbe-Haus bereits beschriebene architektonische Konzept setzt sich auch im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus (ehemaliger Luisenblock) fort, das im Jahre 2003 fertiggestellt wurde. Beide Gebäude werden über die Spree hinweg durch eine Brücke verbunden, die über eine öffentliche und eine interne Ebene verfügt.

Im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus sind die Funktionsbereiche des Parlaments untergebracht, die keine unmittelbare Nähe zum Plenum haben müssen. Dabei handelt es sich beispielsweise um die Bibliothek des Deutschen Bundestages mit Katalograum und Lesesaal sowie den Wissenschaftlichen Dienst des Parlaments. Der runde Lesesaal der Bibliothek liegt vor dem Anhörungssaal, der sich mit einem großen runden Fenster zur Spree hin öffnet und von einer Besuchergalerie durchzogen ist. Vier flankierende Türme enthalten die bibliothekswissenschaftlichen Dienste - wie Archive, Kataloge und andere. Diese Türme, die im Grundriss quadratisch sind, reichen nicht bis zum Dach hinauf, so dass oben eine umlaufende Lichtfuge entsteht, die das Tageslicht hereinlässt und dem Haus dadurch eine angenehme Atmosphäre verleiht.

Erweiterung Marie-Elisabeth-Lüders-Haus

Mit der inzwischen begonnenen Erweiterung des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses wird das städtebauliche Thema „Band des Bundes“ bis zur Luisenstraße fortgeführt. Damit findet das „Band des Bundes“ seinen vorläufigen Abschluss.

Der vom Architekten Prof. Stephan Braunfels, München/Berlin konzipierte Erweiterungsbau führt den städtebaulichen und architektonischen Entwurf des Paul-Löbe- und des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses weiter. Die regelmäßige Kammstruktur dieser Gebäude wird fortgesetzt.

An der Luisenstraße setzt ein turmartiger zylindrischer Baukörper, der die Traufkante mit drei Geschossen überragt, einen städtebaulichen Akzent und formuliert den neuen repräsentativen Haupteingang.

Die bestehende zentrale Halle wird zu einem öffentlichen Veranstaltungsraum für bis zu 1.200 Gäste umgebaut.

Im visuellen und räumlichen Zusammenhang mit dem neuen Haupteingang die Plastik von Bernhard Heiliger „Kosmos 70“ installiert. Sie war ursprünglich im alten Reichstagsgebäude installiert.

Der attraktiv zur Luisenstraße gelegene neue Kunstausstellungsbereich des Deutschen Bundestages ermöglicht es, in den bisherigen Räumen ein öffentlich zugängliches Bistro einzurichten. Direkt an der Spree gelegen, mit bestem Blick auf Spree und Reichstag, erhält dieses Bistro neben Sitzplätzen im Innenbereich auch auf zwei Ebenen eine Außenbestuhlung.

Am 09.November 2010 erfolgte der Erste Spatenstich durch den Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages, Dr. Wolfgang Thierse, und Bundesbauminister Dr. Peter Ramsauer. Fertig soll der Erweiterungsbau Ende 2014 sein. Die Gesamtbaukosten betragen 190 Mio €.

Kontakt

Paul-Löbe-Haus

Konrad-Adenauer-Straße
10557 Berlin

Marie-Elisabeth-Lüders-Haus

Schiffbauerdamm 
10117 Berlin

Kontakt

Postanschrift: Platz der Republik 1, 11010 Berlin
Telefon: +49 (0)30 227 0; +49 (0)1888 18 0
Fax: +49 (0)30 227 36 878 oder +49 (0)30 227 36 979
Telex: 886808 btag d
E-Mail: mail@bundestag.de

Verkehrsanbindungen
  • S-Bahnlinien S1, S2, S25 (S-Bahnhof Brandenburger Tor)
  • S-Bahnlinien S3, S5, S7, S75 (Hauptbahnhof)
  • Bus M85, 100 (Haltestelle Reichstag/Bundestag)
  • Bus TXL (Haltestelle Marschallbrücke)
  • U-Bahnlinie 55 (U-Bahnhof Bundestag)