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2000 - Internationale Expertenkommission "Historische Mitte Berlin"

Die Bundesregierung und der Senat von Berlin haben am 1. November und am 31. Oktober 2000 die Einsetzung einer Internationalen Expertenkommission 'Historische Mitte Berlin' beschlossen. Sie wiesen auf die besondere Bedeutung des Berliner Schlossplatzareals als Ausgangspunkt der historischen und städtebaulichen Entwicklung der Stadt hin.

Die internationale Expertenkommission ‘Historische Mitte Berlin‘ solle auf Basis städtebaulicher Überlegungen umfassende Vorschläge zur Bebauung des Berliner Schlossplatzes sowie zur städtebaulichen Gestaltung des umliegenden Areals erarbeiten Auf deren Grundlage solle eine politische Grundsatzentscheidung getroffen werden können.

Für die Bebauung des Berliner Schlossplatzes solle geprüft und empfohlen werden:

  • welches Nutzungskonzept dafür in Frage kommt,
  • wie die baulich architektonische Gestalt der zukünftigen Bauten aussehen soll,
  • welches Finanzierungskonzept unter Beachtung des Beschlusses des Gemeinsamen Ausschusses vom 31. Mai 1996 möglich ist.

Für die Umgebung (Schlossfreiheit, ehemaliges Nationaldenkmal bis Werderscher Markt, Bauakademie, Staatsratsgebäude und die Bereiche Breite Straße,  Scharrenstraße) solle daneben ein städtebauliches Konzept empfohlen werden.

Die Kommission unter Vorsitz des österreichischen EU-Parlamentariers Dr. Hannes Swoboda setzte sich aus Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und hochrangigen Vertretern verschiedener Fachrichtungen zusammen. Sie wurde von einem Moderatoren-Kreis begleitet, dem die Präsidenten des Deutschen Bundestages und des Berliner Abgeordnetenhauses sowie die damaligen Minister Bodewig und Prof. Dr. Nida-Rümelin und die damaligen Senatoren Goehler und Strieder angehörten.

Der Kommissionsvorsitzende Dr. Hannes Swoboda (MdEP) hat den Abschlussbericht der Internationalen Expertenkommission "Historische Mitte Berlin" dem damaligen Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen Kurt Bodewig und dem Regierenden Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit am 17. April 2002 in Berlin übergeben.

Die Kommission hat eine überwiegend (80 Prozent) öffentliche (kulturelle) Nutzung mit Gründung eines so genannten "Humboldt Forums" vorgeschlagen. Das Nutzungskonzept Humboldt Forum vereinigt die außereuropäischen Sammlungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die wissenschafts-geschichtlichen Sammlungen der Humboldt-Universität und die Bestände der Zentral- und Landesbibliothek. Es wird ergänzt um einen gemeinsamen Veranstaltungs- und Begegnungsbereich  (kommerziell privat genutzte Agora).

Die Bebauung des Areals soll sich grundsätzlich an der Kubatur des ehemaligen Berliner Schlosses orientieren. Nach dem Willen einer Mehrheit in der Kommission soll auf dem Schlossplatz ein Gebäude entstehen, das nach Norden, Westen und Süden sowie im so genannten Schlüterhof seine barocken Fassaden wiedererhält.

Zur Finanzierung des Projekts schlägt die Kommission die Gründung einer Aktiengesellschaft vor, an der sich private Anleger und die öffentliche Hand maßgeblich beteiligen sollen. Daneben erwartet die Kommission im Falle der Rekonstruktion wesentlicher Teile des Berliner Schlosses eine erhebliche private Spendenbereitschaft.

Der Vorsitzende der Kommission Hannes Swoboda begründete die nur mit knapper Mehrheit zustande gekommene Rekonstruktionsentscheidung mit der städtebaulichen Notwendigkeit, das historische Ensemble Unter den Linden bis hin zum Lustgarten wieder zu vervollständigen. Dies könne nur mit der Wiederherstellung des äußeren Erscheinungsbildes des Berliner Schlosses gelingen. Auch Berlin müsse erlaubt sein, was vielen anderen europäischen Städten unmittelbar nach dem Krieg erlaubt gewesen sei. Er sei überzeugt, dass die Wiedergewinnung der historischen Mitte ein erhebliches finanzielles Engagement von privater Seite auslösen werde.

Zuletzt geändert: 01.09.2014