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Die Ausgangssituation

Im 2. Weltkrieg wurden zahlreiche Bauten der Berliner Mitte erheblich zerstört. Während die gewachsenen Strukturen des Zentrums zunächst weitgehend respektiert wurden, folgte im Rahmen der Stadtplanung Ende der fünfziger Jahre eine weitgehende Neuordnung. Diese hatte den Abriss zahlreicher historischer Bauten zur Folge. Die wohl einschneidenste Maßnahme bei der Neugestaltung der Mitte bildete der Abriss des kriegszerstörten aber durchaus erhaltungsfähigen Berliner Schlosses auf Befehl Walter Ulbrichts 1950. Erst mehr als 20 Jahre später wurde im östlichen Teil des Areals der Palast der Republik errichtet.

Die städtebauliche Neuordnung dieses Areals ist bis heute unbefriedigend geblieben. Je weiter die bauliche Erneuerung der historischen Mitte Berlins voranschreitet, desto spürbarer wird das Vakuum, das durch den Abriss des Berliner Schlosses entstanden ist. Erforderlich ist hier eine städtebauliche und architektonische Gesamtlösung, die der historischen Bedeutung des Ortes gerecht wird und sich in die Gestaltung der Berliner Mitte nahtlos einbindet. Ein vielfältiges Angebot für kulturelle und gesellschaftliche Begegnungen soll darüber hinaus die urbane Qualität der Mitte wieder herstellen.

Die zahlreichen Vorschläge und Konzepte zur Nutzung und Bebauung des Schlossplatzareals sind noch lange Zeit nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 ergebnislos geblieben. Sowohl der 1994 vom Bund und Land gemeinsam ausgelobte Internationale Städtebauliche Ideenwettbewerb "Spreeinsel" als auch das im Jahre 1997/1998 durchgeführte Interessenbekundungsverfahren zur Bebauung des Berliner Schlossplatzes haben kein umsetzbares Ergebnis erbracht. Neben der ungeklärten Nutzung und der offenen Finanzierung ist dieser Umstand wesentlich darauf zurückzuführen, dass die Diskussion sich in den ersten Jahren nach der Wende überwiegend auf die Erhaltung des Palastes der Republik oder die Rekonstruktion des Berliner Schlosses verengte.

Das Bemühen um eine bauliche Erneuerung der historischen Stadtmitte soll sich daher auf den Schlossplatz als einen integralen Bestandteil einer räumlich erweiterten und inhaltlich komplexeren Aufgabenstellung für ein größeres Areal richten. Neben dem Standort des ehemaligen Schlosses sollte die Internationale Expertenkommission "Historische Mitte Berlin" auch die umgebenden Stadträume in ihre Überlegungen einbeziehen. Dazu gehören das Staatsratsgebäude, die Schlossfreiheit (Standort des ehemaligen Nationaldenkmals "Wilhelm I"), die Bereiche Breite Straße, Scharrenstraße sowie die Bauakademie.

Der historische Ort des Staates im Berliner Zentrum soll ein Ort der Kultur, der Kommunikation und der Verständigung werden, der zu gleichen Teilen die Aufgabe hat, Ost und West zu verbinden sowie als Identifikationspunkt möglichst vieler Menschen zu dienen.

Zuletzt geändert: 01.09.2014