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Energetische Stadtsanierung

Rund 40 Prozent der Endenergie werden in Deutschland im Gebäudebereich verbraucht. Dessen Anteil an den CO2-Emissionen beträgt ungefähr 20 Prozent. Der Gebäudebestand in Deutschland umfasst rund 18 Millionen Wohn- und 1,7 Millionen Nichtwohngebäude (kommunal, sozial und gewerblich). 75 Prozent des Gebäudebestandes wurden vor 1979 mit aus heutiger Sicht oft schlechter energetischer Qualität errichtet. Im Jahr 2007 entfielen innerhalb des Gebäudesektors rund zwei Drittel des Endenergieverbrauchs auf etwa 18 Millionen Wohngebäude. Trotz der deutlich geringeren Anzahl von nur 1,7 Millionen Einheiten entfällt ein Drittel auf die Nichtwohngebäude. ---BREAK---Aus diesem Grund wird das Quartier als Handlungsebene für die energetische Sanierung zunehmend wichtiger. Möglich wird dies mit dem KfW-Programm "Energetische Stadtsanierung".
Ziel des Förderprogramms ist es, umfassende Maßnahmen im Quartier in die Energieeffizienz der Gebäude und der Infrastruktur anzustoßen. Damit werden breitere Einsatzmöglichkeiten unter anderem für erneuerbare Energien in innerstädtischen Altbauquartieren geschaffen und weitere Investorengruppen in den Sanierungsprozess einbezogen. Für 2017 sind aus dem Energie- und Klimafonds Programmmittel in Höhe von rund 50 Millionen Euro zur Förderung der energetischen Stadtsanierung vorgesehen.
Seit Programmstart Ende 2011 hat die KfW bis Juni 2017 für beide Teilprogramme der Energetischen Stadtsanierung bereits über 1250 Förderzusagen mit einem Volumen von über 630 Millionen Euro erteilt.

KfW-Programm "Energetische Stadtsanierung"

Programmbaustein "Energetische Stadtsanierung – Zuschüsse für integrierte Quartierskonzepte und Sanierungsmanager" (432)

Es werden gefördert:

  • die Erstellung integrierter Quartierskonzepte zur Steigerung der Energieeffizienz der Gebäude und der Infrastruktur sowie
  • die Finanzierung eines Sanierungsmanagements, das unter Beteiligung der Eigentümer das Sanierungskonzept erstellt und die Umsetzung der energetischen Sanierungsmaßnahmen für bis zu fünf Jahre begleitet.

Die integrierten Quartierskonzepte werden – sofern vorhanden – aus integrierten Stadt-(teil)-entwicklungskonzepten oder aus wohnwirtschaftlichen Konzepten bzw. kommunalen Klimaschutzkonzepten der jeweiligen Kommune unter Berücksichtigung der kommunalen energetischen Ziele abgeleitet. Auf diesem Weg werden auch Selbstnutzer und private Vermieter in umfassende Sanierungsmaßnahmen und den Prozess der energetischen Stadterneuerung einbezogen.

Integrierte Quartierskonzepte zeigen unter Beachtung der relevanten städtebaulichen, denkmalpflegerischen, baukulturellen, wohnungswirtschaftlichen und sozialen Aspekte die Potenziale zur Energieeinsparung und Minderung des CO2-Ausstoßes auf. Diese Potenziale können neben den gebäudebezogenen Sanierungsmaßnahmen zum Beispiel über eine gemeinsame Wärmeversorgung mehrerer Gebäude und deren effizienten Betrieb erschlossen werden. Eine zentrale Wärmeversorgung kann zudem vielfach effizienter mit erneuerbaren Energien betrieben werden.

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Antragsteller

Antragsberechtigt sind Kommunen oder deren rechtlich unselbständige Eigenbetriebe.

Die Antragsteller sind berechtigt, die Zuschüsse zur Erstellung der integrierten Quartierskonzepte bzw. für die Kosten des Sanierungsmanagers an privatwirtschaftlich organisierte oder gemeinnützige Akteure weiterzuleiten.

"Energetische Stadtsanierung – Quartiersversorgung" (201 für Kommunen, 202 für kommunale Unternehmen)

Mit dem Programmbaustein "Energetische Stadtsanierung – Quartiersversorgung" (201 für Kommunen, 202 für kommunale Unternehmen) werden Investitionen zur nachhaltigen Verbesserung der Energieeffizienz der kommunalen Versorgungssysteme (quartiersbezogene Wärmeversorgung, energieeffiziente Wasserver- und Abwasserentsorgung und Wärme- und Kälterspeicher) mit Zins vergünstigten Darlehen und Tilgungszuschüssen gefördert.

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Förderung

KfW-Programm 432: Zur Erstellung von integrierten Quartierskonzepten und für ein Sanierungsmanagement beträgt der Zuschuss 65 Prozent der förderfähigen Kosten entsprechend der beiden Programmelemente. Die Tätigkeit eines Sanierungsmanagers kann mit insgesamt 150.000 Euro für drei Jahre, gegebenfalls auch für fünf Jahre gefördert werden. Im Falle einer Verlängerung um weitere zwei Jahre beträgt die maximale Förderung 250.000 Euro.

KfW-Programme IKK/IKU 201, 202: Investitionen in die quartiersbezogene Wärme- und Kälteversorgung sowie in die energieeffiziente Wasserver- und Abwasserentsorgung werden mit Zins vergünstigten Darlehen und Tilhungszuschüssen in Höhe von fünf Prozent des Zusagebetrages gefördert. Der Tilgungszuschuss ist auf maximal 2,5 Millionen Euro begrenzt.
Maßgeblich für die Förderfähigkeit sind die im KfW-Merkblatt "Energetische Stadtsanierung – Zuschüsse für integrierte Quartierskonzepte und Sanierungsmanager" und KfW-Merkblatt "IKK/IKU – Energetische Stadtsanierung – Quartiersversorgung" enthaltenen Rahmenbedingungen.

Die Antragstellung erfolgt über die KfW-Förderbank.

Für die weitere investive Umsetzung der Maßnahmen aus den energetischen Quartierskonzepten stehen zum Beispiel die CO2-Gebäudesanierungsprogramme, das Marktanreizprogramm (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie) und weitere Förderprogramme zur Verfügung.

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Fünf Jahre KfW-Programm Energetische Stadtsanierung: Kongress am 21./22. Juni 2016 in Berlin

"Vom Gebäude zum Quartier". Mit dieser Zielstellung startete vor knapp fünf Jahren das KfW-Programm "Energetische Stadtsanierung". Zu einer umfassenden Zwischenbilanz lud das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit am 21./22. Juni 2016 nach Berlin ein.

Frau Bundesbauministerin Dr. Hendricks betonte bei der Eröffnung der Veranstaltung: "Der integrierte Ansatz des Programms: Vom Gebäude zum Quartier hat sich in der Praxis als sehr zukunftsfähig erwiesen. Damit schaffen wir die Grundlage, dass die Kommunen mehr Energieeffizienz im Gebäudebestand erzielen und dabei auch die Bezahlbarkeit des Wohnens und eine altersgerechte Infrastruktur mitgedacht werden."

Vertreter aus Politik, Verbänden, und Praxis berichteten über ihre Erfahrungen mit dem Quartiersansatz und diskutierten mit über 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern über die praktische Umsetzung sowie innovative Lösungsansätze. Ein weiterer Schwerpunkt war die Präsentation von Zwischenergebnissen aus 63 Pilotprojekten durch die Begleitforschung des KfW-Programms. Am Rande der Konferenz unterzeichneten Herr Staatssekretär Gunther Adler und seine litauische Kollegin Daiva Matoniené ein Abkommen, um im Klimaschutz enger zusammenzuarbeiten. Die stellvertretende litauische Umweltministerin hatte im Rahmen der Konferenz an einem internationalen Panel teilgenommen und dabei betont, wie wichtig die Umsetzung eines Quartiersansatzes für die energetische Stadtsanierung in Litauen sei (Pressemitteilung vom 22. Juni 2016: Bundesumweltministerium unterstützt Litauen beim Klimaschutz).

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Wanderausstellung "Energetische Stadtsanierung"

Begleitend zum Kongress ist eine neue Wanderausstellung "Energetische Stadtsanierung" erstellt worden, die Erfahrungen, Handlungsempfehlungen und Praxisbeispiele aus der Umsetzung des KfW-Programms präsentiert. Die Ausstellung kann kostenfrei ausgeliehen werden. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF extern, 187 KB).

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Zuletzt geändert: 08.08.2017