Nachhaltige Chemie

ISC3 - International Sustainable Chemistry Collaborative Centre

Die internationalen Chemikalien- und Abfallkonventionen Basel, Rotterdam, Stockholm und Minamata bilden gemeinsam mit SAICM (Strategic Approach to International Chemicals Management) die Grundlage für das internationale Chemikalienmanagement (sound management of chemicals) zum Schutz von Umwelt und Gesundheit. Um die übergreifenden Ziele der 2030 Nachhaltigkeitsagenda wie Armutsbekämpfung, Wirtschaftsentwicklung, Ressourceneffizienz und Klimaschutz zu erreichen, reicht ein vor allem auf Chemikaliensicherheit zielendes Chemikalienmanagement nicht aus. Vielmehr ist ein ganzheitlicher Ansatz erforderlich, der ökologische, ökonomische und soziale Aspekte im Lebenszyklus von Chemikalien im Entscheidungsprozess über die Herstellung oder Nutzung von Chemikalien einbezieht.

Deshalb setzt sich das BMUB für Nachhaltigkeit in der Chemie ein, zu der von Industrie, Staat und Gesellschaft harmonisierte Rahmenbedingungen geschaffen werden. Eine nachhaltige Chemie bezieht den gesamten Lebenszyklus – vom Rohstoffabbau, der Herstellung von Basis-, Spezialchemikalien und Produkten bis hin zur Verwendung und Entsorgung – mit ein. Dies betrifft zum Beispiel auch den spezifischen Ressourcenbedarf in Bezug auf Energie, Klima, Roh- und Hilfsstoffe, die Ausbeute bei der Herstellung, Emissionen in Luft, Wasser und Boden, sowie Abwasser- und Abfallmengen.

Weltweit bestehen bereits vielfältige Aktivitäten zur nachhaltigen Chemie. Um die Vernetzung, Kommunikation und Weiterentwicklung der nachhaltigen Chemie zu fördern, wurde am 17. Mai 2017 im Rahmen der internationalen Konferenz "Mainstreaming Sustainable Chemistry Launch of ISC3 and ISCnet" in Berlin das Internationale Kompetenzzentrum für Nachhaltige Chemie eröffnet. Mit Sitz in Bonn hat das ISC3 darauf folgend seine Arbeit aufgenommen.

Zuletzt geändert: 05.09.2017