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Die Minamata-Konvention
- das weltweite Übereinkommen zu Quecksilber -

Hintergrund zur Quecksilber-Konvention der Vereinten Nationen

Im Januar 2013 wurde die Quecksilber-Konvention der Vereinten Nationen – die sogenannte "Minamata-Konvention" abschließend verhandelt. Die Bundesrepublik Deutschland hat sich seit Verhandlungsbeginn stark für die Konvention eingesetzt. Am 10. Oktober 2013 unterzeichneten über 90 Staaten – darunter Deutschland - sowie die Europäische Union im japanischen Minamata die Konvention. Das Übereinkommen ist das erste neue, multilaterale Umweltabkommen seit einigen Jahren

In der japanischen Küstenstadt Minamata erlitten Mitte der 1950er Jahre Tausende Menschen schwerste Gesundheitsschäden, nachdem der Chemiekonzern Chisso über lange Jahre quecksilberhaltiges Abwasser in die der Stadt vorgelagerte Bucht geleitet hatte. Viele Menschen starben an den Folgen der Schwermetallvergiftung. Die so genannte Minamata-Krankheit führt unter anderem zu Lähmungen, Missbildungen und Organ- und Nervenschäden sowie zur Schädigung des Immunsystems. Mit der Namensgebung soll an die Opfer erinnert und zugleich vor den Folgen der Quecksilberemissionen und des verantwortungslosen Umgangs mit dem Schwermetall gewarnt werden.

Was sind die wichtigsten Inhalte der Konvention?

Ziel der "Minamata-Konvention" ist es, den Ausstoß von Quecksilber weltweit einzudämmen. Sie dient damit dem Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt dort, wo Quecksilberemissionen unmittelbar entstehen, aber auch dort, wo sie hin transportiert werden. 

So müssen die künftigen Vertragsstaaten dafür sorgen, die Verwendung von Quecksilber bei der industriellen Produktion deutlich zu reduzieren. Ab 2020 ist es verboten, quecksilberhaltige Produkte wie bestimmte Leuchtmittel oder Thermometer zu produzieren oder zu verkaufen. Zudem dürfen Quecksilber-Abfälle nur unter strengen Auflagen gelagert und entsorgt werden.

Nach Inkrafttreten der Konvention dürfen in den Vertragsstaaten keine neuen Quecksilberminen mehr eröffnet werden. Für den kleingewerblichen Goldbergbau müssen die Staaten zudem Maßnahmen zum Schutz der Arbeiterinnen und Arbeiter ergreifen. Für neue Kohlekraftwerke gilt der Grundsatz, die beste verfügbare Technik zum Schutz vor Quecksilberemissionen einzusetzen. Ein im Rahmen der Konvention neu einzurichtender Ausschuss soll die Umsetzung der Konvention überwachen.

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Welche Probleme soll die Konvention lösen?

Quecksilber ist ein hochgiftiges Schwermetall, das in hoher Dosierung tödlich ist. Am höchsten ist das Gesundheitsrisiko, wenn Quecksilberdämpfe eingeatmet werden oder Quecksilber in Kontakt mit der Haut gerät. In der Umwelt breitet sich Quecksilber oftmals weiträumig über Wasser und Luft aus. Es wird von Tieren und Pflanzen aufgenommen. 

Mehr als 20 Prozent der weltweiten Emissionen entstehen als Abfallprodukt bei der Verbrennung von Kohle zur Stromerzeugung (einer der Hauptemittenten ist zum Beispiel China). Durch die Entwicklung von alternativen Technologien und Reinigungsverfahren und einem entsprechenden Technologietransfer zur Unterstützung der Entwicklungs- und Schwellenländer sollen diese Emissionen langfristig verringert werden.

Ein weiteres zentrales Problem ist der kleingewerbliche Goldbergbau: Viele Goldschürfer setzen beim Schürfprozess Quecksilber ein, welches verdampft und die Gesundheit der Arbeiterinnen und Arbeiter sowie die Umwelt gefährdet. Durch das Verbot neuer Quecksilberminen sowie die Einführung alternativer umwelt- und gesundheitsschonender Technologien sollen die Goldschürfer dazu gebracht werden, auf Quecksilber zu verzichten. Die Minderung der Emissionen und das Verbot von quecksilberhaltigen Produkten sollen das allgemeine Vergiftungsrisiko minimieren. 

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Was sind die konkreten Folgen für Deutschland?

In der Europäischen Union gelten weitgehend bereits strenge Regeln zur Eindämmung von Quecksilberemissionen. Umgesetzt wird die Konvention auf EU-Ebene durch die die VERORDNUNG (EU) 2017/852 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 17. Mai 2017 über Quecksilber und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 1102/2008. Für Deutschland wird die Konvention für Deutschland daher nur zu wenigen zusätzlichen Maßnahmen führen. Allerdings profitieren auch deutsche Verbraucher von einem weltweit sinkenden Ausstoß. Das gilt zum Beispiel für die Quecksilberbelastung in Fisch.

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Was geschah nach der Zeichnungskonferenz bis jetzt?

Das Übereinkommen ist mit der Ratifikation durch 50 Staaten am 16. August 2017 in Kraft getreten. Mittlerweile wurde das Übereinkommen von 128 Staaten gezeichnet und von 83 Staaten ratifiziert. Deutschland hatte am 15. September 2017 ratifiziert. Für Deutschland tritt das Übereinkommen nach Ablauf von 90 Tagen am 14. Dezember 2017 in Kraft. Das hierfür erforderliche Gesetz wurde am 19. Juni 2017 im BGBl II verkündet und trat am 20. Juni 2017 in Kraft. Die erste Vertragsstaatenkonferenz (COP1) fand vom 24. bis 29. September 2017 in Genf statt.

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Erste Vertragsstaatenkonferenz (COP 1)

Mehr als 1200 Vertreter von Regierungen, Nicht-Regierungsorganisationen und zwischenstaatlichen Organisationen nahmen an der COP 1 des Übereinkommens von Minamata unter dem Leitmotiv "Make Mercury History" teil. Kernfragen waren unter anderem: Standort und Organisation des Konventions-Sekretariats, Haushalt, Berichterstattung und Finanzierungsmechanismus. Ferner sollten Richtlinien zur praktischen Umsetzung der Vorschriften verabschiedet werden. Teil der COP 1 war zudem ein High-Level-Segment, dessen Teilnehmerinnen und Teilnehmer - zwei Staats- und Regierungschefs sowie 80 Ministerinnen und Minister - sich im Rahmen von runden Tischen zu verschiedenen quecksilberrelevanten Fragen austauschten.

Während in den technischen Fragen (zum Beispiel Berichterstattung, Überprüfung der Wirksamkeit des Übereinkommens, Altlastenmanagement) Fortschritte zu verzeichnen waren, gab es keine Einigung über den endgültigen Standort des Sekretariats. Etliche Themen wurden auf die COP 2 vertagt. Die COP 2 wird voraussichtlich vom 19. bis 23. November 2018 in Genf stattfinden.

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Zuletzt geändert: 12.10.2017