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Bromierte Flammschutzmittel

Was ist das Problem?

Flammschutzmittel dienen dazu, die Entzündung brennbarer Materialien, wie Kunststoffe, Textilien oder Holz, hinauszuzögern und die Flammenausbreitung zu verlangsamen. Es handelt sich um unterschiedliche chemische Verbindungen, die sich beispielsweise in Kunststoffgehäusen von Fernsehern und Computern, Wohnraumtextilien, Dämm- und Montageschäumen befinden. Problematisch sind bromierte Flammschutzmittel, zu denen polybromierte Diphenylether (PBDE), Tetrabrombisphenol A (TBBPA) und Hexabromcyclododecan (HBCDD) gehören. Sie sind seit langem im Einsatz, in der Umwelt weit verbreitet, schwer abbaubar und zum Teil bioakkumulierend; das heißt, sie reichern sich in Lebewesen an. TBBPA und HBCDD sind toxisch für Gewässerorganismen. DecaBDE, TBBPA und HBCDD kommen auch in Muttermilch und im Blut des Menschen vor.

Seit 2004 EU-weit verboten sind Penta- und OctaBDE wegen der Gefährdung der Umwelt und zum vorbeugenden Schutz gestillter Säuglinge (Richtlinie 2003/11/EG).
Auch für DecaBDE wurde die Anwendung eingeschränkt, es darf innerhalb der Europäischen Union seit Juli 2008 nicht mehr in neu auf den Markt gebrachten Elektro- und Elektronikgeräten enthalten sein. Seit dem Jahr 2012 gilt auch DecaBDE wegen seiner persistenten, bioakkumulierenden und toxischen Eigenschaften (PBT) als besonders besorgniserregender Stoff. Derzeit verhandeln die EU-Mitgliedstaaten unter REACH über einen Beschränkungsvorschlag für DecaBDE. Ziel dieses Vorschlags ist es, die Verwendung von DecaBDE und die Vermarktung von Produkten, die DecaBDE enthalten, nahezu vollständig zu verbieten. Zudem wurde im Mai 2013 vorgeschlagen, dass DecaBDE im Stockholmer Übereinkommen aufgenommen wird. HBCDD wird aufgrund seiner persistenten, bioakkumulierenden und toxischen Eigenschaften unter REACH als besonders besorgniserregender Stoff bewertet.
HBCDD ist in Anhang XIV der REACH-Verordnung "Verzeichnis der zulassungs-pflichtigen Stoffe" gelistet. Damit ist die Verwendung des Stoffes in der EU seit dem 21. August 2015 zulassungspflichtig.

Was kann ich selbst tun?

Der oder die Einzelne kann wenig ausrichten. Hier ist vor allem die Industrie gefragt. Es gilt Flammschutzmittel zu entwickeln und zu verwenden, die nicht schwer abbaubar, bioakkumulierend und toxisch für Mensch und Umwelt sind.

Zuletzt geändert: 15.12.2016