Internationales Chemikalienmanagement (SAICM)

Unter dem Dach der Vereinten Nationen hat die Internationale Konferenz in Dubai vom 4. bis 6. Februar 2006 einen Strategischen Ansatz für ein Internationales Chemikalienmanagement (englisch "Strategic approach international chemicals management, SAICM") beschlossen, mit dem das 2002 auf dem Weltgipfel in Johannesburg festgelegte Ziel, die negativen Wirkungen von Chemikalien auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt bis zum Jahre 2020 zu reduzieren, erreicht werden soll. Kern von SAICM ist eine übergreifende Strategie nach Maßgabe des Vorsorgeprinzips, um die von Chemikalien ausgehenden Gefahren systematisch zu ermitteln und Maßnahmen zu ihrer Verminderung ergreifen zu können. Dazu sollen insbesondere in den Entwicklungsländern die dafür erforderlichen Strukturen geschaffen werden.
Zur Unterstützung der praktischen Umsetzung des Strategischen Ansatzes wurde bei UN Environment in Genf ein Chemikaliensekretariat eingerichtet. Die Steuerung und Überwachung des SAICM-Prozesses erfolgt durch die Internationale Konferenz zum Chemikalienmanagement (ICCM).

Das Mandat von SAICM läuft 2020 aus, deshalb hat die vierte Steuerungskonferenz (ICCM4) im September/Oktober 2015 einen sogenannten Intersessional Process beschlossen, in dem über die Zukunft des internationalen Chemikalienmanagements nach 2020 beraten wird. Ein erstes Treffen des Intersessional Process fand vom 7. bis 9. Februar 2017 in Brasilia statt, dessen Ergebnisse in einem sogenannten Co-Chairs Summary zusammengefasst wurden. In einem konsultativen Prozess wird das Papier derzeit zur Diskussionsgrundlage für das zweite Treffen im März 2018 weiterentwickelt. Die Entscheidung über den Folgeprozess werden durch ICCM5 2020 gefällt. Deutschland vertritt die UN Region Western Europe and Others Group im Büro von ICCM5 und hat den Vorsitz für die nächste Konferenz inne.

Zur Beteiligung der nationalen Akteure organisieren Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt gemeinsam in regelmäßigen Abständen nationale SAICM-Konferenzen. Das zweite Treffen des Intersessional Process wird vom 12. bis 16. März 2018 stattfinden.

Zuletzt geändert: 11.09.2017