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Stand: 01.06.2009

Kurzinfo Chemikaliensicherheit

Chemikalien begleiten uns ein Leben lang. Sie sind überall zu finden und haben zweifellos zu einer erheblichen Steigerung der Lebensqualität beigetragen. In unserem Alltag begegnen wir ihnen zum Beispiel in Wasch- und Reinigungsmitteln, Farben und Lacken, Kunststoffgegenständen, Bekleidung, Kinderspielzeug, Kosmetika, Arzneimitteln, Verpackungen und Lebensmitteln. Auch die Medizin kommt ohne chemische Produkte nicht aus. Über die Atemluft, die Nahrung, die Haut oder medizinische Eingriffe gelangen sie in unseren Körper (siehe Human-Biomonitoring). In Abhängigkeit von ihren Eigenschaften und der Menge, der wir ausgesetzt sind, können sie auch gesundheitsschädlich sein. So besteht die Vermutung, dass sie zum stetigen Anstieg bestimmter chronischer Krankheiten, wie Allergien, Demenz oder Unfruchtbarkeit, beitragen können.

Mittlerweile wird die Zahl der weltweit verwendeten Chemikalien auf über 100.000 geschätzt. Davon sind viele bisher gar nicht auf ihre Gefährlichkeit untersucht worden. Dadurch war ein verantwortungsvoller Umgang mit Chemikalien nicht gewährleistet. Eine Neuordnung der Chemikalienpolitik innerhalb der Europäischen Union besteht seit dem 1. Juni 2007 durch die REACH-Verordnung ((EG) Nr. 1907/2006). REACH steht für Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe. Diese Verordnung gilt für neue Stoffe und so genannte Altstoffe, die bereits auf dem Markt sind.

Zahlreiche Umweltprobleme lassen sich nicht mehr nur auf nationaler oder EU-Ebene lösen, sondern erfordern globale Handlungsansätze. Die Weltwirtschaft ist heute und zukünftig in zunehmendem Maße auf einen globalen, freien Handel ausgerichtet. Um eine Problemverlagerung zu vermeiden, versucht man mit internationalen, völkerrechtlich verbindlichen Übereinkommen einen Rahmen für einheitliche, weltweit geltende Standards zu entwickeln. Sie sollen Rechtsprinzipien zum Schutz der Umwelt und der Gesundheit international verankern.

Das Rotterdamer Übereinkommen ist das erste internationale Vertragswerk zur Chemikaliensicherheit, bei dem es beim Handel mit gefährlichen Chemikalien sowie Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmitteln im Kern um ein qualifiziertes Informationssystem über bestehende Verwendungseinschränkungen oder -verbote geht. Ziel des Übereinkommens, das im Februar 2004 in Kraft trat, ist die weltweite Angleichung der Chemikaliensicherheit auf hohem Niveau.

Mit dem Stockholmer Übereinkommen, das im Mai 2004 in Kraft getreten ist, wurde ein Prozess in Gang gesetzt, der das weltweite Verbot der Herstellung und Verwendung von besonders gefährlichen Chemikalien, den so genannten POPs (Persistent Organic Pollutants; persistente organische Schadstoffe) zum Ziel hat. Die Konvention startete mit zwölf als besonders gefährlich bekannten Verbindungen, dem so genannten "dreckigen Dutzend" (dirty dozen). Dazu gehören einige Pflanzenschutzmittelwirkstoffe und Industriechemikalien sowie die hochgiftigen Dioxine und Furane, die als unerwünschte Nebenprodukte in Produktions- und Verbrennungsprozessen entstehen. In den Industrieländern sind diese Chemikalien bereits verboten oder weitestgehend reguliert. Der Erfolg des Übereinkommens wird von der Umsetzung der Vereinbarungen in allen Ländern abhängen, denn wegen ihrer als "grasshopper"-Effekt bezeichneten Eigenschaft breiten sich die POPs auch in emissionsferne Gebiete aus.

Die derzeit wesentlichste Weiterentwicklung des internationalen Chemikalienmanagements zielt mit einem strategischen Ansatz (SAICM, Strategic Approach to International Chemical Management) darauf, ein übergreifendes, globales System einer verbesserten Chemikaliensicherheit aufzubauen. Die zahlreichen Einzelinitiativen sollen zusammengeführt werden. Das Instrument ist zwar nicht rechtlich bindend, dennoch ist erkennbar, dass sich die Staatengemeinschaft bemühen wird, Wege zur weltweiten Umsetzung zu finden.

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