Perfluorierte Chemikalien

Was ist das Problem?

Perfluorierte Chemikalien (PFC) werden seit mehr als 50 Jahren zur Herstellung von Imprägnierungen und Polymeren verwendet. Sie begegnen uns im Alltag unter den Handelsnamen Teflon®; und Gore-Tex®; und werden als Antihaftbeschichtung für Töpfe und Pfannen sowie zur Oberflächenveredlung von Teppichböden und Möbeln verwendet. Sie schützen wetterfeste Bekleidung und haben zahlreiche Einsatzgebiete in der Medizin- und Labortechnik sowie in anderen technischen Bereichen. Seit einigen Jahren erregen insbesondere einige perfluorierte Tenside (PFT) Aufmerksamkeit, weil sie weltweit in der Umwelt verbreitet sind und in menschlichem Blut und Muttermilch nachgewiesen wurden. Sie kommen gelegentlich im Trinkwasser und Lebensmitteln vor.
Am besten untersucht sind hierbei Perfluoroctansäure (PFOA) und Perfluoroctansulfonsäure (PFOS). Sie sind in der Umwelt nicht abbaubare und bioakkumulierende Stoffe. Aus Tierversuchen sind krebserzeugende und reproduktionstoxische Eigenschaften bekannt. Daher sind diese Chemikalien auch kritisch für die menschliche Gesundheit. Auf welchen Wegen sie in den menschlichen Körper gelangen, ist nur teilweise bekannt.
Die Europäische Union hat das Inverkehrbringen und Verwenden von PFOS bis auf einige Ausnahmen seit Juni 2008 verboten. Darüber hinaus ist PFOS seit 2010 im Stockholmer Übereinkommen weltweit geregelt.
Die bisherigen Maßnahmen zu PFOS sind offensichtlich wirksam: Zwischen 2001 und 2010 nahmen die PFOS-Konzentrationen im menschlichen Blut kontinuierlich ab und lagen am Ende des Untersuchungszeitraums deutlich unterhalb der Konzentrationen aus dem Jahr 1982 (www.umweltprobenbank.de). Im Vergleich zu den höchsten Werten Ende der 1980er Jahre hat sich die Belastung um circa 90 Prozent reduziert. Auch für PFOA deutet sich eine Abnahme der Konzentrationen im Blut ab dem Jahr 2008 an; die PFOA-Belastungen im Jahr 2010 waren die niedrigsten des gesamten Zeitraums.

Was kann ich selbst tun?

Vor der Anschaffung von Heimtextilien und Teppichböden überlegen, ob eine wasser- und schmutzabweisende Beschichtung nötig ist.

Zuletzt geändert: 15.12.2016