Duftstoffe

Was ist das Problem?

Zunehmend werden Räume "beduftet", teils zur Erhöhung der Behaglichkeit, teils zur "Luftverbesserung", um hygienische Bedingungen zu suggerieren oder unangenehme Gerüche zu überdecken. Duftstoffe, die teils künstlich hergestellt und teils natürlichen Ursprungs sind, kommen daher nicht nur in Kosmetikartikeln und Parfüms vor, sondern auch in Produkten des täglichen Gebrauchs, wie in Wasch- und Reinigungsmitteln, Raumsprays, Duftkerzen oder Lampenölen. Selbst Mülleimer- oder Staubsaugerparfüm bietet der Handel an.

Die ständige Anwesenheit von Duftstoffen, kann für empfindliche Personen ein Problem darstellen. Einige Duftstoffe können zu Kontaktallergien führen, wenn sie mit der Haut in Berührung kommen oder können, wenn sie eingeatmet werden, bei empfindlichen Menschen zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Reizungen der Augen und Atemwege führen. Wegen ihres allergenen Potenzials besteht derzeit für 26 Duftstoffe, darunter Eichenmoosextrakt, Geraniol, Anisylalkohol und d-Limonen, seit 2003 eine Deklarationspflicht bei kosmetischen Produkten (Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. November 2009 über kosmetische Mittel) (PDF extern, 3,2 MB), falls sie die festgelegten Konzentrationen überschreiten. Gleiches gilt seit 2005 auch für Wasch- und Reinigungsmittel (europäische Detergenzienverordnung, PDF-Dokument, 333 KB). Die Duftstoffe in vielen anderen Produkten, zum Beispiel zur Raumbeduftung, müssen demgegenüber nicht deklariert werden, so dass die Verbraucherinnen und Verbraucher keine Möglichkeit haben, sich über die betreffenden Inhaltsstoffe der von ihnen genutzten Produkte zu informieren. Die Situation wird sich durch REACH nur teilweise ändern, weil sehr viele Duftstoffe in Mengen unter einer Jahrestonne auf den Markt kommen.

Was kann ich selbst tun?

  • Ein gesundes Raumklima lässt sich in der Regel durch ausreichendes Lüften und durch eine schadstoff- und emissionsarme Innenausstattung erreichen: vorwiegend Produkte kaufen, die mit dem Blauen Engel gekennzeichnet sind
  • Die Wohnung regelmäßig reinigen: Unhygienische Zustände, die häufig die Ursache für unangenehme Gerüche sind, sollten gezielt beseitigt und nicht mit Duftstoffen überdeckt werden
  • Zurückhaltend mit Duftlampen, Räucherstäbchen und Ähnlichem umgehen; Gleiches gilt für "Wellness"- oder "Aromatherapie"-Produkte, die eingeatmet werden
  • Bei Wasch- und Reinigungsmitteln unparfümierte Alternativen kaufen: Trocknet die Wäsche an der frischen Luft, hat sie einen angenehmen unverwechselbaren Geruch - auch ohne Zusatz von Duftstoffen

Zuletzt geändert: 15.12.2016