Kurzinfo Innenraumluft

Was ist das Problem?

Erwachsene halten sich in Mitteleuropa etwa 80 - 90 Prozent des Tages in geschlossenen Räumen auf: zu Hause, am Arbeitsplatz, in Verkehrsmitteln, wie Auto, Bus oder Bahn. Eine möglichst unbelastete und klimatisch behagliche Innenraumluft hat damit für das Wohlbefinden und die Gesundheit eine entscheidende Bedeutung.
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Verunreinigungen der Innenraumluft sind einerseits bedingt durch die bloße Anwesenheit von Menschen, die Sauerstoff verbrauchen und Kohlendioxid ausatmen sowie Körpergerüche abgeben. Andererseits entstehen sie bei einer Reihe von Aktivitäten, wie Tabakrauchen, Kochen oder Heizen. Tabakrauch gehört zu den gefährlichsten Luftverunreinigungen. Er enthält viele krebserzeugende Substanzen und begünstigt die Entstehung von Lungenkrebs - nicht nur bei Raucherinnen und Rauchern, sondern ebenso bei passiv mitrauchenden Personen. Auch die von Bauprodukten, der Innenausstattung und Produkten des täglichen Gebrauches oder bei Renovierungsarbeiten in die Luft abgegebenen flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) beeinflussen die Innenraumluftqualität. Sie können zu Reizungen der Augen und der Atemwege führen. Durch Kochen, Waschen und Baden freigesetzte Feuchtigkeit sowie durch Feuchtigkeit im Mauerwerk kann darüber hinaus die Schimmelbildung begünstigt werden, was zu weiteren gesundheitlichen Problemen führen kann. In einigen Gegenden Deutschlands dringt zusätzlich Radon aus dem Erdreich in Gebäude ein, das ebenfalls gesundheitsschädlich ist. Für die Beurteilung der Qualität der Innenraumluft gibt es für einzelne Schadstoffe Richtwerte, die von einer Arbeitsgruppe festgelegt werden, die sich aus Mitgliedern der Innenraumlufthygiene-Kommission und der Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesgesundheitsbehörden zusammensetzt.

Energieeinsparverordnung mit guter Luftqualität in Einklang bringen

Einige Probleme in Innenräumen haben sich seit der im Jahr 2002 in Kraft getretenen Energieeinsparverordnung verbessert, andere leider nicht. Bessere Wärmedämmung an den Fassaden sowie dicht schließende Fenster und Türen helfen, Energie einzusparen und "kalte" Außenwände, an denen Wasserdampf aus der Luft kondensieren kann, zu vermeiden.
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Die Luftdichtheit führt aber auch dazu, dass sich Stoffe, die im Innenraum freigesetzt werden, in der Raumluft anreichern können. Begegnen kann man diesem Problem nur dadurch, dass emissionsarme Bauprodukte beim Renovieren oder beim Neubau eingesetzt werden und dass das Lüftungsverhalten geändert wird. Auch das richtige Heizen spielt eine wichtige Rolle.

Gesundheits- und umweltverträgliche Produkte

Auf dem Markt sind zahlreiche emissions- und schadstoffarme Möbel, Wandfarben und Bodenbeläge für die Renovierung der Wohnung, die mit dem Umweltzeichen Blauer Engel oder mit dem Umweltzeichen der Europäischen Union, der "Euro-Margerite" gekennzeichnet sind.
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Durch REACH wird der Kenntnisstand über für Gesundheit und Umwelt schädliche Stoffe verbessert. Das wird sich langfristig positiv auf den Gesundheits- und Umweltschutz verbrauchernaher Produkte auswirken.

Sick-Building-Syndrom und MCS

Beim Sick-Building-Syndrom ("Gebäude bezogenes Krankheitsbild") handelt es sich um eine Gruppendiagnose. Typisch ist, dass mehrere Menschen, die in einem Haus leben oder arbeiten, über dieselben Symptome klagen. Meist sind es Geruchsempfindungen oder Reizungen der Augen sowie der Schleimhaut von Nase und Rachen oder auch Kopfschmerzen, Schwindelgefühl und Müdigkeit.
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Häufig finden Fachleute keine Ursachen – aber sobald die Betroffenen dieses Gebäude verlassen, geht es ihnen besser. 
Ob und in wie weit ein Zusammenhang mit der von betroffenen Personen selbst berichteten Chemikalienüberempfindlichkeit (Multiple Chemical Sensitivity, MCS), besteht, diskutieren Mediziner und andere Sachverständige gegenwärtig kontrovers.

Was kann ich selbst tun?

Sollen neue Möbel oder Wandfarben, Lacke, Tapeten, Bodenbeläge usw. gekauft werden, Produkte mit dem Blauen Engel oder der Euro-Margerite auswählen.

Der Leitfaden für die Innenraumhygiene in Schulgebäuden (PDF extern, 873 KB) enthält Handlungsempfehlungen, die auch im Wohnbereich anwendbar sind.

Zuletzt geändert: 15.12.2016