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Studien zur gesundheitlichen Anpassung an die Folgen des Klimawandels

In Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt und weiteren Forschungseinrichtungen legt das Bundesumweltministerium drei Studien zu den gesundheitlichen Anpassungserfordernissen an den Klimawandel vor. Diese befassen sich mit der Zunahme hitzebedingter Todesfälle, der Verbreitung exotischer Stechmücken, die verschiedene, bislang in Deutschland nicht vorkommende Krankheitserreger übertragen können sowie mit der Untersuchung der Effektivität bereits bestehender Informationsdienste zur UV-Strahlung, Hitzewarnsystemen, Pollen- und Ozonvorhersage.

Studie: Zunahme von Hitzetoten durch extreme Hitzeperioden

Im Rahmen des Forschungsvorhabens wurde der Einfluss der Witterungseinflüsse auf die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit des Menschen in Deutschland abgeschätzt. Hohe Temperaturen, Hitzewellen und extreme, kurzfristige Temperaturschwankungen erhöhen die gesundheitlichen Risiken, insbesondere für Menschen mit Herzkrankheiten. So stieg in den Jahren 2000 bis 2010 die Sterblichkeit in Deutschland aufgrund koronarer Herzkrankheiten während Hitzewellen um durchschnittlich 10 bis 15 Prozent. 

Die Basis für die Analyse der vom DWD erhobenen Daten für Deutschland bilden 19 regionale Klimamodelle. Der Analysezeitraum umfasst die Jahre 2001 bis 2010, 2021 bis 2050 (nahe Zukunft) und die ferne Zukunft für die Dekaden 2069 bis 2098. Die Studie untersucht nicht nur die Effekte von absoluter thermischer Belastung (vor allem Hitze) auf den Menschen, sondern sie bewertet auch physikalische und klimatische Reize, die auf die Verfassung und Leistungsfähigkeit eines Organismus einwirken.

Für die Zukunft erwarten die Forscher bei fortschreitendem Klimawandel eine deutliche Vermehrung von Hitzewellen, die länger und intensiver ausfallen werden. Sollte eine gesundheitliche Anpassung an das Wettergeschehen nicht gelingen, so könnte es gegen Ende des Jahrhunderts zu einer Zunahme hitzebedingter Sterblichkeit aufgrund koronarer Herzkrankheiten (Herzinfarkt, Schlaganfall), Atemwegserkrankungen, Migräneattacken, psychischen Erkrankungen oder rheumatischen Beschwerden um den Faktor drei bis fünf kommen.

Um das eigene gesundheitliche Risiko zu senken und besser mit dem zunehmend belastenden Wettergeschehen umgehen zu können, ist es bereits heute möglich, präventive Maßnahmen zu ergreifen. Hierzu zählen etwa die Einholung von Informationen zu bevorstehenden Hitzewellen mittels des Hitzewarnsystems des DWD, eine gesunde und ausgewogene Ernährung, viel Bewegung, wenig Alkohol und der Verzicht auf das Rauchen.

Langfassung der Studie nebst Anlagen (4)

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Studie: Importwege und Bekämpfung exotischer Stechmücken

Stechmücken spielen weltweit eine bedeutsame Rolle sowohl als Lästlinge als auch als Überträger von Infektionserregern bei Mensch und Tier. Die Entwicklung dieser Insekten wird maßgeblich von klimatischen Bedingungen beeinflusst. Der Klimawandel könnte dazu führen, dass sowohl gebietsfremde Stechmücken als auch die von ihnen übertragenen Infektionserreger in Deutschland Bedingungen vorfinden, die ihre Verbreitung begünstigen. Dies hat zur Folge, dass damit eine Gefährdung für die Gesundheit von Mensch und Tier einhergeht. 

In der bundesweiten Untersuchung wurden mögliche Eintragswege exotischer Stechmücken und deren Ausbreitung untersucht. Es wurde gezeigt, dass die tagaktive Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus), die beispielsweise die Erreger für das Dengue-, Chikungunya- und Gelbfieber sowie das West-Nil-Virus überträgt, regelmäßig über die Autobahnen aus dem Süden kommend nach Deutschland eingeschleppt wird.

Es wurde außerdem nachgewiesen, dass der ebenfalls tagaktive Japanische Buschmoskito (Ochlerotatus japonicus) seit 2008 größere Teile Baden-Württembergs besiedelt und heute dort als etabliert angesehen werden muss. Inzwischen hat er auch in anderen Bundesländern wie Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz stabile Populationen aufgebaut. Seine gesundheitliche Bedeutung wird zum jetzigen Zeitpunkt als eher gering eingeschätzt. 

Langfassung der Studie

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Studie: Evaluation bestehender Informationssysteme

Nationale Informations- und Frühwarnsysteme, wie UV-Index, Hitzewarnsystem, Pollenflug- und Ozonvorhersage, haben das Potenzial, rechtzeitige Schutz- bzw. Anpassungsmaßnahmen in der Bevölkerung auszulösen und die Gesundheit vor den genannten Umweltfaktoren zu schützen. Hierbei spielt die Aufklärungs- und Fortbildungsarbeit durch die kommunalen Gesundheits- und Umweltbehörden für die Mitarbeiter in Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie für die niedergelassene Ärzteschaft eine wichtige Rolle. Weiter ausbaufähig sind nach der Studie die institutionalisierten Informationswege, die für die Weitergabe von Informationen durch die Gesundheits- und Umweltbehörden genutzt werden.

Langfassung der Studie nebst Anlagenband 

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Zuletzt geändert: 14.06.2017

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