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Verbraucherschutz

Gesundheitlicher Umweltschutz konkret

Voller Einkaufswagen mit Lebensmitteln im Supermarkt

Zu den Umweltkontaminanten in Lebensmitteln, von denen je nach Gehalt gesundheitliche Gefahren für die Verbraucherinnen und Verbraucher ausgehen können, gehören Schwermetalle wie Blei, Cadmium und Quecksilber. Schwermetalle kommen zum einen ohne Eingriffe des Menschen, also natürlicherweise, in der Umwelt und dadurch auch in Lebensmitteln vor. Zum anderen rührt ihr Vorkommen aus Eingriffen des Menschen in die Umwelt, ist also auch anthropogen bedingt. Schwermetalle werden zudem auch über Verunreinigungen in Zusatzstoffen und Düngemitteln in Lebensmittel eingetragen. Eine eindeutige Abgrenzung der Eintragswege von Schwermetallen in Lebensmittel ist nicht möglich.

So sind die überwiegend natürlich zustande gekommenen Quecksilbergehalte in Fischen der Weltmeere, die der menschlichen Ernährung dienen, so niedrig, dass von ihnen kein gesundheitliches Risiko ausgeht. Das gilt nicht für besonders exponierte, langsam wachsende, am Ende der Nahrungskette stehende und ein hohes Lebensalter erreichende Fischarten wie Haie, Schwertfisch oder der Weiße Heilbutt. Diese Fischarten können auch unter "natürlichen" Bedingungen relativ hohe Quecksilbergehalte enthalten. Daher wurde in Deutschland bereits im Jahr 1975 zum gesundheitlichen Verbraucherschutz ein Höchstgehalt für Quecksilber in Fischereierzeugnissen in Höhe von 1 mg/kg festgesetzt. Eine entsprechende EU-weite Festsetzung erfolgte im Jahr 1993. Zum Schutz der menschlichen Gesundheit gelten zudem seit April 2002 EU-weit Höchstgehalte für Blei und Cadmium in verschiedenen Lebensmitteln wie Getreide, Gemüse, Früchte, Nahrungsergänzungsmittel, Säuglings- und Kleinkindnahrung sowie Fleisch- und Fischereierzeugnisse, die heute ebenfalls in der Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 vom 19. Dezember 2006 (PDF extern, 155 KB) verankert sind. Die Bestimmung des Blei-, Cadmium- und Quecksilbergehalts im Rahmen des jährlichen Lebensmittel-Monitoring ergab, dass der Anteil der Lebensmittelproben mit Überschreitungen der Höchstgehalte für die oben genannten Schwermetalle gering ist.

Auch die gesundheitsgefährdenden Dioxine und polychlorierten Biphenyle (PCB) gehören zu den Umweltkontaminanten. Dioxine sind unerwünschte, unvermeidbare und zu minimierende Nebenprodukte, die hauptsächlich bei bestimmten industriellen thermischen Prozessen sowie bei Verbrennungsprozessen freigesetzt werden können. Dazu zählen vor allem Sinteranlagen, die Metallproduktion und Hausbrandstätten. Dioxine werden bzw. wurden also nicht absichtlich produziert. Dagegen sind PCB für verschiedene Anwendungen zweckbestimmt hergestellt worden, in der Hauptsache als nicht brennende und den Strom nicht leitende zähe Flüssigkeiten in Transformatoren und in der Hydraulik. Als Emissionsquellen für Dioxine und PCB dominieren heute Altlasten aus der Vergangenheit. Einige Vertreter dieser unerwünschten Stoffe sind chemisch sehr stabil, besonders toxisch und werden nur sehr langsam abgebaut. Beide Verbindungsgruppen reichern sich im Fettgewebe von Mensch und Tier an. Der Mensch nimmt diese schädlichen Substanzen im Wesentlichen über fetthaltige vom Tier stammende Nahrung auf. Zum Schutz des Verbrauchers gelten bereits seit dem Jahr 1988 rechtsverbindliche Höchstmengen (Grenzwerte) für nicht dioxinähnliche PCB in zahlreichen Lebensmitteln tierischer Herkunft. Diese nationalen Grenzwerte werden seit dem Jahr 2002 ergänzt durch europaweit rechtsverbindliche Höchstgehalte (Grenzwerte) und freiwillig anzuwendende Auslösewerte für Dioxine und seit dem Jahr 2006 für dioxinähnliche PCB in verschiedenen Lebensmitteln. Anfang 2012 wurden die meisten nationalen Höchstmengen für nicht dioxinähnliche PCB durch strengere, EU-weit geltende Höchstgehalte abgelöst. Auch diese Höchstgehalte sind heute in der Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 vom 19. Dezember 2006 (PDF extern, 155 KB) verankert.

Die Auswertung der Untersuchungsergebnisse für verschiedene Schwermetalle sowie für Dioxine und PCB in den Umweltmedien Luft, Wasser und Boden zeigt, dass die auf den Weg gebrachten Umweltschutzmaßnahmen erfolgreich sind. Die allgemeine Belastung der Umwelt mit diesen Schadstoffen, die so genannte Hintergrundkonzentration, ist seit Jahren abnehmend und inzwischen sehr gering. Dies führt gleichzeitig auch zu einem relativ einheitlich bundesweit sehr geringem Belastungsniveau in den meisten Lebensmitteln sowohl mit Dioxinen als auch mit PCB. Demnach führt die Hintergrundkonzentration der Umwelt in der Regel heutzutage nicht zu Überschreitungen der zulässigen Gehalte für diese die Gesundheit gefährdenden Stoffe in Lebensmitteln.

Zuletzt geändert: 08.04.2016