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Obst, Gemüse und Getreide weitestgehend frei von Dioxinen und PCB

Erntedankkorb gefüllt mir Obst und Gemüse

In Deutschland angebautes Obst, Gemüse und Getreide sind weitestgehend frei von den gesundheitsschädlichen Dioxinen und polychlorierten Biphenylen (PCB). Das ist das Ergebnis einer mit finanzieller Unterstützung des Bundesumweltministeriums in den Jahren 2004 und 2005 durchgeführten bundesweiten Untersuchung von 100 Obst-, Gemüse- und Getreideproben, und zwar unabhängig von der Probenahmeregion und von deren Siedlungsdichte. Die Untersuchungsergebnisse dokumentieren damit ein hohes Niveau im umweltbezogenen gesundheitlichen Verbraucherschutz in Deutschland. Die in den letzten 20 Jahren auf den Weg gebrachten Umweltschutzmaßnahmen sind erfolgreich: Die allgemeine Belastung der Umwelt mit Dioxinen und PCB, die so genannte Hintergrundkonzentration, ist seit Jahren abnehmend und inzwischen sehr gering. Dies bestätigen Untersuchungsergebnisse der Obst-, Gemüse- und Getreideproben.
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Für Obst, Gemüse und Getreide gelten weder in Deutschland noch europaweit Höchstgehalte (Grenzwerte) für Dioxine und PCB. Im Jahr 2002 wurden jedoch auf europäischer Ebene erstmals sogenannte Auslösewerte für Dioxine und im Jahr 2006 erstmals Auslösewerte für dioxinähnliche PCB in Obst, Gemüse und Getreide festgesetzt: Der Auslösewert heute beträgt gemäß Empfehlung der Kommission vom 3. Dezember 2013 zur Reduzierung des Anteils von Dioxinen, Furanen und PCB in Futtermitteln und Lebensmitteln (2013/711/EU) für Dioxine 0,3 pg WHO-Toxizitätsäquivalente je Gramm Frischgewicht und für dioxinähnliche PCB 0,1 pg WHO-Toxizitätsäquivalente je Gramm Frischgewicht. Die Auslösewerte dienen als Frühwarnsystem. Auslösewerte sollen überdurchschnittlich hohe Belastungen in Lebensmitteln finden helfen. Sie dienen als Hilfsmittel, um Kontaminationsquellen ausfindig zu machen und diese einzuschränken oder zu beseitigen. Dioxine und dioxinähnliche PCB werden von unterschiedlichen Quellen emittiert. Daher gelten Auslösewerte sowohl für die Stoffgruppe der Dioxine als auch die der dioxinähnlichen PCB. Die Untersuchung der 100 Obst-, Gemüse- und Getreideproben hat gezeigt, dass die Auslösewerte für beide Schadstoffgruppen deutlich unterschritten werden.
Die meisten Pflanzen nehmen organische Schadstoffe wie Dioxine und PCB aus der Umwelt nicht über das Wurzelwerk aus dem Boden auf. Stattdessen erfolgt die Aufnahme von Dioxinen und PCB aus der Umwelt in der Regel über die oberirdischen Pflanzenteile, die die in der Luft und an Partikeln (Staub) gebundenen Schadstoffe aus ihrer Umgebung aufnehmen.

Im Rahmen der Untersuchung in den Jahren 2004 und 2005 wurden je 10 Proben folgender Obst-, Gemüse- und Getreidesorten untersucht:

• unterirdisches Gemüse wie Karotten, Kartoffeln;
• oberirdische bodennahe Früchte wie Blumenkohl, Kohlrabi, Zucchini, 
  Erdbeere;
• bodennahes Blattgemüse wie Kopfsalat, Weißkohl;
• bodenfernes Obst und Gemüse wie Bohnen, Äpfel, Getreide.


Gehalt von Dioxinen in Gemüse

Wie aus der Abbildung ersichtlich, liegen alle Analyseergebnisse für Dioxine in Gemüse deutlich unterhalb des damals geltenden EU-Auslösewertes für Dioxine in Obst, Gemüse und Getreide von 0,4 ng WHO-Dioxinäquivalenten je Kilogramm Erzeugnis. Es fällt auf, dass Zucchini zwar die höchsten, aber immer noch gesundheitlich unbedenklichen Gehalte mit Dioxinen aufweisen. Zucchini gehören der Pflanzengattung Cucurbita an, die – im Gegensatz zu anderen Pflanzen - Dioxine systemisch mit den Wurzeln aufnehmen.

Gehalt von Dioxinen in Karotten

Weitergehende Erläuterungen der statistischen Auswertung beispielhaft anhand der Untersuchungsergebnisse für Dioxine in Karotten: Der eingezeichnete Wertebereich zwischen dem sogenannten 25. und 75. Perzentil beschreibt den Konzentrationsbereich, in welchem die Hälfte der Untersuchungs­ergebnisse liegt. Der Median ist derjenige Wert, der in der Mitte steht, wenn alle Unter­suchungs­werte der Größe nach geordnet sind. Alle Untersuchungsergebnisse belegen, dass Karotten weitestgehend frei von Dioxinen sind.

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Gehalt von dioxinähnlichen PCB in Gemüse

Wie aus der Abbildung ersichtlich, liegen auch alle Analyseergebnisse für dioxinähnliche PCB in Gemüse deutlich unterhalb des damals geltenden EU-Auslösewertes für dioxinähnliche PCB von 0,2 ng WHO Dioxinäquivalenten je Kilogramm. Es fällt auch in dieser Grafik auf, dass Zucchini zwar die höchsten, aber immer noch gesundheitlich unbedenklichen Gehalte an PCB aufweisen. Zucchini nehmen - im Gegensatz zu anderen Pflanzen - offensichtlich auch PCB systemisch mit den Wurzeln auf.

Forschungsvorhaben

Endbericht (PDF, 3,0 MB)

Das Forschungsvorhaben "Nationale Statuserhebung von Dioxinen und PCB in Lebensmitteln pflanzlichen Ursprungs" wurde aus dem Umweltforschungsplan des Bundesumweltministeriums gefördert. Die vollständigen Untersuchungsergebnisse sind im Endbericht zum Forschungsvorhaben dokumentiert.

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Toxizität von Dioxinen und PCB

Der Begriff "Dioxine" bezieht sich auf zwei Klassen unterschiedlich chlorierter Verbindungen, die aus 75 Polychlorierten Dibenzo-p-dioxinen (PCDD) und 135 Polychlorierten Dibenzofuranen (PCDF) bestehen. Dioxine (PCDD/F) haben ähnliche chemische, physikalische und toxische Eigenschaften und sind lipophile Verbindungen. Besonders toxisch und gleichzeitig persistent sind 17 Kongenere, die in 2,3,7,8-Stellung chloriert sind. Das Kongener mit der höchsten Toxizität ist das 2,3,7,8-TCDD, das sog. Seveso-Dioxin. In Relation zu diesem Kongener werden den anderen 2,3,7,8-substituierten Dioxinen Toxizitätsäquivalentfaktoren (TEF) zugeordnet. Durch Addition der mit den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegten TEF multiplizierten Konzentrationen der einzelnen Kongenere ergibt sich als Summe die Dioxin-Toxizitätsäquivalentkonzentration (WHO-PCDD/F-TEQ).
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Polychlorierte Biphenyle (PCB) sind eine Gruppe von chlorierten Substanzen, die sich durch unterschiedliche Anzahl und Stellung der Chloratome am Biphenyl unterscheiden und damit aus 209 Kongeneren bestehen. Wie Dioxine sind PCB lipophil und teilweise persistent. Einige PCB zeigen auf Grund ihres Molekülaufbaus Ähnlichkeiten wie Dioxine und werden daher dioxinähnliche PCB (im Gegensatz zu den sog. nicht-dioxinähnlichen PCB) genannt. Den dioxinähnlichen PCB werden wie den Dioxinen Toxizitätsäquivalentfaktoren (TEF) zugeordnet, die diese PCB-Kongenere gemäß ihrer Toxizität im Vergleich zum 2,3,7,8-TCDD einstufen (WHO-PCB-TEQ). Die gesamten dioxinähnlichen Wirkungen werden als WHO-TEQ zusammengefasst und sind die Summe aus WHO-PCDD/F-TEQ und WHO-PCB-TEQ.

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Zuletzt geändert: 21.07.2014

Weitere Informationen

Dioxine und PCB