Mikroplastik in Lebensmitteln

Nach gegenwärtigem Wissensstand ist eine Gesundheitsgefährdung für den Menschen durch die Aufnahme von Mikroplastikpartikeln über Lebensmittel nicht zu befürchten. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Partikel zum ganz überwiegenden Teil vom Körper wieder ausgeschieden werden. Das gilt auch für besonders kleine Partikel unter 0,1 Millimeter. Sofern Mikroplastikpartikel als Träger für Schadstoffe in Betracht kommen, greifen für zahlreiche Schadstoffe die rechtlich verbindlichen EU- beziehungsweise nationalen Höchstgehalte für Rückstände und Kontaminanten. Bei einer Überschreitung dieser Höchstgehalte sind entsprechende Lebensmittel nicht verkehrsfähig.

Von Herbst 2013 bis Sommer 2014 wurde in den Medien vermehrt über Funde von Mikroplastik in Honig sowie in Milch, Trinkwasser, Bier und Softdrinks berichtet. Die Ergebnisse wurden allerdings bisher nicht wissenschaftlich überprüft. Die verwendete Untersuchungsmethode (optische Untersuchung) ist nicht geeignet Mikroplastik in Lebensmitteln qualitativ oder quantitativ zu bestimmen. Nicht ausreichend berücksichtigt wurde in der vorliegenden Untersuchung zudem, dass die nachgewiesenen Partikel aus dem Produktionsprozess der Lebensmittel stammen könnten.
Auch die bisherigen routinemäßigen Untersuchungen der für die Lebensmittelüberwachung zuständigen Landesbehörden sowie die eigens von der Lebensmittelwirtschaft in Auftrag gegebenen Untersuchungen bestätigen nicht die bisher veröffentlichten Ergebnisse über Funde von Mikroplastikpartikeln in Lebensmitteln. Unter Umständen ist der Mensch aber durch den Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten betroffen, da für diese Organismen die Aufnahme von Mikroplastikpartikeln unterstellt wird. Nach Erkenntnissen aus Literaturquellen wurden Mikroplastikpartikel im Verdauungstrakt von Muscheln, Krebstieren und Fischen nachgewiesen. Derzeit liegen keine Informationen vor, die darauf hinweisen, dass Mikroplastikpartikel im Muskelfleisch, also dem üblicherweise essbaren Anteil von Krebstieren bzw. Fischen, vorkommen. Hierzu besteht Forschungsbedarf. Aktuell laufen erste Forschungsvorhaben und Gutachten u. a. bei verschiedenen Ressortforschungseinrichtungen des Bundes wie Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, Bundesanstalt für Gewässerkunde, Bundesinstitut für Risikobewertung und Umweltbundesamt zum Vorkommen von Mikroplastikpartikeln in der marinen Umwelt und den Effekten von Mikroplastik auf Meerestiere und damit zum Übergang in Lebensmittel marinen Ursprungs an. Die Ressortforschungseinrichtungen sind zudem damit befasst, validierte analytische Nachweismethoden für die verschiedenen Matrices wie Wasser, Boden, Luft oder Lebensmittel, in denen Kunststoffe und Mikroplastik vorkommen kann, zu entwickeln.

Zuletzt geändert: 03.04.2017