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Entwicklung einer Methode zur Bestimmung des Methylquecksilberanteils in Fischereierzeugnissen

Nationaler Verbraucherschutz vor Umweltkontaminanten in Lebensmitteln

Die bestehende EU-Höchstgehaltregelung für Quecksilber in Fischereierzeugnissen gilt für Gesamt-Quecksilber, umfasst also die Summe aller organischen und anorganischen Quecksilberverbindungen. Mangels einer im Routinebetrieb in der Lebensmittelüberwachung eingeführten Analysemethode wird der Anteil an hoch toxischem Methylquecksilber (organische Quecksilberverbindungen) bislang am Gesamtquecksilbergehalt abgeschätzt. Um den Forderungen der Europäischen Lebensmittelbehörde aus dem Jahr 2004 nach Einführung der Quecksilber-Speziesanalytik gerecht zu werden, wurde im Rahmen eines Forschungsvorhabens eine geeignete Methode zur Bestimmung des hoch toxischen Methylquecksilberanteils in Fischereierzeugnissen entwickelt. Damit wurde ein wichtiger Schritt sowohl für die Präzisierung der gesundheitlichen Bewertung von Fischereierzeugnissen als auch für die Aufnahmeberechnung von Methylquecksilber durch den Verzehr von Fischereierzeugnissen geleistet. Diese Präzisierung ist auch vor dem Hintergrund der ernährungsphysiologischen Bedeutung von Fischereierzeugnissen für den Menschen und somit als Basis für eine Nutzen-Risiko-Analyse von Bedeutung.


Methylquecksilber (Me-Hg+) und anorganisches Quecksilber (Hg2+)

in ausgewählten Fischarten

EU-Höchstgehalt für Gesamtquecksilber: 1,0 mg/kg:

EU-Höchstgehalt für Gesamtquecksilber: 0,5 mg/kg:

Infografiken herunterladen (PDF, 115 KB)


Nach den Ergebnissen des bundesweiten Lebensmittel-Monitorings der Jahre 1995 bis 2002 wird der toxikologische Referenzwert für Quecksilber in Höhe von 1,6 μg Quecksilber pro Kilogramm Körpergewicht über alle Bevölkerungsgruppen und Ernährungsgewohnheiten hinweg zwischen 6,3 und 37,0 Prozent ausgeschöpft. Die Auslastung des toxikologischen Referenzwertes für Quecksilber ist damit auch unter Berücksichtigung der neuen Forschungsergebnisse nicht besorgniserregend. Auch nicht für die potenziell höher exponierte Bevölkerungsgruppe der sogenannte "Fischesser".

Die im Rahmen des Forschungsvorhabens gewonnenen Erkenntnisse zur Bestimmung des hoch toxischen Methylquecksilberanteils in Fischereierzeugnissen wurden zwischenzeitlich bereits europaweit vorgestellt und sind u. a. in die Arbeiten des für die Normung im Lebensmittelbereich sowie auf dem Landwirtschaftssektor zuständigen deutschen Gremiums "Normenausschuss Lebensmittel und landwirtschaftliche Produkte (NAL)" im Deutschen Institut für Normung e. V. (DIN) sowie in die Normungsarbeiten auf europäischer Ebene (Europäisches Komitee für Normung, CEN) eingeflossen.

Exposition mit Methylquecksilber durch Fischverzehr und Etablierung analytischer Methoden zur Bestimmung von Methylquecksilber in Fischereierzeugnissen


Stand: 01.06.2009