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Kaminöfen und andere Holzfeuerungsanlagen im Haus

Was ist das Problem?

Holzfeuer bringen nicht allein behagliche Wärme – das Heizen mit Holz kann auch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, da CO2-intensivere Brennstoffe (Gas, Heizöl) ersetzt werden. Bei der Holzverbrennung entstehen jedoch Emissionen wie Feinstaub und Stickstoffoxide. Das Bundesumweltministerium verfolgt daher das Ziel, die gesundheitsschädliche Luftbelastung zu reduzieren und gleichzeitig die Vorteile des Brennstoffes Holz für den Klimaschutz zu nutzen. Dafür wurden anspruchsvolle gesetzliche Regelungen geschaffen (1. BImSchV). Aber auch jede und jeder Einzelne kann beim Heizen mit Holz durch Beachtung einfacher Regeln dazu beitragen, Umwelt und Gesundheit der Nachbarinnen und Nachbarn zu schützen.

In Deutschland werden derzeit fast 12 Millionen Kleinfeuerungsanlagen betrieben, die mit Festbrennstoffen – zum Beispiel Scheitholz – befeuert werden. Davon sind 750.000 Anlagen zentrale Heizkessel, die ganze Häuser oder Wohneinheiten beheizen. Bei den restlichen Anlagen – etwa 11 Millionen – handelt es sich um sogenannte Einzelraumfeuerungsanlagen, wie Kamin- oder Kachelöfen, die vorrangig den Aufstellraum beheizen.

Durch die weite Verbreitung dieser Feuerungsanlagen, insbesondere im Süden von Deutschland, kommt es immer wieder zu Konflikten in der Nachbarschaft. Während viele Betreiber von Holzfeuerungen vor allem die Vorteile des Holzheizens, zum Beispiel den Wohlfühlfaktor oder den kostengünstigen Ersatz von fossilen Brennstoffen wie Öl oder Gas genießen, ist es für manche Nachbarinnen und Nachbarn eine belastende Angelegenheit, da sie sich von Rauch und Geruch aus dem Schornstein der Holzfeuerung beeinträchtigt fühlen.

Diese Situation ist aber nicht ausweglos. Es gibt einfache Tipps zum richtigen Heizen mit Holz, die jede und jeder Einzelne leicht umsetzen kann. Beim richtigen Umgang mit der Holzfeuerung und beim verantwortungsvollen Einsatz des Brennstoffes Holz kann das Heizen mit Holz emissionsarm betrieben werden und auch zum Klimaschutz beitragen.

Als nachwachsender Rohstoff bindet Holz im Wachstum in etwa so viel Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre, wie es bei seiner Verbrennung wieder an die Atmosphäre abgibt. Bei genauer Analyse der CO2-Bilanz müssen allerdings noch Transportaufwand sowie stoffliche oder energetische Aufwendungen im Herstellungsprozess (zum Beispiel Pressen der Holzpellets) berücksichtigt werden, um eine abschließende Aussage zur Treibhausgas-Emission eines Brennstoffes zu treffen.

Holz ist zudem eine langsam nachwachsende Ressource. Diese wertvolle Energiequelle sollte also effizient eingesetzt werden – am besten nur in Feuerungsanlagen mit einem hohen Wirkungsgrad.

Auch wenn durch den Einsatz von Holz fossile Brennstoffe geschont werden, ist die positive Wirkung von Holzfeuerungen für die Umwelt unter einem Vorbehalt zu betrachten: Ganz ohne Emissionen geht es bei der Holzverbrennung (thermischen Verwendung) nämlich nicht. Holz enthält immer geringe Mengen an Stickstoff-, Schwefel- und Chlorverbindungen. Dadurch entstehen bei der Verbrennung von Holz gesundheitsgefährdende Schadstoffe wie Stickstoffoxide (NOx) und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Zudem gelangt bei der Verbrennung des Holzes Staub, der zu 97 Prozent aus Feinstaub besteht, in die Außenluft. Und diese sehr feinen, mit dem Auge nicht sichtbaren Partikel können beim Einatmen bis tief in die Lunge eindringen und so die Gesundheit belasten.

Die Situation hinsichtlich der Feinstaubbelastung in Deutschland hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich verbessert, was insbesondere der Umsetzung von Maßnahmen in der Industrie und im Straßenverkehr zugeschrieben werden kann. Der gestiegene Holzeinsatz in privaten Haushalten hat in den 1990er und 2000er Jahren zu einem Anstieg und seitdem zu einem etwa gleichbleibend hohen Niveau der Feinstaub-Emissionen aus diesem Sektor geführt. Im Jahr 2010 lag die Gesamtmenge des Feinstaubs aus Kaminöfen und anderen Holzfeuerungsanlagen in Deutschland in etwa auf dem Niveau der Feinstaub-Emissionen aus den Auspuffrohren des Straßenverkehrs.

Mit der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen verfolgt das Bundesumweltministerium das Ziel, die Vorteile der regenerativen Energie zu nutzen und gleichzeitig die Luftbelastung durch Feinstaub und durch weitere Schadstoffe, die bei der Verbrennung entstehen, zu reduzieren.

Außerdem können die Betreiberinnen und Betreiber von Holzfeuerungen durch die Beachtung einiger einfacher Tipps einen großen Beitrag dazu leisten, dass das Heizen mit Holz nicht der Umwelt und der Gesundheit schadet.

Was kann ich selbst tun?

  • Ein neu eingebauter Kaminofen muss vom zuständigen Schornsteinfeger abgenommen werden.
  • Beim Kauf eines Kaminofens hinsichtlich der Größe (Wärmeleistung) auf den Wärmebedarf des Aufstellraumes achten. Hier hilft der Schornsteinfeger weiter.
  • Beim Kauf eines Kaminofens auf die vom Hersteller angegebenen Schadstoffwerte achten und ein möglichst emissionsarmes Modell auswählen. (z. B, ausgestattet mit einer Abgasreinigung)
  • Besonders emissionsarm sind Pelletöfen und Pelletheizkessel, die den Blauen Engel tragen: Beim Verbrennen von Pellets (Holzpresslingen) entsteht in der Praxis weniger Feinstaub als beim Verbrennen von Scheitholz oder Kohle.
  • Nur die Brennstoffe verwenden, für die der Ofen eine Zulassung besitzt (siehe Betriebsanleitung). Andere Brennstoffe können zu höheren Schadstoff-Emissionen führen. Weder Papierbriketts noch Paraffinbrennscheite oder gar Verpackungsabfälle dürfen in diesen Anlagen verbrannt werden.
  • Ausreichende Luftzufuhr bei der Verbrennung im Kaminofen gewährleisten.
  • Weitere Tipps für Besitzerinnen und Besitzer von Kaminöfen zum richtigen Heizen finden Sie hier und im vom Umweltbundesamt herausgegebenen Ratgeber Heizen mit Holz .

Zuletzt geändert: 06.11.2017