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OECD Working Party on Manufactured Nanomaterials (WPMN)

Das BMUB leitet die deutsche Delegation der OECD Working Party on Manufactured Nanomaterials (WPMN).

Seit 2006 arbeitet die WPMN an dem Ziel, international abgestimmte Methoden und Strategien zu entwickeln, um die potenziellen Gesundheits- und Umweltrisiken von Nanomaterialien zu erfassen und zu beherrschen. Die Ergebnisse werden öffentlich zugänglich gemacht und sollen den beteiligten Ländern helfen, Maßnahmen zum sicheren Umgang mit Nanomaterialien zu ergreifen.

An der WPMN arbeiten mit

  • 30 OECD Mitgliedstaaten (verantwortliche Delegierte aus Ministerien und Fachbehörden)
  • Einige Nicht-Mitgliedstaaten u. a. China, Thailand
  • Europäische Kommission
  • European Chemicals Agency (ECHA)
  • Delegierte anderer Organisationen - u. a. Industrie (BIAC), Gewerkschaft, ISO, Umwelt-NGOs

Wichtige Ziele der WPMN sind

  • Internationaler Austausch und Kooperation zur Gesundheits- und Umweltpolitik von hergestellten Nanomaterialien
  • Generierung von Daten zur Risikoforschung in einem groß angelegten Testprogramm ("Sponsorship Programm")
  • Entwicklung von Vorschlägen zur Anpassung von
    • Testrichtlinien (speziell OECD Guidelines)
    • Probenaufbereitung im Test
    • Strategien zur Risikobewertung
    • Erarbeitung von Grundlagen für die Expositionsbewertung

Von einzelnen Staaten werden sog. "Horizontal Meetings" organisiert. In diesen werden Ergebnisse aus dem Testprogramm und Erkenntnisse aus der aktuellen Forschung diskutiert, um daraus Empfehlungen zur Anpassung der OECD Testrichtlinien abzuleiten. Deutschland ist hieran beteiligt mit BMUB, UBA, BfR, BAuA, BAM sowie Experten aus Forschungseinrichtungen (u. a. Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie (IME) sowie für Toxikologie und Experimentelle Medizin (ITEM), Institut für Energie- und Umwelttechnik e.V. (IUTA), Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UfZ), Uni Münster und Uni Jena). Die Ergebnisse werden nach Abstimmung im Plenum auf der WPMN Internetseite veröffentlicht.

Folgende Horizontal Meetings wurden bisher unter Federführung folgender Mitglieder der OECD durchgeführt:

  • Inhalative Toxitität (Oktober 2011) – Niederlande
  • Umweltverhalten und Ökotoxizität (Januar 2013) – Deutschland
  • Physikalisch-chemische Eigenschaften (März 2013) – Mexiko
  • Gentoxizität (November 2013) – Kanada
  • Toxikokinetik (Februar 2014) – Korea
  • Kategorisierung von Nanomaterialien (September 2014) – USA
  • Regulierung von Nanomaterialien - Grouping und Read across (April 2016) – EU KOM

Anpassung der OECD Testguidelines

Das Sponsorship Programm war eines der zentralen Testprogramme der OECD Working Party on Manufactured Nanomaterials (WPMN). Ziel war die Prüfung eines repräsentativen Sets an Nanomaterialien um Daten zu physikalisch-chemischen Eigenschaften und Effekten auf Mensch und Umwelt zusammenzutragen. "Sponsor"-Staaten sollten – unterstützt von "Co-Sponsors" – das Testprogramm abwickeln, koordinieren und auswerten. Deutschland war Lead Sponsor für Titandioxid und Co-Sponsor für den Umweltbereich von Nanosilber. Hauptziel war es, Anpassungsvorschläge bestehender Chemikalien-Testrichtlinien an Nanomaterialien zu erarbeiten. Das Testprogramm ist inzwischen beendet. Die Dokumente sind auf der OECD-Webseite veröffentlicht. Die Ergebnisse des Sponsorship Programms zu nanoskaligem Titandioxid hat das Umweltbundesamt auf seinen Seiten zusammengestellt und veröffentlicht.

Eine der derzeitigen Herausforderungen ist, alle bestehenden Testrichtlinien an Nanomaterialien anzupassen.

Zuletzt geändert: 19.07.2017